@Photon, weiterbildung und qualifizierung kann auch schädlich sein, wer zu viel gebildet und qualifiziert ist bekommt durch aus auch mal als ablehnungsgrund "sie sind überqualifiziert" ;)
Bildung kann niemals schädlich sein.
Was passieren kann ist, dass man aufgrund der Bildung bestimmte Berufe nicht mehr ausüben möchte, weil man diese Berufe auch mit geringerer Qualifikation ausüben könnte. Aber man hat mit höherer Qualifikation die Wahl. Das hat man ohne Qualifikation nicht. Ich bin schon von einem Herrn Doktor zum Flughafen gefahren worden, der eben Taxi gefahren ist, weil seine Forschung keine Gelder mehr bekommen hat. Man muss keinen Doktor-Titel haben, um Taxi zu fahren und sicherlich wird nicht jeder Akademiker freiwillig Taxi fahren. Aber wenn es eben keine Stellen gibt, die der eigenen Qualifikation entsprechen, hat man die Wahl, sich auch "darunter" zu orientieren. Umgekehrt geht das nicht.
@Photon: Da muss ich leider Schloeser33 recht geben.
Es mag für dein Taxi-Beispiel und einige andere Beispiele zutreffen. Aber in der Regel ist es so, dass Betriebe überqualifizierte Leute lieber ablehnen. Sonst kommen die nach 6 Monaten und wollen mehr Geld (immerhin ist es nicht das Problem des Arbeitnehmers, wenn der Arbeitgeber die Qualifikation nicht ausnutzt). Und genau dieses Dilemma wollen viele Firmen vermeiden, vor allem, wenn sie an den Tarifvertrag gebunden sind. Dort sind häufig bei den Eingruppierungen auch die notwendigen Abschlüsse hinterlegt. Und da ist es dann ungünstig, man als Master nach einer Bachelorstelle eingruppiert ist.
Da ändert sich zwar mittlerweile bei einigen Firmen die Denkweise, aber das wird noch lange dauern.

anddie
 
[...] Sonst kommen die nach 6 Monaten und wollen mehr Geld (immerhin ist es nicht das Problem des Arbeitnehmers, wenn der Arbeitgeber die Qualifikation nicht ausnutzt). Und genau dieses Dilemma wollen viele Firmen vermeiden, vor allem, wenn sie an den Tarifvertrag gebunden sind. [...]
Also normalerweise verhandelt man seinen Arbeitsvertrag frei. Heißt, wer nach 6 Monaten mehr Geld haben will, muss sich genauso darum bemühen wie jemand ohne höhere Qualifikation. Letztlich würde ich als Arbeitgeber ja auch sagen, dass die Konditionen für den Vertrag vor dessen Abschluss ausgehandelt wurden. Darin stand, welche Aufgaben jemand zu erfüllen hat und wie er dafür entlohnt wird. Nach der Probezeit neu zu verhandeln, ist schon dreist (sofern nicht vorher vereinbart).

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass der höher qualifizierte Mitarbeiter die "niedere" Tätigkeit aus dem Handgelenk schüttelt und sich den halben Tag langweilt. Wenn dem so ist, kann der Arbeitgeber ihm ja mehr Kompetenzen einräumen und mehr/wichtigere Aufgaben geben. Dann wäre aber auch eine Lohnerhöhung angemessen.

Und ich kenne mich mit Tarifverträgen nicht so dolle aus, aber wenn ich einen Master explizit als Bachelor einstelle, das Gehalt im Vertrag fest halte und auch dessen Aufgaben, dann kann es zwar sein, dass der sich unterfordert fühlt und vielleicht von sich heraus nach einer neuen Stelle sucht. Es kann auch sein, dass er mehr Geld möchte, aber ich sehe nicht, dass ich gezwungen wäre, ihm das auch zu bezahlen. Ich meine, wenn sich Frau Merkel zum Laub harken bewerben sollte, dann wäre mir auch egal, ob sie einen Doktortitel in Physik hat und bereits eine Nation (mehr schlecht als recht) geführt hat. Sie soll Laub harken und bekommt dafür das Geld, das für Laub harken bezahlt wird...
 
