100 Milliarden Dollar versprochen: UN-Klimachefin kritisiert Zahlungsmoral reicher Staaten

Der Weltklimavertrag von Paris wird in der Öffentlichkeit oft mit dem Ziel in Verbindung gebracht, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Tatsächlich handelt es sich dabei um die übergeordnete Vorgabe. Gleichzeitig gingen die Staaten dort aber auch zahlreiche detailliertere Verpflichtungen ein. So müssen sie regelmäßig aktualisierte Pläne über ihre Klimaschutzbemühungen einreichen. Daraus wiederum lässt sich dann ableiten, ob dies bereits ausreicht oder ob nachjustiert werden muss. Unter anderem deshalb trifft sich die Staatengemeinschaft im Oktober zur nächsten Weltklimakonferenz in Schottland. Im Vorfeld hat die Chefin des UN-Klimasekretariats, Patricia Espinosa Cantellano, nun allerdings zunächst die reichen Staaten an ihre Pflichten erinnert. Denn diese haben sich in Paris nicht nur verpflichtet, die eigenen Emissionen zu senken, sondern auch entsprechende Bemühungen ärmerer Staaten finanziell zu unterstützen.

Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Die Industriestaaten verweigern bisher konkrete Regelungen

Konkret wurden jährlich rund 100 Milliarden Dollar versprochen. Dieses Geld könnte dann verwendet werden, um etwa in Entwicklungsländern in Erneuerbare Energien zu investieren. Das Problem allerdings: Bisher ist noch nicht geklärt, welche Länder wie viel Geld jährlich zur Verfügung stellen werden. Beim kürzlich stattfindenden G7-Treffen in Großbritannien konnte hier auch kein Durchbruch erzielt werden. Zwar bekannten sich die Industrienationen grundsätzlich zu der finanziellen Verpflichtung. Die so wichtigen Details konnten aber auch hier nicht geklärt werden. Cantellano sprach daher nun eine eindringliche Warnung aus: „Es ist nicht mehr viel Zeit. Wir befinden uns schon in der zweiten Juni-Hälfte.“ Und: „Wir sind immer noch sehr weit davon entfernt, vollständig von einem Erfolg überzeugt zu sein.“ Sie appelliert damit vor allem an die britische Regierung, die aktuell den G7-Vorsitz innehat und das Thema weiter vorantreiben könnte.

Eine Lösung muss bis Oktober gefunden werden

Aber auch die deutsche Bundesregierung könnte sich hier verstärkt einbringen und beispielsweise auch in der Europäischen Union um feste Zusagen werben. Denn klar ist: Der historische Vertrag von Paris kann seinen Zweck nur erfüllen, wenn sich die große Mehrheit der Staaten auch an die eingegangenen Verpflichtungen hält. Experten halten es daher für unabdingbar, dass die Frage, woher die 100 Milliarden schließlich kommen, noch vor der Glasgower Konferenz im Oktober geklärt wird. Denn andernfalls könnten viele Schwellen- und Entwicklungsländer den Eindruck gewinnen, dass den Industrienationen das Thema doch nicht ganz so wichtig ist – und anschließend die eigenen Bemühungen ebenfalls zurückfahren. Dies könnte den gesamten Prozess um einige Jahre zurückwerfen. Diese Zeit hat die Weltgemeinschaft aber nicht. Denn beim Klimawandel gilt: Je später Maßnahmen ergriffen werden, desto aufwändiger und teurer werden sie.

Via: The Guardian

Umwelt / Klimaschutz
22.06.2021 · 10:43 Uhr
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