Arbeitsmarkt im Winter-Bann: Frühindikatoren am Tiefpunkt

Der frostige Februar hat nicht nur die Temperaturen gesenkt, sondern auch die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt merklich abgekühlt. Erstmals seit einem halben Jahr ist das vielseitig beachtete Barometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter die neutrale Marke von 100 gesunken, so berichtet IAB-Experte Enzo Weber. Besonders betroffen zeigt sich das verarbeitende Gewerbe, das monatlich rund 15.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verliert. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer folgt einem klaren Prinzip: Es stützt sich auf die monatlichen Prognosen aller deutschen Arbeitsagenturen hinsichtlich der kommenden drei Monate und gilt als präziser Vorbote für Langzeitentwicklungen.
Erst am Freitag wird die Bundesagentur für Arbeit tiefer in die Februar-Statistik eintauchen. Indes zeigt sich bereits jetzt, dass sowohl im Maschinenbau als auch in der Automobilbranche zu 60 Prozent ein deutlicher Beschäftigungsrückgang erwartet wird. Dennoch bleibt die Gesamtbeschäftigung stabil, wenngleich die Industriekrise unübersehbare Spuren hinterlässt.
Ähnlich verhaltene Töne schlagen auch die Experten des renommierten Ifo-Instituts an. Dessen Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, bestätigt: "Die Zurückhaltung am Arbeitsmarkt nimmt wieder zu." Für viele Unternehmen scheint der Fokus derzeit weniger auf der Schaffung neuer Stellen zu liegen, sondern vielmehr auf dem Abbau vorhandenen Personals. Diese Entwicklung könnte der deutschen Wirtschaft in naher Zukunft noch weitere Herausforderungen bescheren.

