Argentinien steht hinter Präsident Milei – trotz Skandale
Die Argentinier bekräftigten ihr Vertrauen in Präsident Javier Milei, indem sie seiner Partei La Libertad Avanza bei den Zwischenwahlen einen bemerkenswerten Sieg bescherten. Milei wertete das Ergebnis als klares Mandat, seinen ultraliberalen Reformkurs fortzusetzen und die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes anzugehen. In einem Interview betonte er, dass Argentinien für eine vielversprechende Zukunft gestimmt habe und die schlimmsten Zeiten überwunden seien.
La Libertad Avanza erreichte beeindruckende 40,68 Prozent der Stimmen, während die linke Opposition bei 31,69 Prozent lag. Trotz verpflichtender Wahlbeteiligung betrug diese lediglich 67,9 Prozent. Milei feierte den Wahlausgang mit Anhängern in Buenos Aires und versprach, seine Reformagenda energisch voranzutreiben. Sein Ziel: Ein „großartiges Argentinien“ aufzubauen, wobei er auf die Zusammenarbeit der Provinzgouverneure setzt.
Auch die Finanzmärkte reagierten positiv auf den Wahlausgang. Argentinische Aktien verzeichneten im vorbörslichen Handel an der New Yorker Börse deutliche Kursgewinne von bis zu 35 Prozent. Die Wahl wurde als wichtiger Stimmungstest in der Mitte von Mileis Amtszeit betrachtet. Zwar hat seine Sparpolitik den Haushalt stabilisiert und die Inflation gesenkt, doch bleiben die wirtschaftlichen Erholungen aus.
Politisch gelang es Milei, die Kontrolle im Parlament zu stärken. Seine Partei gewann in der Abgeordnetenkammer 47 Sitze hinzu, was ihr ab Dezember insgesamt 80 Mandate sichert. Zusammen mit der verbündeten konservativen Partei Pro verfügt Milei über mehr als ein Drittel der Mandate, was ihm ermöglicht, sein präsidentielles Veto zu sichern. Im Senat gewann La Libertad Avanza zusätzlich zwölf Sitze, hält nun 18 Mandate – ein Zeichen seiner wachsenden politischen Stärke.
**US-Unterstützung für Argentinien durch Trumps Engagement**
In den USA zeigte sich die Regierung ebenso erleichtert über Mileis politischen Erfolg. Präsident Donald Trump unterstützte Argentinien mit einem Währungstausch im Wert von 20 Milliarden US-Dollar und dem ungewöhnlichen Aufkauf von Pesos durch das US-Finanzministerium zur Stabilisierung der Währung. Trump versicherte, dass die Unterstützung an Mileis Wahlsieg gekoppelt war und gratulierte ihm zu seinem beeindruckenden Erfolg auf seiner Plattform Truth Social.
Trotz der Wahlerfolge bleiben Argentinien zahlreiche Herausforderungen erhalten. Die wirtschaftliche Erholung stockt weiterhin. Investoren zögern, und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie ist beeinträchtigt. Hinzu kommen eine Inflationsrate von über 30 Prozent und zahlreiche Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Darüber hinaus trüben Korruptionsskandale das Image von Mileis Administration. Seine Schwester Karina Milei sieht sich Vorwürfen der Korruption ausgesetzt, während ein Rücktritt seines Spitzenkandidaten José Luis Espert auf Bestechungsvorwürfe hindeutet.

