Aktien: Investieren in Einzelwerte oder doch besser in den breiten Markt
Frei handelbare Anteilsscheine an Unternehmen (Aktien) stellen bereits seit Jahrzehnten eine profitable Anlageklasse dar. Nicht zu unrecht werden Aktien oft in einem Atemzug mit Immobilien oder Edelmetallen genannt. Erhält man mit Ihnen doch Anteile an realen Unternehmen und somit in vielen Fällen auch Anspruch auf einen Teil der erzielten Gewinne, sofern eine Dividende ausgeschüttet wird. Allerdings gehen mit dem Aktienkauf auch einige Risiken einher, schließlich setzt man hier sozusagen "alles auf eine Karte" bzw. ein bestimmtes Unternehmen. Eine Diversifikation in Fonds oder ETFs wird daher von vielen propagiert, ist aber nicht immer der richtige Weg.
Chancen und Verlustrisiken bei Einzelaktien
Für einen Außenstehenden ist die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens alles andere als leicht vorherzusagen. Fehlen einem hier doch Einblicke in die Details der Unternehmensführung und manchmal auch die Fähigkeiten, die Gesamtlage überhaupt beurteilen zu können. Zudem stellt sich stets grundsätzlich die Frage, welche Überlegungen der Markt bereits eingepreist hat und welche nicht. Von daher kann man zwar bei der Auswahl der Einzelaktien den richtigen Riecher haben, aber auf der anderen Seite auch schnell einmal daneben greifen. Die Frage, Was sind Aktien eigentlich genau, sollte man sich als derjenige, der in Einzelwerte investiert, nicht mehr stellen müssen.
Das Zauberwort lautet bei Aktien Diversifizierung! Nie sollte man einfach alles auf einen einzigen Wert setzen, sondern gerade wenn ein größeres Vermögen im Spiel ist breit streuen. Ein Portfolio mit zum Beispiel 30 verschiedenen Aktien, birgt zwar immer noch im Einzelfall ein hohes Verlustrisiko, doch betrachtet man es als Ganzes, so sind die Risiken überschaubar. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Gewinne eines anderen Unternehmens die Verluste des einen ausgleichen und wählt man sein Portfolio geschickt und Zukunfts-orientiert aus, so hat man gute Chancen brauchbare Renditen zu erzielen. Ganz nebenbei lernt man auch etwas über internationale Finanzmärkte.
ETFs als gebündelte Alternative
Da es aber auch so manch einen Anleger gibt, der mit dem Auf und Ab von Einzelwerten nicht so gut umgehen kann, oder so manch einer vielleicht auch gar nicht so tief in die Thematik einsteigen möchte, haben sich ETFs sehr stark verbreitet. Über einen ETF kann der Anleger ganz einfach breit in einen Index wie zum Beispiel den DAX oder den SMP 500 investieren. Dabei übernehmen Fondsgesellschaften die Verteilung des Kapitals und stellen das Ganze als ein gebündeltes Finanzprodukt bereit.
Der Vorteil ist hier, dass man ebenso wie beim Kauf vieler Einzelaktien diversifiziert, man sich hier jedoch die Verwaltung spart und außerdem noch einmal eine Ordergebühr, die ansonsten für jeden Einzelkauf fällig wird. Gerade für kleinere Langfrist-Anleger sind ETFs daher oft eine gute Option. Nachteilig ist jedoch die Tatsache, dass man "blind" investiert. Man kauft einfach alles, was ich in einem ausgewählten Index befindet, ohne selbst zwischen gut und schlecht zu unterscheiden. Gerade ambitioniertere Anleger wollen oft genau das.
Alles hängt vom Anleger-Typ ab
Die Frage, ob es nun besser ist in einzelne Aktien zu investieren oder mittels ETF in den breiten Markt, kann nicht einfach pauschal beantwortet werden. Hier spielen Faktoren wie die folgenden eine Rolle:
- Wie viel Zeit möchte man in Recherche, Auswahl und Rebalancing investieren?
- Wie hoch ist überhaupt das zur Anlage zur Verfügung stehende Kapital?
- Wie viel Risiko möchte man fahren?
- Wie sehen die Konditionen für eine Order beim eigenen Broker aus?
- Gibt es überhaupt ETFs die den eigenen Anlagewunsch möglichst gut abbilden?
Je nachdem, wie man sich diese Punkte individuell beantwortet und wie man diese gewichtet, ist eher zur einen oder der anderen Variante zu raten. Eine mögliche dritte Alternative könnten auch aktiv gemanagte Fonds sein, wobei hier anzumerken wäre, dass diese nur selten eine langfristige Outperformance im Vergleich mit gängigen ETFs bzw. einen entsprechenden Vergleichsindex aufweisen und zudem oft hohe Verwaltungsgebühren mit sich bringen.


