Alibaba verstärkt Bemühungen, Marken von Amazon zu gewinnen
Die Alibaba Group setzt verstärkt auf ihr globales E-Commerce-Portal AliExpress, um international an Boden zu gewinnen und Amazon.com direkt Konkurrenz zu machen. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, renommierte Marken von der Amazon-Plattform auf AliExpress zu ziehen, indem attraktive Anreize wie niedrigere Versandkosten und geringe Verkaufsgebühren angeboten werden. Dies geschieht, um die Kundenbasis in wichtigen Wachstumsmärkten wie Europa und Lateinamerika auszuweiten.
Der chinesische Online-Handelsgigant plant zudem, das große Spektrum an Marken, das auf der heimischen E-Commerce-Plattform T-Mall bereits präsent ist, zu nutzen und für AliExpress zu gewinnen. Konkrete Angaben zur Investitionshöhe in diese Initiative werden von informierten Kreisen jedoch zurückgehalten. AliExpress hat derzeit bereits bedeutende Marken wie den Smartphone-Hersteller Xiaomi und den Plüschspielzeug-Hersteller Pop Mart im Portfolio.
Vor rund zehn Jahren versuchte Alibaba, auf dem US-Markt Fuß zu fassen, verkaufte jedoch das lokale Geschäft bald an einen Wettbewerber. Doch die Erfolge von PDD Holdings' Temu und Shein ermutigen Alibaba, neue Wege zur Expansion in den USA und Europa zu erkunden. AliExpress ist dort bislang zwar tätig, konnte aber noch keine signifikanten Erfolge gegen Amazon verbuchen. International operiert Alibaba zudem mit regionalen Marken wie Lazada in Südostasien und Trendyol in der Türkei.
Obwohl Alibaba in diesem Jahr verkündet hat, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz im Fokus steht, bleibt der E-Commerce-Sektor das Kerngeschäft. Diese Sparte ist so essenziell, dass Gründer Jack Ma maßgeblich daran beteiligt war, dass bis zu 50 Milliarden Yuan in Subventionen investiert werden, um gegen JD.com zu bestehen. Die internationale E-Commerce-Einheit von Alibaba konnte im letzten Quartal ein Umsatzwachstum von 19 % vorweisen, arbeitet aber weiterhin daran, in die Gewinnzone zu kommen.
In einem spannungsreichen geopolitischen Umfeld wagt Alibaba diese neuen Schritte, während die US-Politik unter Donald Trump auf Handelshindernisse setzt. Die Konkurrenz, wie Temu, hat daher tiefe Preisnachlässe eingeführt, um auf dem amerikanischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

