AE Group zieht Konsequenzen: Werksschließungen in Thüringen und Hessen
Die Automobilzulieferbranche steht vor einer weiteren Herausforderung: Die AE Group hat angekündigt, ihre Produktionsstandorte in Gerstungen und Nentershausen zum Ende dieses Jahres zu schließen. Diese Maßnahme betrifft insgesamt etwa 650 Mitarbeiter, wobei der Großteil, nämlich 549 Angestellte, im thüringischen Gerstungen und 134 in Nentershausen ansässig sind. Die Nachricht kommt nach einem Jahr erfolgloser Investorensuche, die die Hoffnungen der Unternehmensführung, den Geschäftsbetrieb durch eine Übernahme zu sichern, endgültig zunichtemachte.
Die AE Group, die vor allem für ihre Aluminiumgussteile bekannt ist, musste bereits im vergangenen Jahr Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Der Vorstand hatte auf eine Sanierung durch das Insolvenzverfahren gehofft, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Den verbliebenen Mitarbeitern wird ein Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten, die einen Sozialplan mit Lohnzahlungen bis zu sechs Monaten umfasst. Zudem wird es Weiterqualifizierungsangebote geben, um die Betroffenen beim Übergang zu neuen beruflichen Herausforderungen zu unterstützen.
Insolvenzverwalterin Romy Metzger erklärte, dass die gescheiterte Investorensuche die tiefgreifenden Probleme in der Automobilindustrie offenbare. Steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie geopolitische Unsicherheiten haben das Umfeld für Investitionen in Deutschland unattraktiv gemacht. Zusätzlich belastet ein verschärfter Sparkurs von Automobilherstellern wie VW die Zulieferindustrie. Dabei ist die deutsche Schwesterfirma nicht der einzige Problempatient: Auch die polnische Schwestergesellschaft "AE Group Polska" musste im Juni Insolvenz anmelden und hat den Betrieb bereits eingestellt.

