Alphabet atmet auf: Gerichtsurteil beflügelt Aktien
Die Investoren des Google-Mutterkonzerns Alphabet können aufatmen, denn im vorbörslichen Handel an der New Yorker Börse stiegen die beiden Aktiengattungen um bis zu sechs Prozent. Grund für den Kursaufschwung war das gescheiterte Vorhaben der US-Regierung, den Internetriesen zu zerschlagen. Nach einer kurzen Kurs-Pause nähern sich die Aktien wieder ihren Rekordhöhen.
Unter der Leitung von Richter Amit Mehta entschied das Gericht in Washington, dass Alphabet nicht gezwungen werden kann, Browser Chrome und das Betriebssystem Android zu veräußern. Der Vorstoß der Regierung wurde als überzogen gewertet. Bereits 2020, am Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, war die Klage eingereicht worden.
Für die Händler war der Entscheid ein klarer Rückschlag für die Regierung, wobei die angestrebten Maßnahmen der Kartellbehörden weit verfehlt wurden. Mark Mahaney von Evercore bezeichnet das Urteil als 'befreiende Nachricht' und sieht Alphabet-Aktien gestärkt als seinen 'Top Pick'. Doug Anmuth von JPMorgan hebt hervor, dass der Entscheid das Warten wert war und das Marktumfeld für Suchmaschinen maßgeblich durch Künstliche Intelligenz verändert wurde. Mit neuen Kurszielen von 260 US-Dollar sieht er großes Potenzial.
Obwohl der Richter exklusive Verbreitungsvereinbarungen untersagte, entspricht dies den Erwartungen, so Anmuth. Alphabet darf gleichwohl anderen Unternehmen wie Apple für die Vorinstallation seiner Dienste zahlen, was die Apple-Aktie um 2,8 Prozent steigen ließ. UBS-Analyst David Vogt schätzt, dass Apple weiterhin jährlich 20 bis 25 Milliarden Dollar von Google erhält.
Alphabet muss künftig einige Suchmaschinendaten mit Wettbewerbern teilen, was Diskussionen über die Auswirkungen auf KI-Entwickler anregen könnte. Für Analyst Brad Erickson von RBC ist jedoch das Risiko, den Webbrowser Chrome zu verlieren, nun gebannt.

