Ältere Verkehrsteilnehmer im Fokus: Medizinische Notfälle als Risiko
Eine aktuelle Untersuchung der Björn Steiger Stiftung beleuchtet die Bedeutung gesundheitlicher Probleme als Ursache schwerer Verkehrsunfälle bei älteren Fahrern. Ihr Bericht verdeutlicht, dass mit zunehmendem Alter der Unfallverursacher auch die Häufigkeit körperlicher und geistiger Mängel als Unfallursache steigt. Der Leiter der Unfallforschung, Siegfried Brockmann, erklärt, dass vor allem bei Menschen zwischen 75 und 84 Jahren in 13 Prozent der Fälle medizinische Notfälle wie Schwindel oder Herzinfarkte eine Rolle spielen. Diese rangieren damit auf Platz zwei hinter Missachtung der Vorfahrt.
In der Altersgruppe der über 85-Jährigen sind gesundheitliche Einschränkungen gleich oft Ursache wie Vorfahrtfehler. Dies steht im deutlichen Kontrast zu jüngeren Fahrern zwischen 25 und 64 Jahren, bei denen nur vier Prozent der Unfälle auf körperliche oder geistige Mängel zurückzuführen sind. Hier dominiert die nicht angepasste Geschwindigkeit als Hauptursache.
Diskutiert wird die Einführung verpflichtender Gesundheitstests für ältere Fahrerinnen und Fahrer, doch Brockmann hält diese für wenig zielführend. Er sieht Hausärzte in der Verantwortung, problematische Fälle besser zu identifizieren. Eine Lösung könnte ein neues Frage- und Untersuchungsverfahren sein, das gemeinsam mit Künstlichen Intelligenz-Assistenten im Auto helfen soll, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Die Björn Steiger Stiftung engagiert sich seit über 50 Jahren für die Verbesserung der Notfallhilfe in Deutschland und sieht in der Unterstützung durch innovative Technologien einen wichtigen Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

