1,4 Millionen Stimmen, doch nun wird „Stop Killing Games“ selbst angegriffen
Die Kampagne Stop Killing Games kämpft für das Recht, gekaufte Spiele dauerhaft behalten zu dürfen. Jetzt steht sie selbst unter Beschuss: Eine anonyme Beschwerde bei der EU-Kommission wirft der Initiative vor, gegen Transparenzgesetze zu verstoßen. Was steckt wirklich dahinter?
Was wird Ross Scott vorgeworfen?
Laut der anonymen Beschwerde soll Kampagnen-Unterstützer Ross Scott – bekannt durch den YouTube-Kanal Accursed Farms – unbezahlte Arbeit im Wert von bis zu 147.000 Euro geleistet haben, ohne dies offenzulegen. Angeblich habe er der Initiative „Stop Killing Games“ professionelle Dienste angeboten, was nach EU-Recht meldepflichtig sei.
Scott bestreitet die Vorwürfe vehement: „Ich bin kein Mitglied der Initiative, durfte rechtlich gesehen gar keines sein und ich habe alles freiwillig gemacht.“ Laut EU-Richtlinien sei freiwilliges Engagement ohnehin von der Meldepflicht ausgenommen.
Unterstützung wächst trotz Gegenwind
Scott vermutet, dass die Beschwerde gezielt die Glaubwürdigkeit der Kampagne untergraben soll. Verdächtig sei das Timing: Erst vor wenigen Wochen kritisierte ein Verband von Publishern die Forderungen öffentlich. Auch Twitch-Streamer wie Pirate Software sorgten mit Falschinformationen für Verwirrung.
Trotz allem wächst die Unterstützung: Die Petition hat über 1,4 Millionen Unterschriften erreicht, deutlich mehr als die für eine EU-Bürgerinitiative benötigte Million. Sollte die Verifizierung durchgehen, wird die Kommission das Thema offiziell behandeln.

Der Auslöser für die Bürgerbewegung: The Crew wurde 2024 nach fast 10 Jahren eingestellt. Das Spiel damit unbrauchbar, weil es keinen Offline-Modus gibt. – Bild: Ubisoft
Was fordert die Kampagne genau?
Auslöser war Ubisofts Entscheidung, die Server von The Crew 2024 dauerhaft abzuschalten, obwohl das Spiel gekauft wurde. „Stop Killing Games“ fordert nun gesetzliche Regelungen, damit Publisher nicht einfach bezahlte Spiele unbrauchbar machen dürfen.
„Wenn du ein Spiel kaufst, gehört es dir, nicht dem Publisher“, so Scott. „Sie sollten es nicht einfach löschen dürfen.“
Prominente Unterstützung im EU-Parlament
Der rumänische Vizepräsident des EU-Parlaments, Nicolae Ștefănuță, unterstützt die Initiative offen: „Ich habe unterschrieben und werde weiter helfen. Ein Spiel, das verkauft wurde, gehört dem Kunden.“
Während die offizielle Prüfung der Petition läuft, ruft Scott weiterhin zur Unterstützung auf. „Noch mehr Unterschriften helfen, sollte es zu Anfechtungen kommen. Die Bewegung lebt vom öffentlichen Druck.“


