Amazon einigt sich auf Milliardenvergleich wegen Prime-Abonnement-Fallen
Der Technologie- und Einzelhandelsriese Amazon hat angekündigt, Milliarden an Rückerstattungen und Strafzahlungen zu leisten, um Vorwürfe irreführender Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit dem Prime-Abonnementdienst beizulegen, wie die Regierung verlauten ließ.
Das Unternehmen, das zu den weltweit wertvollsten zählt, hat sich bereit erklärt, eine zivilrechtliche Strafe von 1 Milliarde US-Dollar sowie 1,5 Milliarden US-Dollar an Kundenrückerstattungen zu zahlen, so die Federal Trade Commission (FTC). Diese Strafe ist laut Regierung die bisher höchste, die mit einem Verstoß gegen die FTC verbunden ist und beendet ein über zwei Jahre laufendes Verfahren. Amazon räumte im Rahmen des Vergleichs kein Fehlverhalten ein.
Laut Andrew Ferguson, dem Vorsitzenden der FTC, habe Amazon „raffinierte Abonnementfallen verwendet, um Verbraucher dazu zu manipulieren, sich bei Prime anzumelden, und es dann extrem schwierig gemacht, das Abonnement zu kündigen.“ Kunden, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, sollen eine Rückerstattung von 51 US-Dollar erhalten, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.
Ein Vergleich über 2,5 Milliarden erscheint im Vergleich zur Marktkapitalisierung Amazons von über 2 Billionen US-Dollar relativ klein. Angesichts der bevorstehenden, potenziell hohen Ausgaben für den Urlaub scheint eine Rückerstattung von 51 US-Dollar gering. Verbraucher sollten dies als Erinnerung sehen, die AGBs beim Online-Shopping oder an anderen Orten genau zu lesen, da Händler bestrebt sind, das Ausgeben zu erleichtern.
Die FTC erklärte in ihrer Stellungnahme, dass Amazon "verwirrende und irreführende" Benutzeroberflächen geschaffen habe, die Verbraucher unbewusst zur Anmeldung bei Prime geführt haben und dass es "komplex und schwierig" sei, den Dienst zu kündigen. Das Unternehmen hat sich bereit erklärt, einen klar und auffällig gestalteten Knopf zur Ablehnung von Prime zu schaffen und die Kündigung des Dienstes zu erleichtern.
Ein Amazon-Sprecher erklärte, man arbeite unermüdlich daran, die Anmeldung und Kündigung von Prime für Kunden klar und einfach zu gestalten und den vielen Millionen treuen Prime-Mitgliedern weltweit einen erheblichen Mehrwert zu bieten. Man werde weiterhin daran arbeiten.
Amazons Prime-Service, der neben Versandvorteilen auch Musik- und Videostreaming bietet, kostet rund 15 US-Dollar im Monat oder 140 US-Dollar im Jahr. Schätzungen zufolge hat der Dienst weltweit etwa 200 Millionen Mitglieder.

