Analyse: Obama drückt die richtigen Knöpfe

04. Juni 2009, 22:39 Uhr · Quelle: dpa
Kairo (dpa) - "Obama, Obama!" schallt es durch den ehrwürdigen Kuppelsaal der Kairoer Universität. Das Publikum tobt vor Begeisterung. US-Präsident Barack Obama war nach Kairo geflogen, um mit einer einzigen Rede die Herzen von mehr als einer Milliarde Muslime zu gewinnen.

Ein geradezu vermessenes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass seine Nation in den vergangenen zehn Jahren in den Augen der meisten Muslime zum Imperium des Unrechts und der skrupellosen Interessenpolitik geworden war. Doch, man mag es kaum glauben, es scheint ihm gelungen zu sein. Bis auf eine Minderheit von Extremisten sind die Muslime wie elektrisiert von den Worten des neuen US-Präsidenten, der formvollendet aus dem Koran zitieren kann und die Demütigungen beschreibt, die das palästinensische Volk unter der Besatzungsmacht Israel erdulden muss.

«Ich kann es kaum glauben, er lobt die Verdienste der arabischen Zivilisation», schreibt eine begeisterte ägyptische Bloggerin. «Indem er das Recht der Palästinenser auf ein Leben in Würde anerkannt hat, wählt Obama einen Weg, der in eine ganz andere Richtung führt als der Weg, den frühere US-Regierungen gewählt hatten», schwärmt der Vize-Generalsekretär der jemenitischen Islamisten-Partei Islah, Mohammed al-Saadi.

Von Bagdad bis Dubai, überall ist man voll des Lobes für den Mann aus dem Weißen Haus, der in Kairo nicht nur schöne Worte, sondern auch einen neuen Fahrplan für eine neue Zusammenarbeit zwischen dem Westen und der islamischen Welt präsentiert hat. «Ich glaube, dass er nicht nur bei den Gästen im Saal, sondern beim gesamten arabischen Publikum gut angekommen ist, er hat die Herzen und den Verstand der arabischen Jugend gewonnen», sagte Abdelchalek Abdullah, Politikprofessor aus den Emiraten, dem Nachrichtensender Al-Arabija.

Bei den Irakern blieb von seiner Rede vor allem ein Satz hängen, in dem Obama erklärte, dass die US-Invasion in ihrem Land vor sechs Jahren wohl hätte vermieden werden könne, auch wenn es den Irakern nun ohne den Diktator Saddam Hussein wohl bessergehe. «Was Obama in Kairo gesagt hat, ist wichtig, denn er hat die instabile Situation zwischen den Muslimen und dem Westen korrekt beschrieben», erklärt der schiitische Geistliche Scheich Mohaned al-Mussawi (36). «Es ist sehr wichtig, dass er den Islam nicht als Teil des Terrors sieht, sondern als Teil einer Lösung, die Sicherheit, Frieden und Stabilität bringt.»

Obama selbst benutzte das Wort «Terrorist» in seiner Rede kein einziges Mal - auch dies eine klare Abgrenzung zu seinem Vorgänger George W. Bush, der dieses Etikett nicht nur für die Attentäter des El-Kaida-Netzwerkes, sondern auch für islamische Aufständische, libanesische Milizionäre und militante Palästinenser verwendet hatte. Dies hatte die Araber ihrerseits dazu verleitet, die israelischen Angriffe im Gazastreifen und die Misshandlung der Häftlinge im US-Gefangenenlager Guantánamo als «Staatsterrorismus» zu bezeichnen. Obama hat in Kairo nun deutlich gemacht, dass er diese Fronten aufheben will, ohne die Fehler der Vergangenheit dabei kleinzureden. Er warnt die Muslime und seine eigenen Landsleute davor, «Gefangene der Vergangenheit» zu sein. «Unsere Probleme müssen partnerschaftlich gelöst werden. Unser Fortschritt muss geteilt werden», sagt er.

«Eine historische Rede», lobt Saeb Erekat, der Chefunterhändler der Palästinenserregierung in Ramallah, «nur, was wird Obama morgen, übermorgen oder in einigen Wochen tun, wen Israel auf seiner Politik beharrt und die Siedlungen (in den besetzten Gebieten) trotzdem ausbaut?»

