raptor230961
Well-known member
- 24 Juli 2016
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„Saft- und kraftlos“ / „Ohne Saft und Kraft“
Bedeutung: Jemand ist ohne rechten „Schwung“ - ohne Kraft / Energie.
Herkunft: Die Redensarten mit "Saft" beziehen sich häufig auf die uralte "Säftelehre", welche die Entstehung von Krankheiten vorrangig auf eine fehlende Mischung der Körpersäfte zurückführt. Begründer und Hauptvertreter dieser "Humoralpathologie" (von lat. (h)umor = Saft, Flüssigkeit) waren Empedokles, Hippokrates und Galen. Dabei wurden vier Körpersäfte in Parallele zu den vier Elementen gesetzt, denen sie in den Elementareigenschaften entsprachen: Das Blut (warm und feucht) entsprach der Luft, die gelbe Galle (warm und trocken) dem Feuer, die schwarze Galle (kalt und trocken) der Erde und der Schleim (kalt und feucht) dem Wasser.

Den vier Kardinalsäften entsprachen die vier Temperamente (lat. temperare - mischen, mäßigen): Je nach der Dominanz eines der Säfte ist der Mensch demnach ein Sanguiniker (lateinisch sanguis = Blut), ein Phlegmatiker (griech. phlegma = Schleim), ein Melancholiker (griech. melancholos = schwarze Galle) oder ein Choleriker (chole = gelbe Galle). Neben der falschen Mischung der Körpersäfte konnten auch deren "Brand" (Fieber) oder Zersetzung zu pathologischen Zuständen führen. Geheilt wurden sie durch Gegenmaßnahmen wie Aderlass, Blutreinigung und Diät. Patienten, die an einer warmen und trockenen Krankheit litten, bekamen kühlende Nahrung (Lattich, Kresse u.ä.) usw.
Diese Anwendung des Analogieprinzips (Saft = Kraft) entspricht der charakterlichen Typenlehre auf der Grundlage der Physiognomik (siehe auch "jemandes Nase gefällt / passt einem nicht"). Physiognomik und Säftelehre stellten auch ein reichhaltiges Repertoire an Charakterisierungsmöglichkeiten für literarische Gestalten bereit (Beispiel:"ein Ritter von der traurigen Gestalt").
Von redensartlicher Relevanz sind beide stets dann, wenn aus äußerlichen Eigenschaften auf charakterliche Werte geschlossen wird oder seelische Qualitäten und Gefühle mit Farben (siehe auch "grün / gelb / grün und gelb vor Neid werden") assoziiert werden
Bedeutung: Jemand ist ohne rechten „Schwung“ - ohne Kraft / Energie.
Herkunft: Die Redensarten mit "Saft" beziehen sich häufig auf die uralte "Säftelehre", welche die Entstehung von Krankheiten vorrangig auf eine fehlende Mischung der Körpersäfte zurückführt. Begründer und Hauptvertreter dieser "Humoralpathologie" (von lat. (h)umor = Saft, Flüssigkeit) waren Empedokles, Hippokrates und Galen. Dabei wurden vier Körpersäfte in Parallele zu den vier Elementen gesetzt, denen sie in den Elementareigenschaften entsprachen: Das Blut (warm und feucht) entsprach der Luft, die gelbe Galle (warm und trocken) dem Feuer, die schwarze Galle (kalt und trocken) der Erde und der Schleim (kalt und feucht) dem Wasser.

Den vier Kardinalsäften entsprachen die vier Temperamente (lat. temperare - mischen, mäßigen): Je nach der Dominanz eines der Säfte ist der Mensch demnach ein Sanguiniker (lateinisch sanguis = Blut), ein Phlegmatiker (griech. phlegma = Schleim), ein Melancholiker (griech. melancholos = schwarze Galle) oder ein Choleriker (chole = gelbe Galle). Neben der falschen Mischung der Körpersäfte konnten auch deren "Brand" (Fieber) oder Zersetzung zu pathologischen Zuständen führen. Geheilt wurden sie durch Gegenmaßnahmen wie Aderlass, Blutreinigung und Diät. Patienten, die an einer warmen und trockenen Krankheit litten, bekamen kühlende Nahrung (Lattich, Kresse u.ä.) usw.
Diese Anwendung des Analogieprinzips (Saft = Kraft) entspricht der charakterlichen Typenlehre auf der Grundlage der Physiognomik (siehe auch "jemandes Nase gefällt / passt einem nicht"). Physiognomik und Säftelehre stellten auch ein reichhaltiges Repertoire an Charakterisierungsmöglichkeiten für literarische Gestalten bereit (Beispiel:"ein Ritter von der traurigen Gestalt").
Von redensartlicher Relevanz sind beide stets dann, wenn aus äußerlichen Eigenschaften auf charakterliche Werte geschlossen wird oder seelische Qualitäten und Gefühle mit Farben (siehe auch "grün / gelb / grün und gelb vor Neid werden") assoziiert werden
