Adidas setzt auf Flexibilität: Abschied von der Tarifbindung
Adidas, der zweitgrößte Sportartikelhersteller weltweit, hat entschieden, sich von der Tarifbindung in Deutschland zu lösen. Diese Neuigkeit wurde durch eine Sprecherin des Unternehmens bestätigt, die die Information von der Gewerkschaft IG BCE erhalten hatte. In einer Mitgliedschaft ohne Tarifbindung im Arbeitgeberverband sieht Adidas einen Vorteil. Der Konzern argumentiert, dass die bestehende Tarifstruktur ihre Flexibilität eingeschränkt hat. Man wolle sicherstellen, dass die Gehälter wettbewerbsfähig und die Entwicklungsmöglichkeiten für alle Mitarbeitenden, sowohl tariflich als auch außertariflich, attraktiv bleiben. Insbesondere fordert Adidas mehr Freiheit, um Gehaltsstrukturen selbst zu gestalten, anstatt die Zahl der Entgeltgruppen zu erhöhen. Die Gewerkschaft IG BCE reagierte mit scharfer Kritik auf den Schritt und nannte ihn 'grob unsportlich'. Die stellvertretende Vorsitzende, Birgit Biermann, betonte, dass Adidas nun den Weg der Sozialpartnerschaft verlasse und die Beschäftigten künftig den Entscheidungen des Managements ausgesetzt seien. Die Gewerkschaft wies darauf hin, dass die neue Regelung für außertariflich Beschäftigte zahlreiche Vorteile, wie geregelte Arbeitszeiten und bezahlte Überstunden, mit sich gebracht hätte. Trotz des Austritts aus der Tarifgemeinschaft versicherte Adidas, dass vereinbarte Lohnerhöhungen der Tarifrunde für die 4.600 tariflich Beschäftigten in Deutschland weiterhin gelten würden.

