Apollo Global Management sieht glänzende Chancen in Europa
Apollo Global Management zeigt sich so optimistisch gegenüber Europa wie noch nie zuvor in den letzten 20 Jahren seiner Investitionstätigkeit auf dem Kontinent. Robert Seminara, der Leiter der Region, betonte auf der Future of Finance Konferenz in Frankfurt: 'Europa hat den Drang zu investieren wiederentdeckt.' Er lobte besonders das Engagement der deutschen Regierung, die nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch mit einer unterstützenden Haltung privates Kapital fördere.
Besondere Aufmerksamkeit schenkt Apollo Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und die Transformation zu grüner Energie. Seminara sieht hier eine nächste Welle von Investitionen, die durch die vergleichsweise geringeren Kapazitäten europäischer Kapitalmärkte im Vergleich zu den USA begünstigt wird. Dies eröffnet bedeutenden Investitionsfirmen wie Apollo neue Räume zur Finanzierung.
Nach Daten, die am Dienstag veröffentlicht wurden, expandierte der private Sektor der Eurozone im schnellsten Tempo seit 16 Monaten. Dies war insbesondere auf die starke Leistung des deutschen Dienstleistungssektors zurückzuführen, während Frankreich schwächelte. Allerdings belastete die Unsicherheit über Donald Trumps Handelspolitik zu Beginn des Jahres 2025 die Region, wobei Deutschland im zweiten Quartal in eine Kontraktion geriet.
Apollo hat bereits fast 50 Milliarden Dollar in große Unternehmensinvestitionen in Europa gesteckt. Zu den kürzlich bedeutenden Transaktionen zählt eine Investition von 3,2 Milliarden Euro mit dem deutschen Energieunternehmen RWE für den Ausbau des Stromnetzes. Zudem unterstützt Apollo Electricite de France bei der Finanzierung des Baus des Kernkraftwerks Hinkley Point C.
Als Teil der Expansionsbemühungen plant Apollo die Eröffnung weiterer Büros auf dem Kontinent, darunter eines in Frankfurt. Das Büro in Zürich ist bereits eröffnet, ergänzt durch den Hauptsitz in London. Anders als der allgemeine Investitionstrend hält sich Apollo von Aktieninvestitionen in KI und Verteidigung, die aktuell im Fokus vieler Investoren stehen, fern. Stattdessen konzentriert man sich auf Unternehmen, die diese Bereiche bedienen, wie etwa die kürzliche Übernahme des Kühlanlagenherstellers Kelvion.
Seminara betonte, dass Europa lange vernachlässigt wurde und es nun an den Europäern liege, die Gelegenheit zu ergreifen. Ein gelungenes Vorgehen könne die Wirtschaft wachsen lassen und viele der gegenwärtigen Probleme auf dem Kontinent adressieren.

