Analyse: Piloten wollen jetzt über Jobs sprechen

22. Februar 2010, 22:05 Uhr · Quelle: dpa
Frankfurt/Main (dpa) - Nach nur einem Tag Streik haben die Piloten der Lufthansa ihren Arbeitskampf abgebrochen und sind unter Zugeständnissen an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.

Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt schlossen sie mit ihrem Arbeitgebern einen Vergleich, so dass sich der am Montag schwer gestörte Luftverkehr über Deutschland langsam wieder normalisieren kann.

Bis zum 8. März ist nun Zeit für neue Verhandlungen über die Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 4500 Lufthansa-Piloten, die unter den Geltungsbereich des lukrativen Konzerntarifvertrags bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings fallen. Doch das Thema der Billigkonkurrenz aus dem eigenen Konzern ist längst nicht vom Tisch, wie die Gewerkschaftsvertreter klar machten.

«Wir finden es gut, dass die Lufthansa wächst. Wir wollen dafür sorgen, dass ein guter Teil des Wachstums auch im Bereich unseres Tarifvertrags anfällt», sagte etwa der Tarifreferent Markus Germann nach dem Vergleich. Dazu gehören aus Pilotensicht nach wie vor Abgrenzungen zu den immer zahlreicheren und immer billigeren Gesellschaften im großen Lufthansa-Konzern. Eine bloße Arbeitsplatzgarantie für die bereits Eingestellten reicht uns nicht aus. Wir wollen Entwicklungsmöglichkeiten», erklärte Germann. Da der Konzern Sparbeiträge der Piloten erreichen will, sehe er da durchaus Spielraum.

Außen vor im Tarifpoker bleibt nach dem Kompromiss aber zunächst die Tochtergesellschaft Lufthansa Italia. Die Gewerkschaft ließ ihre Forderung fallen, nach der die Lufthansa jeweils Millionen hätte zahlen müssen, sobald ein Jet der LH Italia von einem Piloten außerhalb des Konzerntarifvertrags geflogen worden wäre.

Ob es die schlechte öffentliche Meinung zum Streik der Bestverdiener, mangelnder interner Rückhalt oder juristische Bedenken waren, wurde am Montag nicht klar. Die Arbeitsrichterin Silke Kohlschitter hatte den hohen, vom Grundgesetz geschützten Rang des Streikrechts verdeutlicht, aber auf der anderen Seite auch auf die Grenzen des Tarifrechts hingewiesen, das nur in Deutschland gelte.

Doch schon den Tag über müssen die nie abgerissenen Drähte zwischen den Tarifpartnern geglüht haben. «Das war unser Versuch, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren», begründete von Sturm im engen Verhandlungssaal Saal C 2.10 die ausgestreckte Hand in Richtung Lufthansa. Der Tarifkommissionsvorsitzende und langjährige VC-Chef gilt vielen als der eigentliche Kopf des Tarifstreits.

Das ganz große Chaos war am ersten Tag des Pilotenstreiks bei der Deutschen Lufthansa ohnehin ausgeblieben. Warteschlangen, überfüllte Züge, geduldstrapazierende Hotlines und genervte Passagiere gab es zwar, doch in vielen Terminalhallen blieb es auch wegen der langfristigen Vorwarnungen ruhiger als sonst. Rund die Hälfte der LH- Flieger musste am Boden bleiben, viele Passagiere auf die Bahn oder andere Flieger umsteigen.

Verärgert zeigten sich viele Fluggäste, wie zum Beispiel Stefan Büttner in Stuttgart. Auf seinem mühsamen Weg nach Mailand hatte er nur für einen Teil der Piloten-Forderungen Verständnis: «Sichere Arbeitsplätze immer, mehr Gehalt in Zeiten der lahmenden Wirtschaft: Nein!» In Hannover vergleicht der Geschäftsmann Peter Albien die eigene Lage mit der bei Europas größter Fluggesellschaft. «Wir haben in unserer Firma im vergangenen Jahr Gehaltseinbußen von 10 Prozent hinnehmen müssen», sagt er. «Die Forderungen der Piloten finde ich im Vergleich dazu einfach nicht verhältnismäßig.»

[Flughäfen]: FRA, MUC, TXL, HAJ, STR alle Deutschland. [Arbeitsgericht]: Gutleutstraße 130, Frankfurt am Main

Luftverkehr / Tarife
22.02.2010 · 22:05 Uhr
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