Abgang der Ford-Betriebsratsführung: ein Neuanfang in Saarlouis
Der Betriebsrat von Ford in Saarlouis steht vor einem umfassenden Wandel. Der langjährige Vorsitzende Markus Thal und sein Stellvertreter Holger Michel haben ihren Rückzug bekanntgegeben. Während Michel das Unternehmen bereits Ende November verlässt, plant Thal, bis zum Anlauf des Programms 'Ford 1000' und der Neustrukturierung des Betriebsrats, zu bleiben. Thal hat seinen endgültigen Abschied im ersten Quartal 2026 angekündigt. Bezüglich ihrer zukünftigen beruflichen Wege hielten sich beide Führungskräfte bedeckt.
Die Entscheidung folgt auf die strategische Neuausrichtung von Ford, die im vergangenen Jahr zur Einstellung der Focus-Produktion im Saarland und zur Konzentration auf das Werk in Valencia führte. Ebenso verlief eine Investorensuche im Sande, was den Standort Saarlouis in die Sackgasse manövrierte.
Thal, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, betonte, dass dieser Schritt dem neuen Gremium Raum für frische Impulse geben soll. 'Unser Ziel war immer, das Beste für die Mitarbeiter zu erreichen', erklärte Thal an die Belegschaft gerichtet. Seine Rückkehr in die Reihen der Belegschaft erfolgt nach mehr als 30 Jahren Betriebsratsmitgliedschaft, davon fast elf als Vorsitzender.
Im Rahmen vorgezogener Neuwahlen, die im Dezember stattfinden werden, hatte bereits der gesamte Betriebsrat geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Mit dem aktuellen Personalabbau von 4.500 auf 1.000 Mitarbeiter wird sich die Mitgliederanzahl des Betriebsrats deutlich von 29 auf 13 verkleinern.
Die IG Metall hat indes ihre Weichen gestellt und auf einer Vollversammlung eine Kandidatenliste präsentiert. Angeführt von Spitzenkandidat Dennis Stoffel und dem Zweitplatzierten Sascha Arweiler, wurden die Kandidaten mit einhelliger Zustimmung gewählt.

