Aktivrente: Ein zweischneidiges Schwert gegen den Fachkräftemangel
Die Einführung der Aktivrente als Mittel im Kampf gegen den Fachkräftemangel scheint auf den ersten Blick eine verlockende Lösung darzustellen. Die Idee, finanzielle Anreize zu schaffen, um Regelaltersrentner im Arbeitsmarkt zu halten, ist verführerisch einfach. Doch bei genauer Betrachtung offenbaren sich diverse Schwächen im Konzept.
So ist der Vorteil eines Freibetrages ausschließlich auf angestellte Ruheständler beschränkt, während Selbstständige und Beamte leer ausgehen. Dies erweckt den Anschein, dass vor allem jene profitieren, die auch ohne zusätzlichen Bonus weiterarbeiten würden. Für den Staat bedeutet das einen Verzicht auf erhebliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.
Daher rückt die Rolle der Arbeitgeber in den Fokus. Es wird zunehmend ihre Aufgabe sein, attraktive und flexible Beschäftigungsmodelle für ältere Arbeitnehmer zu schaffen und diese auch tatsächlich einzustellen. Gleichzeitig gibt es hausgemachte Herausforderungen bei der Regierung. Solange das durchschnittliche Renteneintrittsalter weiterhin konstant bei 64 Jahren stagniert und nicht dem gesetzlichen Renteneintrittsalter angepasst wird, bleibt Handlungsbedarf bestehen. Eine Erhöhung der Abschläge bei Frührenten könnte ein Hebel sein, um das tatsächliche Renteneintrittsalter zu beeinflussen.

