Adolf Rosenberger: Der vergessene Mitgründer von Porsche
Eine kürzlich erschienene Studie rückt den jüdischen Rennfahrer und Unternehmer Adolf Rosenberger, Mitgründer des legendären Autobauers Porsche, in den Fokus. Historiker Joachim Scholtyseck beschreibt, wie Rosenberger während der NS-Zeit schrittweise aus dem Unternehmen gedrängt wurde. Obwohl er in den USA als Alan A. Robert bekannt war und dort später lebte, bleibt Rosenberger in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend vergessen.
Rosenberger hatte 1931 gemeinsam mit Ferdinand Porsche und Anton Piëch die Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH gegründet und war in der Anfangszeit des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Sein Ausscheiden aus der Porsche-Geschäftsführung im Jahr 1933 und die darauffolgende Verdrängung aus dem Unternehmen 1935 durch politischen Druck hinterlassen einen dunklen Schatten auf der Geschichte eines der bekanntesten Automobilhersteller der Welt. Porsche selbst steht zu seiner Verantwortung und sieht die unabhängige Studie als wesentlichen Beitrag zur Erinnerungsarbeit.
Ferdinand Porsche, obwohl als technischer Visionär gefeiert, hatte seinerseits Verbindungen mit dem Nazi-Regime, die seiner Person eine umstrittene Dimension hinzufügen. Das Projekt, initiiert von der Adolf Rosenberger gGmbH und Porsche, befasst sich mit der frühen Unternehmensgeschichte, wobei wesentliche Quellen bisher unberücksichtigt geblieben waren. Rosenberger emigrierte 1938 in die USA und starb 1967 in Los Angeles, jedoch blieben die Bemühungen um Restitution in Deutschland oft unbefriedigend.

