1&1 stärkt sich durch Übernahme von Versatel: Strategischer Schritt im Telekomgeschäft
United Internet hat sich entschlossen, seine Telekommunikationsaktivitäten komplett bei der Tochtergesellschaft 1&1 zu konsolidieren. Im Rahmen dieses Plans übernimmt 1&1 die in Unternehmenskreisen bekannte 1&1 Versatel von United Internet für einen geplanten Kaufpreis von etwa 1,3 Milliarden Euro. Interessant ist dabei, dass dieser Betrag auf Basis der zukünftigen finanziellen Entwicklung von 1&1 Versatel in den Jahren 2027 bis 2029 um bis zu 300 Millionen Euro angepasst werden könnte. Die Entscheidung über eine eventuelle Anpassung soll dann im Jahr 2030 getroffen werden.
United Internet bleibt weiterhin ein dominanter Akteur bei 1&1, mit einem Anteil von rund 86 Prozent an der börsennotierten Tochtergesellschaft. Die Übernahme umfasst alle Vermögenswerte von 1&1 Versatel, darunter die essenzielle Netzinfrastruktur sowie bestehende Schulden, insbesondere ein Darlehen in Höhe von 950 Millionen Euro an United Internet. Dieses Darlehen wird durch eine Garantie der 1&1 AG gesichert, was ein zentraler Teil der Transaktion ist.
Ein bemerkenswerter Aspekt des Deals ist, dass keine liquiden Mittel in die Kassen von United Internet fließen werden, da der Kaufpreis durch Forderungen von 1&1 sowie Aktionärsdarlehen ausgeglichen wird. Für United Internet bedeutet dies, dass sich ihre Jahresprognose 2025 oder die wesentlichen Kennzahlen von 1&1 kaum ändern werden. Für die Jahre 2026 und 2027 prognostiziert 1&1, dass der Ausbau des Versatel-Glasfasernetzes einen negativen Cashflow-Effekt von etwa 100 Millionen Euro haben könnte. Doch langfristig soll Versatel den freien Cashflow durch robustes Festnetz- und Mobilfunkenglisch sowie ein erstklassiges B2B-Segment stärken. Die Transaktion wird zum 30. November wirksam, was der 1&1 eine aktivere Rolle im zunehmend wettbewerbsintensiven Telekommarkt sichert.

