69 Prozent für geplante Erhöhung deutscher Verteidigungsausgaben

03. März 2022, 18:00 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts) - Der russische Angriff auf die Ukraine hat bei den Bundesbürgern offenbar grundlegende verteidigungspolitische Vorstellungen geändert. So unterstützt die Mehrheit der Deutschen den Plan der Bundesregierung, ihre jährlichen Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-"Deutschlandtrend". Die Anhebung auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bezeichnen 69 Prozent als richtig, wobei etwa die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) angibt, dass sich ihre Haltung zu einem höheren Verteidigungsbudget mit dem Einmarsch in die Ukraine verändert hat.

19 Prozent bezeichnen die Anhebung der Verteidigungsausgaben als falsch. Anders als 2014 nach der Krim-Situation (21 Prozent) wird auch die kurzfristige Verlegung zusätzlicher Bundeswehreinheiten an die NATO-Ostflanke mehrheitlich unterstützt (68 Prozent). Die Schaffung eines Sondervermögens von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bezeichnen 65 Prozent als richtig. Die Antwort der Bundesregierung auf den russischen Angriff bewertet gut die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) als angemessen. Für knapp drei von zehn Wahlberechtigten (27 Prozent), geht die bisherige Reaktion Berlins sogar nicht weit genug. Für jeden Siebten (14 Prozent) ist sie dagegen zu weitgehend. Auch im Einzelnen werden die beschlossenen Maßnahmen mehrheitlich unterstützt. Den Ausschluss wichtiger russischer Banken aus dem Zahlungssystem SWIFT halten 82 Prozent für richtig, den Stopp des Genehmigungsverfahrens für die russische Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 unterstützen 67 Prozent. Uneins sind sich die Deutschen darüber, ob Berlin militärische Hilfen für Kiew zu lange hinausgezögert hat: 45 Prozent stimmen dem zu, 46 Prozent nicht. Zweifel an einer militärischen Unterstützung dominierten bis zuletzt auch in der deutschen Bevölkerung und sind offenbar erst mit dem Angriff mehrheitlich gewichen: Nach 20 Prozent vor einem Monat finden die von der Bundesregierung letztlich genehmigten deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine nunmehr bei 61 Prozent Zuspruch. Jeder Zweite (52 Prozent) glaubt zwar nicht, dass Sanktionen des Westens an der Politik Russlands etwas ändern werden. Dennoch werden Sanktionen aktuell auch dann mehrheitlich von den Bundesbürgern unterstützt, wenn sie von Engpässen in der Energieversorgung (68 Prozent), steigenden Energiepreisen und Lebenshaltungskosten (66 Prozent) oder Nachteilen für deutsche Firmen (65 Prozent) begleitet sein sollten. Dies gilt für die Anhänger aller Parteien. Die Mehrheit der AfD-Anhänger kündigt allerdings Widerspruch gegen Maßnahmen an, sollten sie mit derartigen Nachteilen verbunden sein. Insgesamt blickt die Mehrheit der Bundesbürger sorgenvoll auf die Entwicklungen im Osten Europas: Neun von zehn (89 Prozent) sind in Sorge um die Menschen in der Ukraine. Drei von vier Wahlberechtigten (77 Prozent) äußern Sorgen, dass die Ukraine vollständig besetzt wird, sieben von zehn (69 Prozent), dass weitere Länder von Russland angegriffen werden könnten. Äußerten im Sommer 2014 zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs drei von zehn Deutschen Ängste vor einem neuen großen Krieg auf dem Kontinent, sind es nunmehr sieben von zehn (69 Prozent). Vielen ist bewusst, dass der Konflikt auch in der Bundesrepublik Konsequenzen haben wird. 66 Prozent fürchten Einschränkungen in der Gas- und Energieversorgung, 64 Prozent eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Deutschlands. Eine Aufnahme von Flüchtlingen durch die Bundesrepublik wird faktisch von niemandem in Frage gestellt, neun von zehn Deutschen (91 Prozent) halten die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge grundsätzlich für richtig. In den Reihen der AfD fällt der Zuspruch weniger einhellig aus, aber auch hier überwiegt aktuell eine positive Haltung in dieser Frage. Gut sechs von zehn Deutschen meinen, die Ukraine sollte langfristig in die Europäische Union aufgenommen werden. 63 Prozent stimmen dieser Aussage zu, jeder Vierte (26 Prozent) stimmt ihr nicht zu. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang der Woche einen sofortigen EU-Beitritt seines Landes gefordert. Die Wahrnehmung der Ukraine hat sich bei den Deutschen in der aktuellen Krise schlagartig geändert. Mit 63 Prozent versteht erstmals eine Mehrheit die Ukraine als Partner, dem man vertrauen kann. Das sind 33 Prozentpunkte mehr als noch im Januar. Zugleich fällt das Ansehen Russlands bei den Deutschen auf einen Tiefstand. Gerade einmal sechs Prozent sehen Russland derzeit als vertrauenswürdigen Partner Deutschlands (-11). Gefestigt präsentiert sich in der aktuellen sicherheitspolitischen Krise die Beziehung der Deutschen zur NATO. 83 Prozent unterstreichen in diesen Tagen die Bedeutung des Militärbündnisses für den Frieden in Europa. Der Einmarsch in die Ukraine lässt rückblickend viele an der bisherigen deutschen Russland-Politik zweifeln. Zwei Drittel (68 Prozent) sind der Meinung, die Bundesrepublik sei in den vergangenen Jahren zu nachsichtig gegenüber Wladimir Putin gewesen. Für die Erhebung befragte Infratest insgesamt 1.320 Personen vom 28. Februar bis 2. März 2022.
Politik / DEU / Gesellschaft / Militär
03.03.2022 · 18:00 Uhr
[5 Kommentare]
Anzeigetafel in der Frankfurter Börse
Frankfurt/Main - Zum Wochenstart hat der Dax deutlich zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.389 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 2,0 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Besonders gefragt waren unter anderem die Aktien von MTU, Daimler Truck und Zalando. Zu den wenigen Verlierern gehörten dagegen die Papiere von […] (00)
vor 8 Minuten
Michelle Hunziker
(BANG) - Michelle Hunziker äußert sich offen über ihren ehemaligen Kollegen Thomas Gottschalk. Die Moderatorin stand für 'Wetten, dass…?' jahrelang gemeinsam mit dem Entertainer vor der Kamera. Aufgrund einer Krebserkrankung hat sich Gottschalk mittlerweile aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Im Dezember 2025 absolvierte er in der RTL-Show 'Denn sie […] (00)
vor 5 Stunden
Review: Scapade AirPass – Reisepasshülle mit Apple Find My Tracking
Die Scapade AirPass wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Reise-Accessoire: eine schlichte, minimalistische Reisepasshülle ohne auffällige Extras. Erst beim zweiten Blick wird klar, dass hier mehr passiert als nur gutes Design. In das Produkt ist ein Tracking-Modul integriert, das direkt mit Apples „Wo ist?“-Netzwerk arbeitet. Damit […] (00)
vor 2 Stunden
Destiny 3 liegt laut Bloomberg-Report auf Eis – Bungie plant wohl massiven Stellenabbau
Was Bungie-Fans bereits befürchtet haben, zeichnet sich jetzt als düstere Realität ab: Destiny 3 befindet sich nicht in Entwicklung. Stattdessen will das Studio einem Bericht von Bloomberg-Journalist Jason Schreier zufolge eine „signifikante Anzahl“ an Mitarbeitern entlassen. Die Nachricht kommt keine drei Wochen vor dem endgültigen Support-Ende von […] (00)
vor 7 Stunden
«30 Rock»-Darsteller Grizz Chapman mit 52 Jahren gestorben
Der aus der Kultserie «30 Rock» bekannte Schauspieler Grizz Chapman ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Wie sein Cousin Donte Harrison, ehemaliger Spieler der Harlem Globetrotters, in sozialen Netzwerken bestätigte, starb Chapman am Freitag im Schlaf. Eine genaue Todesursache wurde zunächst nicht veröffentlicht. Harrison erklärte jedoch, Chapman habe über viele Jahre mit gesundheitlichen […] (01)
vor 4 Stunden
Tennis French Open
Paris (dpa) - Alexander Zverev war nach dem souveränen Start in seine Titelmission von Paris in Plauderlaune. Detailliert erzählte der deutsche Tennisstar von einem Unfall seines Dackels Mishka bei einem Golf-Ausflug, als sich der Hund vier Knochen und beide Hüften brach. «Der Volltrottel ist halt einfach acht Monate alt und versteht nicht, warum er im […] (00)
vor 1 Stunde
btc, bitcoin, cryptocurrency, currency, crypto, gold, digital, blockchain, cryptography, 3d
Bitcoin (BTC) hat sich am Montag in Richtung $78.000 erholt, nachdem Analysten den jüngsten Anstieg mit nachlassenden Spannungen zwischen den USA und Iran sowie der Aussicht auf eine breitere Erholung risikobehafteter Vermögenswerte in Verbindung gebracht haben. Händler, die in den letzten zwei Wochen auf einen weiteren Rückgang vorbereitet […] (00)
vor 46 Minuten
SurfaceTechnology GERMANY 2026: Intensive Gespräche und fachlicher Austausch
Hilden, 25.05.2026 (PresseBox) - Die SurfaceTechnology GERMANY 2026 vom 5. bis 7. Mai auf dem Messegelände in Stuttgart unterstrich ihre Position als zentraler Treffpunkt für die internationale Oberflächentechnik-Community. Über 4.600 Fachbesucher aus aller Welt informierten sich an den drei Messetagen an den Ständen der rund 210 nationalen und […] (00)
vor 3 Stunden
 
