Ärztetags-Eröffnung: Patientenversorgung zwischen Effizienz und Qualität
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hebt die Bedeutung eines sorgfältigen Umgangs mit Reformen zur finanziellen Stabilisierung im Gesundheitswesen hervor und warnt vor generellen Kürzungen. Anlässlich der Eröffnung des Deutschen Ärztetags in Leipzig betonte Reinhardt, dass die Politik anerkennen müsse, dass das Gesundheitswesen mehr ist als ein reiner Kostenposten, der durch pauschale Sparmaßnahmen effizienter gestaltet werden kann.
Vielmehr strebe man ein qualitativ hochwertiges System an, das zugleich für künftige Generationen bezahlbar sei. Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sieht sich durch steigende Kosten mit drohenden Finanzengpässen konfrontiert. Um dieser Entwicklung zu begegnen, schlägt Reinhardt zweckgebundene Abgaben auf gesundheitsgefährdende Produkte wie Zucker, Alkohol und Tabak vor. Diese Maßnahmen könnten nicht nur die finanzielle Stabilität sichern, sondern auch einen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten.
Bei den versicherungsfremden Leistungen, die auf die Krankenkassen zukommen, sieht der Ärztepräsident Reformbedarf und betont, dass der gegenwärtige Zustand untragbar sei. Zudem unterstützt die Bundesärztekammer die Pläne der neuen schwarz-roten Koalition, Hausärzte als primäre Anlaufstellen zu etablieren, die ebenfalls die Koordination von Überweisungen an Fachärzte übernehmen sollen.
Die Ausgestaltung dieser Pläne sei jedoch von entscheidender Bedeutung, so Reinhardt. Er warnt vor einer "Behandlungskoordination mit der Brechstange", die durch Garantien für zügige Facharzttermine möglicherweise überstürzt wird. Eine schnelle Terminvergabe dürfe nicht verordnet werden, ohne die zugrundeliegenden Strukturen entsprechend anzupassen.

