AI-Startups: Zwischen Wachstum und drohendem Kollaps
Im derzeitigen Boom der künstlichen Intelligenz erleben zahlreiche Startups ein rasantes Wachstum, das oftmals ohne solide datenbasierte Grundlagen erfolgt. Julie Zhuo, ehemalige Vizepräsidentin von Facebook und Mitbegründerin des AI-Analytics-Unternehmens Sundial, betonte, dass viele dieser Unternehmen schnellen Erfolg erzielen, ohne über die nötige Infrastruktur für Datenanalyse zu verfügen. So wachsen einige dieser Firmen in atemberaubender Geschwindigkeit, oft mit nur wenigen Mitarbeitenden, zu beeindruckenden Umsätzen und Nutzerzahlen heran. Jedoch warnt Zhuo davor, dass ohne ein durchdachtes Datengerüst die Antworten auf zentrale Businessfragen fehlen könnten, sobald das Wachstum abflacht.
Ein traditionelles langsameres Wachstum erlaubte es Unternehmen früher, ihre Datenteams aufzubauen und Systeme zu etablieren, um Nutzerverhalten genauer zu analysieren – eine Entwicklung, die heute oft vernachlässigt wird. Zhuo appelliert, in der AI-Ära neue Erfolgsmetriken zu nutzen, insbesondere für Produkte rund um Chatbots und Konversationsschnittstellen. Sie schlägt innovative Analysemethoden vor, wie den Einsatz von maschinellem Lernen zur Ermittlung von Nutzerintentionen.
Angesichts der immensen Kapitalflüsse, die AI-Startups derzeit verzeichnen, wächst die Sorge, dass die aktuelle Euphorie in einer Blase enden könnte, ähnlich der Dotcom-Krise von 2000. Hoch angesehene Persönlichkeiten wie Sam Altman, CEO von OpenAI, äußern Zweifel an der mentalen Verfassung der Investoren und an der Marktbewertung kleiner AI-Firmen. Er betonte die Bedeutung von AI als revolutionäres Ereignis, warnt jedoch vor einer übermäßigen Enthusiasmusspirale bei Investoren.

