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Anthropic verschärft KI-Schock – Software- und Datenaktien brechen ein

05. Februar 2026, 07:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Anthropic verschärft KI-Schock – Software- und Datenaktien brechen ein
Foto: Eulerpool
Ein neues KI-Update reicht – und Milliarden an Börsenwert lösen sich in Stunden auf. Nach der Einführung erweiterter Automatisierungs-Plugins für den „Claude Cowork“-Agenten von Anthropic geraten Datenanalyse-, Software- und Werbeunternehmen in den USA und Europa massiv unter Druck. Investoren fürchten, dass KI-Tools nun genau jene wissensintensiven Geschäftsmodelle angreifen, die bislang als Profiteure der KI-Ära galten.

KI greift Kernbereiche der Branche an

Anthropic stellte am Freitag neue Plug-ins vor, die juristische Recherchen, Vertriebsanalysen, Marketingauswertungen und Datenaufbereitung automatisieren können.

Damit zielt das Unternehmen direkt auf Segmente, in denen klassische Anbieter bislang mit:

  • Abonnements
  • Nutzerlizenzen
  • spezialisierten Datenbanken
  • beratungsintensiven Services

hohe Margen erwirtschafteten.

Die Sorge: KI könnte diese Leistungen kostengünstiger und skalierbarer ersetzen.

Historische Verluste bei Thomson Reuters und RELX

Besonders hart traf es Thomson Reuters. Die Aktie brach um fast 18 Prozent ein – der stärkste Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 33 Prozent.

Auch europäische Anbieter gerieten massiv unter Druck:

  • RELX: minus 14 Prozent
  • Wolters Kluwer: minus rund 13 Prozent
  • Experian, Sage, LSEG, Pearson: Verluste zwischen 6 und 12 Prozent

Analysten sprechen von einer „aggressiven Neubewertung“, da die bisherige „Visibilitätsprämie“ für stabile, planbare Einnahmen erodiere.

Bewertungsmodell gerät ins Wanken

Das strukturelle Problem:

Viele dieser Unternehmen basieren auf dem Modell „Preis pro Nutzer“ oder „Preis pro Datenzugang“. Wenn KI-Tools erlauben, mit weniger Personal mehr Output zu generieren, schrumpft die Zahlungsbereitschaft für klassische Lizenzmodelle.

Ein Marktteilnehmer formulierte es so:

Der Markt schießt zuerst – und stellt später Fragen.

Die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung mache langfristige Bewertungsmodelle zunehmend unsicher.

Werbebranche ebenfalls betroffen

Auch Werbekonzerne litten unter der KI-Angst:

  • Omnicom: minus 11 Prozent
  • Publicis: minus über 9 Prozent
  • Pinterest: minus 5,6 Prozent
  • Snap: minus 8,4 Prozent

Die Befürchtung: KI automatisiert kreative und datengetriebene Prozesse, die bislang Agenturen und Plattformen vorbehalten waren.

Tech-Giganten mitgezogen

Der Abverkauf blieb nicht auf Spezialanbieter beschränkt.

Auch große US-Technologiewerte schlossen schwächer:

  • Nvidia: –2,8 %
  • Microsoft: –2,9 %
  • Meta: –2,1 %
  • Oracle: –3,4 %

Der Nasdaq verlor 1,43 Prozent.

Struktureller Wendepunkt?

Der Kurssturz markiert möglicherweise mehr als eine kurzfristige Reaktion.

Er offenbart einen fundamentalen Perspektivwechsel: KI ist nicht nur Produktivitätswerkzeug für etablierte Softwareanbieter – sie wird selbst zum direkten Wettbewerber.

Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Informationsasymmetrie oder arbeitsintensiver Analyse basiert, geraten besonders unter Druck.

Die zentrale Frage lautet nun:

Wer integriert KI erfolgreich in sein eigenes Angebot – und wer wird durch sie substituiert?

Finanzen / Business / KI / Aktienverluste / Softwarebranche / Datenanalyse / Wettbewerb
[Eulerpool News] · 05.02.2026 · 07:00 Uhr
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