38. Deutscher Naturschutztag
Naturschutz trifft Metropole: Der größte Naturschutzkongress im deutschsprachigen Raum zu Gast in Berlin
Berlin, 11.03.2026 (lifePR) - Der 38. Deutsche Naturschutztag (DNT) ist heute in Berlin feierlich eröffnet worden. Noch bis zum Freitag treffen sich im Henry-Ford-Bau der Freien Universität 1.600 Teilnehmende und über 150 Expertinnen und Experten, um sich beim größten Naturschutzkongress im deutschsprachigen Raum auszutauschen. Der DNT findet alle zwei Jahre in einem anderen Bundesland statt. Veranstalter sind der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und in diesem Jahr die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
Im Mittelpunkt des Fachkongresses unter dem diesjährigen Motto “Natur, Mensch, Zukunft“ stehen die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Natur, die unsere planetare Zukunft entscheidend beeinflussen. Thematisiert werden unter anderem sowohl Biodiversität und Klimaresilienz in urbanen Räumen als auch die gesellschaftliche Dimension des Naturschutzes. Denn erfolgreicher Naturschutz lebt von Beteiligung, Dialog und transparenten Aushandlungsprozessen und stärkt somit die Demokratie. Der DNT 2026 diskutiert darüber hinaus, inwiefern Instrumente und Strategien des Naturschutzes angesichts veränderter politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen noch zukunftsfähig sind und wie sie weiterentwickelt werden müssen, um dauerhaft wirksam zu bleiben. Mit Fachvorträgen, einer begleitenden Ausstellung, zahlreichen Informationsständen sowie aufschlussreichen Exkursionen setzt der DNT 2026 Impulse für einen fachlich fundierten und gesellschaftlich getragenen Naturschutz. Ergänzend bietet das Berufsfeldforum Naturschutz insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen Orientierung bei der Berufswahl.
Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN): „Es sind herausfordernde Zeiten für den Naturschutz: Biodiversitätsverlust, Klimawandel, intensive Landnutzung und Finanzierungsfragen sind nur einige der drängenden Themen. Zugleich beobachtet auch das Bundesamt für Naturschutz eine zunehmende Polarisierung in den gesellschaftlichen Debatten rund um den Naturschutz. Gerade in diesen Zeiten gewinnen Veranstaltungen wie der Deutsche Naturschutztag eine große Bedeutung. Ich freue mich sehr darauf, beim 38. Deutschen Naturschutztag die zahlreichen aktuellen Themen im Naturschutz mit vielfältigen gesellschaftlichen Akteuren zu diskutieren und das Engagement sowie die Leidenschaft der vielen ehrenamtlichen und beruflichen Naturschützerinnen und Naturschützer mit Zuversicht und Wertschätzung zu würdigen.“
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Berlin ist eine Stadt voller Natur: Parks, Wälder, Flüsse, Kleingärten und mehr als 50 Schutzgebiete durchziehen unsere Metropole. Diese grünen Orte sind Erholungsräume, Lebensräume und Oasen gegen Hitze zugleich – sie machen unsere Stadt lebenswert. Naturschutz ist in Berlin kein Randthema, sondern Teil unserer urbanen Identität. Der Deutsche Naturschutztag hier in Berlin zeigt, wie effektiv Städte, Forschung und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten können. Die Stadt Berlin ist stolze Gastgeberin dieses wichtigen Kongresses.“
Florian Schöne, Geschäftsführer Deutscher Naturschutzring (DNR): „In der politischen Debatte auf europäischer und nationaler Ebene wird zunehmend der Eindruck vermittelt, dass der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen einer wirtschaftlichen Entwicklung im Wege steht und zurückgefahren werden sollte. Wer aus kurzsichtigen politischen Gründen das Natur- und Artenschutzrecht grundlegend in Frage stellt, gefährdet jedoch unseren Wohlstand und verkennt, dass gesunde Ökosysteme unsere Lebensversicherung darstellen. Ob Nahrungsmittel, Rohstoffe, sauberes Wasser oder Klimaanpassung – eine gesunde Natur schützt uns, beugt zukünftigen Krisen vor und lohnt sich auch volkswirtschaftlich. Daher wollen wir mit dem Deutschen Naturschutztag ein klares Signal aussenden: Naturschutz ist kein “nice to have” und keine Verhandlungsmasse für eine wahllose Deregulierung. Wir brauchen die Natur als Verbündete und müssen sie schützen, damit sie uns schützt!“
Christof Martin, Bundesvorsitzender Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN): „Gerade vor dem Hintergrund der weltweiten Biodiversitätskrise, die durch den Klimawandel noch verstärkt wird, ist es widersinnig, dass im Rahmen des sogenannten "Bürokratiebeschleunigung" durch die Bundesregierung ein Personalabbau bei den Naturschutzbehörden geplant ist, diesen dann aber noch zusätzliche Aufgaben, die sich aus internationalen Verpflichtungen oder auch aus dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz ergeben, aufgebürdet werden sollen. Eine Umsetzung des in Artikel 20a Grundgesetz formulierten Staatszieles erfordert vielmehr eine Stärkung des Natur- und Umweltschutzes auf allen Ebenen, damit auch zukünftigen Generationen eine intakte artenreiche Umwelt mit unbelasteten Böden, sauberem Wasser und klarer Luft zur Verfügung steht.“
Der DNT ist der größte und älteste Naturschutzkongress für Praxis, Wissenschaft und Politik. Er ist die zentrale Plattform zum aktuellen Austausch über Probleme und Lösungen sowie zur Fortbildung im Naturschutz. Eine ausführliche Übersicht zu allen Programmpunkten des DNT 2026 in Berlin gibt es hier: https://www.deutscher-naturschutztag.de.
Kontakt:
SenMVKU: Frank Preiss | [email protected] I 0151 64060790
BfN: Dr. Sören Dürr I [email protected] I 0228 84 91-1030
DNR: Melissa Ihlow I [email protected] I 0160 5102258
BBN: Christof Martin I [email protected] I 0157 75350403

