Neue Weichenstellung: Generalsanierung der Bahnstrecke Köln-Hagen beginnt

Die Deutsche Bahn startet ein umfassendes Modernisierungsprojekt auf der Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen, das mit einer fünfmonatigen Sperrung einhergeht. Ab Freitagabend werden Fernzüge nach Berlin und Hamburg umgeleitet, während Pendler auf Ersatzbusse umsteigen müssen. Trotz einer Investition von 800 Millionen Euro bleibt die Sanierung der in die Jahre gekommenen Stellwerke außen vor. Diese könnten laut Bahn erst in den 2030er Jahren ersetzt werden, was der Grünen-Abgeordnete Matthias Gastel als «Schummel-Sanierung» kritisiert.
Die Grünen hatten im Bundestag nach Details gefragt, doch das Bundesverkehrsministerium sah keine Maßnahmen für die Stellwerke vor. Laut ihrem Bericht sind einige Stellwerke in einem alarmierend schlechten Zustand. Zwei Anlagen in Wuppertal erhielten die Note 6,0, die übrigen erweisen sich meist als bestenfalls knapp ausreichend.
Die Bahn legt den aktuellen Fokus auf die Gleise und Bahnhöfe, deren Zustand laut einer Sprecherin nicht länger hinnehmbar sei. Nach Abschluss der Generalsanierung erwartet die Reisenden jedoch eine verbesserte Infrastruktur, auch wenn die Stellwerke zunächst vernachlässigt werden.
Im Fernverkehr führt die Umleitung über das Ruhrgebiet zu einer Verlängerung der Reisezeit um 20 bis 40 Minuten, wobei Solingen und Wuppertal übergangsweise ganz ohne Fernverkehr auskommen müssen. Die Strecke zwischen Duisburg, Essen und Oberhausen steht derweil nach erfolgten Bauarbeiten wieder zur Verfügung.

