2. Mitteldeutscher Datenschutztag in Erfurt
Datenschutz als Enabler für Digitalisierung und KI
Berlin, 10.03.2026 (PresseBox) - Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. hat gemeinsam mit den Datenschutzaufsichtsbehörden aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt den 2. Mitteldeutschen Datenschutztag in Erfurt veranstaltet. Tagungsort war das Dorint Hotel am Dom Erfurt.
Rund 150 Datenschutzbeauftragte und Datenschutzexperten sowie Verantwortliche aus Behörden, Kommunen und weiteren Organisationen nutzten die Konferenz für fachlichen Austausch und konkrete Praxisimpulse – u. a. zu KI, Verwaltungsdigitalisierung, Betroffenenrechten, Videoüberwachung, Messengerdiensten und Beschäftigtendatenschutz.
Digitalisierung, Bürokratieabbau und KI „zusammengedacht“
Im Eröffnungsplenum setzten die Keynotes von Tino Melzer, Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Dr. Juliane Hundert, Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte und Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt, die thematischen Leitplanken – von Datenschutz in der Digitalisierung 2026 über Bürokratieabbau-Perspektiven bis zu Anforderungen an den datenschutzkonformen KI-Einsatz.
Tino Melzer (TLfDI): „Im Jahr 2026 steht der Datenschutz angesichts der rasanten digitalen Entwicklungen mehr denn je vor der Aufgabe, Innovationen verantwortungsvoll zu begleiten. Datenschutz ist dabei kein Hemmnis, sondern Qualitätsmerkmal digitaler Prozesse und ein zentraler Vertrauensfaktor. Es war mir eine Freude, gemeinsam zu erörtern, wie wir diesen Anspruch praxisnah und zukunftsorientiert ausgestalten können.“
Dr. Juliane Hundert, Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte: „Datenschutz ist Grundrechtsschutz und dieser unterliegt keinen Effektivitäts- oder Nützlichkeitserwägungen. Das wird in der Forderung nach Bürokratieabbau oft vergessen. Soweit Bürokratieabbau mit dem Abbau von grundrechtlichen Standards einhergehen soll, müssen wir Datenschutzaufsichtsbehörden Grenzen ziehen. In der Diskussion, wo wir Grundrechtsschutz effektiver gestalten und Grundrechte besser zur Geltung verhelfen können, sind wir jedoch gern dabei.“
Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz von Sachsen-Anhalt: „Sowohl das Training als auch der Einsatz von KI fordert Datennutzung in großem Umfang und baut dadurch gefühlt ein Spannungsfeld zum Datenschutz auf. Aus meiner Sicht geht es darum, eine Balance zwischen Datenschutz und Datennutzung zu finden, die den Datenschutzstandard hält. Ich freue mich darauf diese und andere spannende Datenschutzfragen mit den anwesenden behördlichen und betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu diskutieren.“
Austauschformat und Praxisbezug
Das Programm verband Impulse aus Aufsicht und Praxis mit parallelen Vorträgen und einem offenen Abschlussformat „Die Aufsichtsbehörden beantworten Ihre Fragen“. Moderiert wurde das Abschlussplenum von Regina Mühlich, Vorständin des BvD.
Nach der Premiere 2025 in Magdeburg wurde der Mitteldeutsche Datenschutztag damit zum zweiten Mal fortgeführt – diesmal in Erfurt.

