Analyse: Putins Vergleich zwischen Krim und Kosovo elektrisiert den Balkan

05. März 2014, 12:41 Uhr · Quelle: dpa

Belgrad (dpa) - Politiker, Medien und viele Bürger in Serbien bewundern seit Jahren den markig auftretenden russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach dessen Vergleich zwischen der Krim und der abgefallenen früheren serbischen Provinz Kosovo hat er Kultstatus erreicht.

Alle Medien heben ihn am Mittwoch auf die Titelseiten mit dem Tenor: Endlich hat es einer «dem Westen» mal gezeigt!

Die Freude ist groß, weil Putin den USA und der EU nach Ansicht vieler Serben den Spiegel vorhält und ihnen vor Augen führt, dass sie mit zweierlei Maß messen. 1999 erzwang die NATO gegen den erbitterten Widerstand Belgrads sogar mit Bomben die Abspaltung des fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovos von Serbien. Die USA und die EU stellten den Fall immer als einzigartig hin. Begründet wurde das mit der gewaltsamen Unterdrückung und Vertreibung der 90-prozentigen albanischen Mehrheit durch serbisches Militär und Paramilitär.

Doch für die Serben und Putin ist klar: Was das Kosovo darf, kann man der Krim nicht verweigern. Nach dieser Logik müsste der Westen auch einer Abspaltung der Halbinsel von der Ukraine zustimmen. Putin zieht die Parallele zum Kosovo nicht zum ersten Mal. Schon im Kaukasuskrieg 2008 um Südossetien und Abchasien hatte er dieses Argument angeführt.

Die serbischen Zeitungen überschlagen sich am Mittwoch vor Schadenfreude. «Mensch Putin, Du Serbe!», prangt auf dem Titelblatt der Belgrader Boulevardzeitung «Informer». Das Blatt «Kurir» hebt den Herrn des Kremls mit lehrerhaft erhobenem Zeigefinger ebenfalls auf den Titel: «Die Krim muss das gleiche Recht haben wie auch das Kosovo».

Auch aus Bosnien-Herzegowina ist Lob für Putin zu hören, etwa von Serbenführer Milorad Dodik, der die serbische Landeshälfte so gern abspalten und dem «Mutterland» Serbien anschließen würde. «Ein ähnliches Szenario kann auch die Interessen einiger Leute hier in Bosnien entflammen», formuliert er ein wenig kryptisch. Jedenfalls «richten sich die russischen Aktionen ausschließlich auf die Erhaltung des Friedens», ist Dodik sicher.

Demgegenüber sind die serbischen Nationalisten geschockt, die sich mehr als ein Jahrzehnt der Moskauer Rückendeckung auch im UN-Sicherheitsrat gegen jede Selbstständigkeit Kosovos sicher waren. «Putin hat vielleicht auf die Schnelle eine falsche Analogie zwischen Kosovo und der Krim gezogen», zitierte die größte Zeitung «Blic» am Mittwoch extremistische Wortführer. Denn das hieße im Umkehrschluss: Was die Krim darf, kann man dem Kosovo nicht verweigern.

Konflikte / Ukraine / Russland / Serbien
05.03.2014 · 12:41 Uhr
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