Reisepass (Archiv)
Berlin - Die SPD im Bundestag hat einem Unionsvorstoß zu einer Reform des […] (01)
Junge Leute mit Smartphones (Archiv)
Berlin - Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Zweifel an einem Social-Media- […] (06)
Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Klette
Verden (dpa) - Die mutmaßliche Serienräuberin und ehemalige RAF-Terroristin Daniela […] (03)
Drohnen (Archiv)
Berlin - Politiker von Union, SPD und Grünen haben vor Sicherheitsrisiken durch […] (01)
Manchester City - Aston Villa
Manchester (dpa) - Die Profis von Manchester City standen Spalier, die Zuschauer im […] (03)
Marathon wird abgestraft: Destiny 2-Fans lassen Frust bei Bungie ab
Bungie steckt erneut mitten in einer Community-Krise. Nachdem das Studio angekündigt […] (00)
TNT Sports erzielt Rekordquoten mit den NHL-Playoffs
Die zweite Runde des Stanley Cups war für TNT Sports so erfolgreich wie nie zuvor. TNT Sports […] (00)
bitcoin, cryptocurrency, money, currency, digital, electronic, virtual, internet, finance, crypto currency
Analyse der Ripple (XRP)-Kursentwicklung Wichtige Unterstützungsniveaus: $1,2, […] (00)
 
 
Suchbegriff