Amrize auf Kurs: Nordamerikageschäft von Holcim vor US-Börsengang
Die Vorbereitungen für den Börsengang der Holcim-Tochter Amrize in den USA schreiten planmäßig voran. Beim Investorentag in New York verkündete Holcim, dass die Notierung an der US-Börse bis zum Ende des ersten Halbjahres erreicht werden soll. Um dies zu ermöglichen, hat Amrize eine solide Finanzierungsgrundlage geschaffen: Ein Überbrückungskredit von 5,1 Milliarden US-Dollar sowie eine zusätzliche Kreditlinie über 2 Milliarden US-Dollar stehen bereit.
Ein weiterer Meilenstein war die Präsentation der ersten mittelfristigen Wachstumsziele. Amrize rechnet von 2025 bis 2028 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 5 bis 8 Prozent. Zudem soll das bereinigte Ebitda jährlich um 8 bis 11 Prozent steigen. Diese ambitionierten Ziele sollen durch eine Mischung aus organischem Wachstum und strategischen Zukäufen erreicht werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen, auch Dividenden und Aktienrückkäufe einzuführen, um den Aktionären zusätzlichen Wert zu bieten.
Das vergangene Jahr 2024 war für Amrize bereits ein Erfolg: Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Dollar und einem operativen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar erwirtschaftete die Tochter von Holcim eine beachtliche operative Marge von 27 Prozent. Bislang hielt sich das Unternehmen mit konkreten Zielen zurück und hatte nur langfristige Prognosen bis 2030 veröffentlicht, die einen Umsatz von über 20 Milliarden Dollar in Aussicht stellten.
Auch in personeller Hinsicht ist Amrize nun vollständig aufgestellt. Jan Jenisch, bereits als Konzernchef von Holcim bekannt, wird die Führung als Unternehmenschef übernehmen und gleichzeitig über das Präsidium im Verwaltungsrat wachen. Finanzchef wird Ian Johnston, der seine Erfahrung als Finanzchef von Holcim Nordamerika einbringt. Die Geschäftsbereiche Building Materials und Building Envelope werden künftig von Jaime Hill und Jake Gosa geleitet. Das Leitungsteam umfasst insgesamt zehn erfahrene Mitglieder.
Holcims Entscheidung, das Nordamerikageschäft abzuspalten, hängt mit den erwarteten enormen Investitionen der US-Regierung zusammen. Laut Jan Jenisch stehen der Bauindustrie "nie dagewesene Ausgaben" bevor, die Holcim durch die Abspaltung optimal nutzen möchte.

