ams Osram: Strategischer Stellenabbau trotz finanzieller Erholung
Der deutsch-österreichische Technologiekonzern ams Osram kündigt im Zuge größerer Umstrukturierungsmaßnahmen den Abbau von weltweit 2.000 Arbeitsplätzen an, wovon etwa die Hälfte in Europa betroffen ist. In Deutschland wird besonders das Halbleitergeschäft in Regensburg von diesem Einschnitt betroffen sein. Der Verlagerung der Produktion nach Asien, die aufgrund der Kostenoptimierung erfolgt, fällt eine niedrige bis mittlere dreistellige Anzahl an Jobs zum Opfer. Dies schafft Raum für moderne und hochautomatisierte Produktionsverfahren, so Firmenchef Aldo Kamper.
Ein weiterer Stellenabbau konzentriert sich auf das Lampengeschäft. Insbesondere die Standorte Herbrechtingen und Schwabmünchen sind betroffen. Letztere Stätte wird aufgelöst, was von der IG Metall kürzlich mit dem Verlust von 270 Stellen beziffert wurde. Trotz des Rückgangs im Halogenlampensegment, das sukzessive durch die fortschreitende Verbreitung von LEDs ersetzt wird, betont Kamper das langfristige Fortbestehen dieses Geschäftsbereichs. In Herbrechtingen sind von den personellen Maßnahmen bis 2029 rund 250 Mitarbeiter betroffen, was zwar signifikant ist, aber die langfristige Beschäftigung am Standort sichern soll.
In Asien sollen ebenfalls über 1.000 Stellen gestrichen werden. Der Abbau, der für das Unternehmen einen schmerzhaften, jedoch notwendigen Schritt darstellt, dient laut Kamper vordergründig der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Am Standort Herbrechtingen wird zudem auf sozialverträgliche Lösungen gesetzt, um betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.
Trotz dieser einschneidenden Maßnahmen zeigt die Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen von ams Osram einen positiven Trend. Das Unternehmen konnte den Jahresverlust nach Steuern auf 129 Millionen Euro eindämmen, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Bereich entwickelte sich besonders stark, obwohl ein hoher Schuldenstand nach wie vor besteht. Ein Teil dieser finanziellen Lasten konnte kürzlich durch den Verkauf eines Geschäftsbereichs an Infineon gemildert werden.

