Arbeitsmarktbericht als Randnotiz im Schatten des Zollkonflikts
Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht zeigt, dass die Zahl der Arbeitsplätze im März stärker als erwartet zulegte, dennoch bleibt die Arbeitslosenquote leicht erhöht. Während 228.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden – mehr als die prognostizierten 140.000 – stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Dies ist der zweite aufeinanderfolgende Anstieg, der Analysten überrascht, die von einer unveränderten Quote ausgegangen waren.
Interessanterweise bleiben diese Arbeitsmarktdaten größtenteils unbeachtet, da sie durch den eskalierenden Zollkonflikt überschattet werden. US-Präsident Donald Trumps umfassendes Zollpaket hat in den aktuellen Zahlen noch keine Spuren hinterlassen, doch die Finanzmärkte sind ganz auf den Handelsstreit fixiert. „Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein US-Arbeitsmarkt jemals so zur Nebensache geriet wie heute", so Dirk Chlench von der LBBW.
Die Löhne entwickelten sich erwartungsgemäß: Ein Anstieg der Stundenlöhne um 0,3 Prozent von Monat zu Monat fügt sich nahtlos in die Prognosen ein. Aufs Jahr gesehen beträgt das Lohnwachstum 3,8 Prozent, etwas unter den ehemals gemeldeten 4,0 Prozent.
Thomas Gitzel von der VP Bank und Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner machen deutlich, dass der aktuelle Bericht eine Momentaufnahme ist. Die tatsächliche Gefahr liegt in einem möglichen, weltweiten Zollkrieg, der der Weltwirtschaft schaden und eine Rezession in den USA hervorrufen könnte. In einem solchen Umfeld könnte der Druck auf den Arbeitsmarkt wieder zunehmen, und die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen, könnte deutlich sinken.