International / USA / Nahost / Ägypten
04.06.2009 · 22:39 Uhr
[0 Kommentare]
Stromausfall auf Kuba
Havanna (dpa) - Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen […] (00)
vor 58 Minuten
Laura Maria Rypa und Pietro Lombardi
(BANG) - Laura Maria Rypa scheint um einen geliebten Menschen zu trauern. Der Influencerin folgen rund 943.000 Nutzer auf Instagram. Erst kürzlich zeigte Laura Einblicke in ihren Urlaub auf Mauritius. Dass sie diesen mit ihrem Ex-Verlobten Pietro Lombardi und ihrem ältesten Sohn verbrachte, sorgte für viel Aufsehen. Nun meldete sich die 30-Jährige mit […] (04)
vor 19 Stunden
Tim Cook: Neue Macs stellen Startrekord für Apple auf
Vergangene Woche hat Apple drei neue Mac-Modelle auf den Markt gebracht: das völlig neue MacBook Neo, das MacBook Air mit M5 Chip sowie das MacBook Pro mit M5 Max. Laut Apple-CEO Tim Cook sorgte diese Produkteinführung für einen neuen Rekord bei den Erstkäufern. Ist das MacBook Neo für den […] (00)
vor 16 Stunden
Die PS5 schlägt die Switch 2 im zweiten Monat in Folge
Circana-Analyst Mat Piscatella hat am 20. März 2026 die US-Verkaufsdaten für Februar 2026 veröffentlicht. Das Ergebnis ist dasselbe wie im Januar: Die PlayStation 5 führte den US-Hardware-Markt sowohl nach Stückzahlen als auch nach Umsatz an. Die Nintendo Switch 2 landete in beiden Kategorien auf Platz zwei. Xbox Series X und S folgen auf dem letzten […] (00)
vor 13 Stunden
«Erlebnis Erde»: Maria Furtwängler entdeckt Deutschlands Gärten
In der ARD-Dokumentation zeigt Maria Furtwängler, welches Potenzial Millionen Privatgärten für Natur- und Artenschutz haben. Das Erste zeigt am Montag, 20. April, um 20.15 Uhr im Rahmen der Reihe «Erlebnis Erde» die Dokumentation Deutschland, deine Gärten mit Maria Furtwängler. Der Film von Herbert Ostwald nimmt das riesige Netzwerk privater Grünflächen in den Blick: Rund 17 Millionen Gärten […] (00)
vor 15 Stunden
Fußballtor stürzt auf Kind - tot
Erlangen (dpa) - Ein siebenjähriger Junge ist gestorben, nachdem ein umstürzendes Fußballtor auf einem Sportplatz ihn lebensgefährlich verletzt hatte. Der Vorfall ereignete sich der Polizei zufolge noch vor dem Spielbeginn auf einem Sportplatz im Erlanger Gemeindeteil Bruck. Das Kind kam am Nachmittag noch in ein Krankenhaus, wo es später seinen […] (00)
vor 6 Stunden
finance, currency, bitcoin, crypto, cryptocurrency, investment, wealth, money, brown money, brown finance
Während Bitcoin an Wert gewinnt, erlebt Gold einen dramatischen Rückgang. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert angesichts der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten. Seit die USA und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet haben, haben sich die beiden als Wertspeicher konkurrierenden Anlagen in entgegengesetzte Richtungen […] (00)
vor 2 Stunden
Ein Gespräch mit Christian Kirsch, Unternehmer, Leadership-Coach und Mitgründer von amaiko.ai
Viechtach, 21.03.2026 (PresseBox) -. Frage: Christian, wenn man deinen Weg anschaut, wirkt alles sehr klar strukturiert. War das wirklich so geradlinig? Christian Kirsch: Überhaupt nicht. Ich habe die IT-Branche 2018 eigentlich verlassen. Ich war müde vom Buzzword-Theater. Bin dann als Geschäftsführer in einen Sporthändler gewechselt – sportaffin, […] (00)
vor 21 Stunden
 
Kindesmissbrauch im Netz
Berlin (dpa) - Der Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch wird nach […] (01)
Landtag Rheinland-Pfalz
Mainz (dpa) - Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geht es um viel – für Land und Bund. Die […] (00)
Militärübung  des Iran
Teheran (dpa) - Der Iran droht im Falle eines Angriffs der USA auf die Kraftwerke des […] (00)
WHO-Chef Tedros
Genf/Khartum (dpa) - Im Sudan hat es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation […] (00)
Patrice Aminati
(BANG) - Bei Patrice Aminati wurde vor etwa drei Jahren schwarzer Hautkrebs […] (00)
Faltbares iPhone soll offenbar im Dezember geliefert werden
Laut einer aktuellen Forschungsnotiz des Apple-Analysten Tim Long für […] (00)
Fast 240.000 Spieler starten Crimson Desert gleichzeitig und fast die Hälfte davon ist enttäuscht
Crimson Desert ist am 19. März 2026 erschienen. Die Zahlen, die der Launch […] (00)
Ryan Gosling
(BANG) - Ryan Gosling hat "einige Gespräche" darüber geführt, die Rolle des Ghost […] (00)
 
 
Suchbegriff