Anspannung um Grönland: Wadephul und die diplomatische Mission der Nato-Verantwortung
Außenminister Johann Wadephul rückt angesichts der Drohung Washingtons, Grönland gewaltsam einnehmen zu wollen, die kollektive Verpflichtung für Freiheit und Sicherheit innerhalb der Nato ins Zentrum. Der CDU-Politiker mahnte vor einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio, dass Differenzen unter Partnern niemals das übergeordnete Ziel aus den Augen verlieren dürfen. In der ZDF-Sendung 'Berlin direkt' skizzierte Wadephul die reichhaltige Agenda seines bevorstehenden Gesprächs mit Rubio: Neben dem anhaltenden Ukraine-Konflikt und den Spannungen im Gazastreifen spielt auch der Iran eine Rolle. Trotz möglicher Meinungsverschiedenheiten bekräftigte er die Verbundenheit mit den USA: „Ich begegne Freunden und Verbündeten.“
Ein Zwischenstopp auf Island steht für Wadephul ebenfalls an, wo er in Reykjavik mit seiner Amtskollegin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir zusammentrifft. Dieses Gespräch steht ebenso im Schatten der Drohungen von US-Präsident Donald Trump, welcher auf die strategische Bedeutung Grönlands sowie die Anwesenheit von russischen und chinesischen Schiffen verweist. Island, Grönland und Deutschland teilen mit den USA die Mitgliedschaft in der Nato, was die Wichtigkeit gemeinsamer Sicherheit betont. Wadephul betonte die strategische Relevanz des Nordatlantiks für die Nato-Alliierten, mit einem besonderen Fokus auf die legitimen Interessen der Grönländer und aller Anrainerstaaten. Diese Themen bedürfen einer kooperativen Besprechung innerhalb der Allianz.
Ebenfalls unvorhergesehen trifft Wadephul in New York auf UN-Generalsekretär António Guterres. Der Anlass: die von den USA angekündigte Abkehr von 66 internationalen Organisationen, was auch zahlreiche UN-Institutionen betrifft. Begründet wird der Rückzug durch mangelnde Vereinbarkeit mit nationalen Interessen – betroffene Bereiche erstrecken sich auf Umwelt, Klima, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung sowie Demokratieförderung.

