Adyen trotzt Schwankungen: Wachstumsziele unter Trumps Einfluss verändert
Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen gerät infolge des von Donald Trump initiierten Handelskonflikts ins Straucheln und muss seine Wachstumsprognose nach unten korrigieren. Trotz enttäuschender Geschäftszahlen im ersten Halbjahr bestätigt das Unternehmen seine Margenprognose und hält die mittelfristigen Wachstumsaussichten für stabil.
Die im EuroStoxx 50 gelistete Adyen-Aktie erlebte einen dramatischen Kursverfall, obwohl das Management Zuversicht hinsichtlich der zukünftigen Marge verbreitet. Im ersten Halbjahr verursachten Zolldrohungen Schwierigkeiten, die zu einer geringeren Abwicklung von Zahlungen führten.
Dies beeinflusst die Wachstumsbeschleunigung für 2023 negativ, so die Mitteilung des Unternehmens aus Amsterdam. Unter Ausschluss von Währungseffekten erwartet Adyen eine ähnliche Umsatzsteigerung wie im ersten Halbjahr.
Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten um 20 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro, bereinigt um Währungseinflüsse sogar um 21 Prozent. Im Jahr 2024 betrug die Umsatzsteigerung noch 23 Prozent, das entsprach etwa zwei Milliarden Euro.
Gleichzeitig legte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 28 Prozent auf 544 Millionen Euro zu, während die operative Marge um vier Prozentpunkte auf 50 Prozent stieg. Die Erwartungen an eine fortgesetzte Steigerung der Marge bleiben bestehen, wenn auch in gemäßigtem Tempo.
Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen sowie die reduzierte Wachstumsprognose versetzten Anleger in Sorge, was zu einem temporären Kursabsturz der Aktie um bis zu 20 Prozent auf 1.165 Euro führte. Am Nachmittag stabilisierte sich der Kurs leicht, notierte aber immer noch rund achteinhalb Prozent niedriger bei 1.339 Euro und bleibt damit der schwächste Wert im Eurozonen-Leitindex.
Der jüngste Kursrutsch setzt die Aktie auch im Jahresschnitt ins Minus. Diese unterlag bereits mehrfach stärkeren Schwankungen: Einst erholte sich der Kurs von 1.146 Euro auf etwa 1.750 Euro, fiel in letzter Zeit jedoch konstant.
Seit ihrem Rekordhoch von 2.835 Euro im Herbst 2021 hat die Aktie massiv an Wert eingebüßt, schwankte 2023 zeitweise sogar bis hinab auf 600 Euro, bevor sie sich wieder deutlich erholen konnte. Seit Adyens Börsengang 2018 erfreut sich das Papier großer Nachfrage und stieg von einem Ausgabepreis von 240 Euro rasant.
Die Marktbewertung wuchs von anfänglich 7,5 Milliarden Euro auf zuletzt 40 Milliarden Euro an. Profiteur der steigenden Transaktionen im Onlinehandel, zählt Adyen namhafte Unternehmen wie Booking.com, Delivery Hero, Ebay, Easyjet, Spotify und Zalando zu seinen Kunden.

