5 Milliarden Dollar Umsatz: Xbox enthüllt die Wahrheit hinter dem Game Pass – doch eine Frage bleibt offen
In den Hallen der Gaming-Industrie ist der Xbox Game Pass ein Dauerthema, ein Monument des Wandels, das ebenso gefeiert wie kritisch beäugt wird. Während Microsofts Abodienst die Art und Weise, wie wir Spiele konsumieren, neu definiert hat, hallen die Fragen nach seiner langfristigen Profitabilität und den Auswirkungen auf Entwicklerstudios unentwegt durch die Branche. Nun hat Xbox-Präsidentin Sarah Bond auf dem Tokyo Game Show 2025 ein beeindruckendes Statement abgegeben und Zahlen auf den Tisch gelegt, die die schiere Wucht des Dienstes untermauern. Mit einem Rekordumsatz von fünf Milliarden US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr scheint der Game Pass finanziell auf festem Boden zu stehen.
Die Milliarden-Dollar-Frage und neue Preisstufen
„Im letzten Geschäftsjahr hat der Xbox Game Pass einen Rekordumsatz von 5 Milliarden Dollar erreicht“, erklärte Bond in einem Interview. Sie betonte, es handle sich um ein profitables Geschäft, von dem auch die Kreativen profitieren, da die Ausschüttungen an Entwickler mit wachsendem Erfolg steigen. Diese Klarstellung kommt zu einer Zeit, in der Microsoft das Preismodell des Dienstes grundlegend umstrukturiert hat. Mit den neuen Stufen „Essential“ für 10 Dollar, „Premium“ für 15 Dollar und dem mächtigen „Ultimate“-Paket für 30 Dollar pro Monat wird die Spreizung der Angebote deutlich größer. Während „Ultimate“ mit über 400 Titeln und dem prestigeträchtigen Zugang zu Day-One-Veröffentlichungen von Xbox-Spielen lockt, müssen sich Abonnenten der günstigeren Tiers mit einer deutlich kleineren, aber immer noch stattlichen Auswahl begnügen.
Ein Paradigmenwechsel, der polarisiert
Die Debatte um die Nachhaltigkeit solcher Abo-Modelle ist jedoch vielschichtiger als eine reine Umsatzbetrachtung. Christopher Dring, Chefredakteur von The Game Business, merkte bereits im Juli an, dass der Dienst profitabel sei, selbst wenn man die „verlorenen“ Einzelverkäufe der First-Party-Titel mit einberechne. Doch ist das, was für Microsoft profitabel ist, auch gesund für das gesamte Ökosystem der Spieleentwicklung? Shawn Layden, der ehemalige PlayStation-Boss, warf eine provokante Frage in den Raum. Seiner Ansicht nach geht es nicht primär um die Profitabilität für den Plattformbetreiber, sondern darum, ob das Modell den Entwicklern eine faire Wertschöpfung ermöglicht. Er zeichnet das Bild eines Auftragsverhältnisses – „Du zahlst mir X Dollar pro Stunde, ich baue dir ein Spiel“ –, das den kreativen und unternehmerischen Anreiz, einen Überraschungshit zu landen und an dessen Erfolg zu partizipieren, untergraben könnte.
Die Suche nach der goldenen Mitte
Diese kritische Perspektive wird auch von anderen Branchenveteranen geteilt. Pete Hines, ehemals bei Bethesda tätig, mahnte ebenfalls zur Vorsicht. Er betonte die Notwendigkeit, eine feine Balance zu finden zwischen einem attraktiven Angebot für die Abonnenten und den Bedürfnissen derjenigen, die den Content liefern. Der Game Pass hat zweifellos die Zugänglichkeit von Spielen demokratisiert und unzähligen Titeln eine Bühne geboten, die sie sonst nie erreicht hätten. Die Diskussion darüber, ob dieses Modell der Weisheit letzter Schluss ist oder nur eine Etappe auf dem Weg in eine noch ungewisse Zukunft der Spiele-Distribution, hat gerade erst begonnen.


