Airbus: Aufstieg mit Herausforderungen und ambitionierten Zielen für 2026

Airbus strebt an, im Jahr 2026 so viele Verkehrsflugzeuge wie niemals zuvor an seine Kunden zu übergeben. Der Vorstandsvorsitzende Guillaume Faury plant, rund 870 Maschinen zu liefern und damit den Rekord von 2019 zu brechen. Allerdings geht der Produktionsanstieg langsamer voran als ursprünglich erhofft, was vor allem Verzögerungen seitens des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney geschuldet ist. Dies hat bereits zu einem Kursrückgang von vier Prozent auf Tradegate geführt, da Analysten mit höheren Lieferzahlen rechneten. Probleme bereiten zudem langfristige Pläne für das beliebte Airbus-Modell A320neo. Entgegen früherer Zielvorgaben wird mit einer stabilen monatlichen Produktionsrate von 75 erst nach 2027 gerechnet. Auch das kleinere Modell A220 erfährt Anpassungen im Zeitplan.
Trotz dieser Herausforderungen erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr ein bereinigtes Ebit von etwa 7,5 Milliarden Euro, was unter den Erwartungen der Branchenexperten liegt. Vergangene Engpässe bei Triebwerken und Qualitätsmängel bei Rumpfteilen sorgten dafür, dass Airbus 2025 weniger als die ursprünglich anvisierten 820 Jets ausliefern konnte. Dennoch übertraf das Unternehmen seine Finanzziele für das Jahr und erzielte ein Umsatzwachstum von sechs Prozent sowie einen deutlich gestiegenen operativen Gewinn. Die Dividende soll um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie erhöhen werden, ein Zeichen des finanziellen Erfolgs trotz operativer Schwierigkeiten.
Der Konkurrent Boeing befindet sich derweil weiterhin in der Krise, behindert durch Qualitätsprobleme und Sicherheitsbedenken, die auf frühere Vorfälle zurückgehen. Zwar gelang es Boeing, den ersten Jahresgewinn seit 2018 zu erzielen, doch wurde dieser primär durch den Verkauf einer Sparte ermöglicht. Im operativen Tagesgeschäft bleibt der US-Konzern rote Zahlen schreiben, auch wenn sich die Auslieferungszahlen auf 600 Maschinen verbesserten.

