Arbeitsmarkt in Deutschland: Zuwanderung als Schlüsselfaktor
In den letzten Jahren hat die Rolle ausländischer Staatsangehöriger auf dem deutschen Arbeitsmarkt an Bedeutung zugenommen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hob auf der Konferenz „Migration und Arbeit“ in Berlin hervor, dass das jüngste Beschäftigungswachstum vollständig auf ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückzuführen sei. Während die Anzahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit zurückgeht, wächst der Anteil derjenigen mit ausländischem Pass stetig an.
Seit 2021 zeigt sich ein Aufwärtstrend bei der Beschäftigung. Dennoch wird erwartet, dass 2025 rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig sein werden, was im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang bedeutet. Bemerkenswert ist der Anstieg des Anteils ausländischer Beschäftigter: Von knapp jedem zehnten Beschäftigten im Jahr 2015, macht dieser nun 17 Prozent der Belegschaft aus – also nahezu jeder sechste Beschäftigte.
Besonders auffällig ist die Veränderung der Herkunftsregionen. Während in der Vergangenheit insbesondere EU-Bürger zum Beschäftigungswachstum beitrugen, ist seit 2024 ein Rückgang zu verzeichnen. Waren 2023 noch 2,57 Millionen EU-Bürger in Deutschland beschäftigt, sank die Zahl leicht. Im selben Zeitraum nahm die Anzahl der Beschäftigten aus Drittstaaten signifikant zu – von 2,74 Millionen auf 3,29 Millionen. Die Beweggründe für viele sind Erwerbsmigration sowie Flucht und Vertreibung.
Aktuell sind 1,2 Millionen Menschen aus Asylherkunftsländern und der Ukraine in Deutschland tätig, gut eine Million davon in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Parallel dazu sinkt die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Deutschen, was vor allem dem demografischen Wandel geschuldet ist.
Bei der Konferenz diskutierten BA-Vorstände wie Vanessa Ahuja und Daniel Terzenbach mit weiteren Vertretern über die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Politische Initiativen wie der „Job-Motor“ und die „Work-and-Stay-Agentur“ sollen diese Bemühungen unterstützen. Die BA plädiert für bessere Rahmenbedingungen, damit qualifizierte Fachkräfte in Deutschland bleiben. Ahuja betonte die Bedeutung von Sicherheit und Zugehörigkeit für Zuwanderer, während Terzenbach die Notwendigkeit der Zuwanderung für wirtschaftliche und soziale Stabilität unterstrich.

