Arbeitslosenrate in Deutschland zeigt im Juli steigenden Trend
Die Arbeitslosenstatistik in Deutschland zeichnet im Juli ein besorgniserregendes Bild: Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitssuchenden um 65.000 auf insgesamt 2,979 Millionen. Damit stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Statistik einen Anstieg von 171.000 Personen.
Insbesondere die norddeutschen Stadtstaaten Bremen und Berlin stehen mit Arbeitslosenraten von 11,8 Prozent und 10,3 Prozent an der Spitze der unerfreulichen Liste. Im südlichen Ländervergleich sind Bayern mit 4,0 Prozent und Baden-Württemberg weiterhin die Gegenden mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit.
Diese Daten stützen sich auf Erhebungen bis zum 14. Juli. Ein Überschreiten der Drei-Millionen-Marke wird im kommenden Monat befürchtet, und diese Situation gab es letztmals im Februar 2015. Dennoch besteht Hoffnung auf eine Erholung im Herbst, da das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen optimistischen Ausblick wagte.
Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, sieht den Anstieg durch die Sommerpause bedingt. Unternehmen melden zurückhaltend neue Stellen, und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagniert. Die Anzahl offener Stellen sank um 75.000 auf 628.000 im Vergleich zum Vorjahr.
Parallel dazu empfangen 991.000 Menschen Arbeitslosengeld, während 3,877 Millionen Personen Anspruch auf Bürgergeld haben, einschließlich jener mit unzureichendem Erwerbseinkommen. Auf dem Ausbildungsmarkt sind derzeit 414.000 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle, ein Anstieg von 12.000 gegenüber dem Vorjahr.
Von den gemeldeten 466.000 Ausbildungsplätzen im Juli blieben 182.000 unbesetzt, sodass weiterhin Handlungsbedarf besteht, um sowohl den Arbeitsmarkt als auch den Ausbildungssektor zu stabilisieren.

