Aktienmarkt profitiert von guten Unternehmenszahlen und Ukraine-Hoffnungen
Der Erholungskurs des deutschen Aktienmarkts setzte sich am Mittwoch erfolgreich fort, gestützt durch überwiegend positive Unternehmenszahlen und neue Hoffnungen auf eine Beilegung des Ukraine-Konflikts. Der Dax näherte sich im frühen Handel der Marke von 24.000 Punkten und erreichte zuletzt einen Stand von 23.955 Punkten, was einem Anstieg von 0,5 Prozent entspricht. Der MDax der mittelgroßen Werte kletterte um 0,8 Prozent auf 31.077 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verzeichnete ein Plus von 0,5 Prozent.
Insiderinformationen, die Bloomberg vorliegen, deuten darauf hin, dass Russland möglicherweise Zugeständnisse erwägt, um US-Präsident Donald Trump dazu zu bewegen, auf angedrohte Sanktionen zu verzichten. Hierzu könnte ein Waffenstillstand mit der Ukraine gehören. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff ist bereits in Moskau eingetroffen, um über einen möglichen Waffenstillstand mit der russischen Führung zu verhandeln, bevor ultimative Fristen ablaufen.
In der Zwischenzeit stehen auch die jüngsten Unternehmenszahlen im Fokus der Anleger. Mehrere Dax-Unternehmen haben ihre aktuellen Geschäftsergebnisse vorgelegt.
Vonovia präsentierte sich besonders optimistisch und hob seine Jahresziele nach einem Anstieg des bereinigten operativen Gewinns um 12 Prozent im ersten Halbjahr an. Die Aktien des größten Wohnimmobilienkonzerns Deutschlands führten die Dax-Gewinnerliste mit einem Plus von 5,1 Prozent an.
Siemens Energy hingegen meldete einen Anstieg der Auftragseingänge im dritten Geschäftsquartal auf 16,6 Milliarden Euro, doch die Aktien verloren trotz Umsatz- und Gewinnzuwächsen 2,0 Prozent. Dieser Rückgang wird auf die als "durchwachsen" bezeichnete Analyse von UBS-Expertin Supriya Subramanian zurückgeführt.
Zalando stockte seinen Ausblick durch die Übernahme von About You auf, dennoch fiel die Performance mit einem Umsatzwachstum von 7,3 Prozent im zweiten Quartal enttäuschend aus, weshalb die Aktien um 3,8 Prozent nachgaben.
Beiersdorf sah sich im Bereich Hautpflege mit einer schwächelnden Nachfrage konfrontiert, was eine Korrektur der Jahresprognose zur Folge hatte. Die Aktien fielen um 10 Prozent.
Positiv aufgestellt zeigte sich die Commerzbank, die nach einem starken zweiten Quartal ihr Gewinnziel für 2025 anhob. Bei einem operativen Gewinnwachstum von 34 Prozent kletterten die Aktien um 0,3 Prozent.
Fresenius hob das Wachstumsziel an, nachdem das organische Umsatzplus im zweiten Quartal fünf Prozent betrug. Obwohl das bereinigte operative Ergebnis um ein Prozent sank, übertraf es die Erwartungen der Analysten und brachte den Aktien ein Plus von 1,4 Prozent ein.
Für Bayer ging es nach der Veröffentlichung endgültiger Quartalszahlen um 4,9 Prozent bergab, was Analyst Chris Counihan als Bestätigung bereits bekannter Eckdaten vermerkte.

