Anti-Drohnen-Boom treibt Electro Optic Systems – Auftragseingang explodiert
Neue Aufträge befeuern die Fantasie
Auslöser der jüngsten Kursbewegung ist ein neuer Auftrag für das R400 Remote Weapon System (RWS). Der Deal hat ein Volumen von rund 19 Millionen Euro und umfasst die Lieferung fernbedienbarer Waffensysteme an einen US-Kunden. Die Systeme sollen auf leicht gepanzerten Fahrzeugen installiert werden und unter anderem zur Drohnenabwehr dienen.
Besonders relevant für den Kapitalmarkt: Der Auftragsbestand von EOS ist inzwischen auf über 240 Millionen Euro angewachsen, nach lediglich rund 82 Millionen Euro im Vorjahr. Das unterstreicht, dass es sich nicht um einen Einzelauftrag, sondern um eine strukturelle Nachfrage handelt.
Fokus auf Laser-basierte Drohnenabwehr
Strategisch positioniert sich EOS zunehmend im Bereich High-Energy-Laser-Systeme zur Drohnenabwehr. Diese Technologie gilt als entscheidender Baustein moderner Luftverteidigung, da sie im Vergleich zu klassischer Munition deutlich kosteneffizienter ist.
Kleine, günstige Drohnen stellen Armeen weltweit vor ein asymmetrisches Kostenproblem: Ein Abfangsystem, das pro Schuss teure Raketen oder Munition verbraucht, ist wirtschaftlich kaum tragfähig. Laserbasierte Systeme lösen dieses Problem, indem sie mit elektrischer Energie arbeiten und potenziell hunderte Ziele pro Tag bekämpfen können.
EOS entwickelt entsprechende Systeme, die auf Fahrzeugen, an kritischer Infrastruktur oder zur Objektsicherung eingesetzt werden können.
Militärische Nachfrage wächst – auch in Europa
Die geopolitische Lage verstärkt den Trend. Der Ukraine-Krieg, Spannungen im Nahen Osten sowie die zunehmende Nutzung von Drohnenschwärmen durch staatliche und nichtstaatliche Akteure treiben weltweit Investitionen in Drohnenabwehr.
Branchenexperten gehen davon aus, dass allein für den Schutz von Flughäfen, Kraftwerken, Militärbasen und Großstädten hunderte Systeme pro Land erforderlich sein könnten. Für mittelgroße europäische Staaten wird der Bedarf teilweise auf 500 bis 1.000 Abwehrsysteme geschätzt.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich EOS als Anbieter, der nicht nur Sensorik, sondern auch Wirksysteme aus einer Hand liefern kann.
Sanierung gelungen, Wachstum im Fokus
Bemerkenswert ist auch der strategische Turnaround des Unternehmens. Noch vor wenigen Jahren stand EOS finanziell unter Druck. Der Verkauf des Satellitengeschäfts brachte frisches Kapital und ermöglichte die Neuausrichtung auf Kernkompetenzen: optische Zielerfassung, ferngesteuerte Waffensysteme und Laserabwehr.
Analysten sehen mittelfristig erhebliches Wachstumspotenzial. Für die kommenden Jahre wird teils eine Verdopplung des Umsatzes in Aussicht gestellt, getragen von steigenden Verteidigungsbudgets und neuen Programmen zur Drohnenabwehr.
Aktie zwischen Momentum und Risiko
Die starke Kursentwicklung zeigt, dass der Markt beginnt, das Potenzial einzupreisen. Gleichzeitig bleibt die Aktie volatil und stark nachrichtengetrieben. Investoren setzen darauf, dass aus Testprogrammen und Demonstrationen weitere Großaufträge entstehen.
Klar ist: Der Anti-Drohnen-Markt entwickelt sich vom Nischensegment zu einem zentralen Bestandteil moderner Verteidigungssysteme. Electro Optic Systems hat sich in diesem Umfeld eine aussichtsreiche Position erarbeitet – muss den operativen Beweis für nachhaltiges Wachstum jedoch noch liefern.


