Amerikas Selbstschwächung: Ein Spiel mit hohem Einsatz
Die Politik der USA zeigt derzeit verschiedene Widersprüche, die Fragen über die Strategie der Regierung unter Präsident Trump aufwerfen. Zielte er darauf ab, die Abhängigkeit von China und anderen Exportnationen zu minimieren, Einnahmen aus Zöllen für umfangreiche Steuersenkungen zu nutzen, oder vorrangig neue Handelsabkommen auszuhandeln? Diese Ziele scheinen sich gegenseitig auszuschließen und werfen Fragen über die Vorstellungskraft der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik auf.
Verhandlungspartner Trumps haben mittlerweile erkannt, dass Marktbewegungen und die Angst vor Inflation überzeugen können. Noch nie war die Diskrepanz zwischen einem soliden wirtschaftlichen Blatt und einer schwachen Verhandlungsführung so deutlich zu beobachten. Ein Beispiel für die Konsequenzen dieser Taktik zeigt sich im Konflikt um das iranische Atomprogramm.
Die Unterredungen mit Teheran deuten auf die Notwendigkeit von Kompromissen hin — eine Situation, die durch das Aufkündigen des Atomabkommens in Trumps erster Amtszeit selbst herbeigeführt wurde. Der Fokus der "America First"-Politik hat anscheinend dazu beigetragen, Gegner der USA eher zu stärken als zu schwächen.

