Alkohol in Deutschland: Rückläufiger Konsum und veränderte Verhaltensweisen
Ein deutlicher Trend abnehmenden Alkoholkonsums zeichnet sich in Deutschland ab. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage gaben im vergangenen Jahr 68 Prozent der Befragten an, alkoholische Getränke konsumiert zu haben – ein Rückgang von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2015. Diese Entwicklung spiegelt einen stärkeren Fokus auf gesundheitliche Aspekte wider. So ist für 38 Prozent derjenigen, die ihren Konsum verringert oder eingestellt haben, die gesundheitsschädigende Wirkung des Alkohols ein wesentlicher Grund. Ein weiteres Viertel der Befragten sieht alkoholfreie Lebensfreude als wesentlichen Verzichtsgrund. Zudem halten 25 Prozent aus konkreten gesundheitlichen Gründen Abstand.
Die YouGov-Marktforscherin Anouk Buskens stellt fest: „Alkohol verliert zunehmend an Alltäglichkeit, und gesundheitliche Aspekte fließen stärker in Kaufentscheidungen ein.“ Diese bewusste Konsumzurückhaltung spiegelt sich über alle Altersgruppen hinweg wider, wobei die Generation Z am seltensten zum Glas greift. Nur 61 Prozent dieser Altersgruppe konsumieren noch Alkohol, und eine signifikante Zahl hat den Konsum in den letzten fünf Jahren eingeschränkt, häufig aus gesundheitlichen Erwägungen.
Interessanterweise zeigt sich bei den Babyboomern ein anderes Bild. Die Lust auf Alkohol hält sich hier mit 65 Prozent Konsumquote vergleichsweise stabil, während lediglich 30 Prozent etwas für die Gesundheit tun und ihren Konsum reduzieren.
Der „Dry January“-Trend wirkt als Verstärker dieser Entwicklungen, wenn im Januar viele Menschen bewusst auf alkoholhaltige Getränke verzichten. Dieser Trend spiegelt sich in einem Rückgang der monatlichen Käuferzahlen von 57,7 Millionen im Januar 2022 auf 51,2 Millionen im Januar 2025 wider.
Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich recht günstige Preise für Alkohol aufweist, bleibt der Pro-Kopf-Konsum bemerkenswert. Im Jahr 2022 konsumierte eine Person ab 15 Jahren durchschnittlich 11,2 Liter reinen Alkohol, womit Deutschland in Europa auf Platz neun rangiert. Der Rückgang des Konsums binnen eines Jahrzehnts zeigt jedoch, dass ein Wandel in den Trinkgewohnheiten Einzug hält.