@Photon, weiterbildung und qualifizierung kann auch schädlich sein, wer zu viel gebildet und qualifiziert ist bekommt durch aus auch mal als ablehnungsgrund "sie sind überqualifiziert" ;)
Für gewöhnlich öffnest du mit Bildung mehr Türen als du vielleicht verschließt. Wenn der potenzielle Arbeitgeber dir schon mitteilt, dass du in dem Job vermutlich nur unterfordert und gefrustet bist, dafür zu wenig Geld kriegst und wahrscheinlich ständig nach anderen Möglichkeiten suchst, warum willst du ihn dann überhaupt haben?

Statt mich zu ärgern, dass ich den lausigen Zweitjob nicht kriege um ganz Stolz ohne Hilfe vom Staat irgendwie über die Runden zu kommen, würde ich mich lieber weiter entwickeln damit ich auf den Quatsch erst gar nicht angewiesen bin.
 
Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass der höher qualifizierte Mitarbeiter die "niedere" Tätigkeit aus dem Handgelenk schüttelt und sich den halben Tag langweilt.
Anddie hat schon Recht damit, dass Arbeitgeber solche Einstellungen gar nicht erst vornehmen. Wenn ich eine Stelle im First-Level besetzen will, dann suche ich einen jungen, günstigen Fachinformatiker mit Ausbildung. Ich würde dann keinen Master der Informatik dafür einstellen, selbst, wenn der (zuerst) mit demselben Gehalt angeblich zufrieden wäre.

Die Erfahrung zeigt einfach, dass jemand, der einen Job annimmt, für den er überqualifiziert ist, nur nimmt, um sich dann on-the-job einen neuen, besseren Arbeitsplatz zu suchen.

Dieses Verhalten kenne ich als Suchender wie auch als Gesuchter.

Es mag Ausnahmen geben, aber die kenne ich als Arbeitgeber vorher nicht und man sieht es den Leuten auch nicht an.

Marty
 
[...] Die Erfahrung zeigt einfach, dass jemand, der einen Job annimmt, für den er überqualifiziert ist, nur nimmt, um sich dann on-the-job einen neuen, besseren Arbeitsplatz zu suchen.
Ist ja auch ok und jedermanns gutes Recht. Aber letztlich hat dann der Arbeitgeber nicht verstanden, diese Person gezielt zu fördern.

Ich meine, ich kenne kaum jemanden, der seinen Arbeitplatz gern wechselt, wenn er sich wohl fühlt. Manch einer verzichtet sogar auf etwas Gehalt, um etwas zu machen, das ihm mehr Spaß macht. Klar ist Gehalt immer wichtig, aber wenn das Team scheiße ist oder die Arbeit nicht anerkannt wird, dann fühlt man sich halt nicht wohl und sucht sich was anderes. Und der Wohlfühlfaktor hängt nunmal zum allergrößten Teil vom Arbeitgeber ab. Der ist verantwortlich für die Teamzusammenstellung und -führung, Gestaltung des Arbeitsplatzes, Zuweisung der Aufgaben und so weiter. Wer sich wohl fühlt, wechselt nicht für ein paar Euro oder 1, 2 Urlaubstage mehr. Die Leute sind selten krank (-geschrieben) und haben selbst ein Interesse daran, am Erfolg des Unternehmens teil zu haben.

Das sind meine Erfahrungen, sowohl bei Kollegen, als auch bei mir. Wer immer nur auf das Gehalt schaut, der wird früher oder später den Spaß am Job verlieren und man wird zur Nutte. Klar würde ich für das Doppelte meines Gehaltes jede Firma verlassen und wechseln. Aber so groß sind die Sprünge ja nicht. Auch nicht beim Bachelor und Master. Ansonsten denke ich, dass jeder Arbeitgeber gute Karten hat, auch eigentlich überqualifizierte Leute dauerhaft an das Unternehmen zu binden, wenn er ein guter Arbeitgeber ist ;)
 
Anddie hat schon Recht damit, dass Arbeitgeber solche Einstellungen gar nicht erst vornehmen. Wenn ich eine Stelle im First-Level besetzen will, dann suche ich einen jungen, günstigen Fachinformatiker mit Ausbildung. Ich würde dann keinen Master der Informatik dafür einstellen, selbst, wenn der (zuerst) mit demselben Gehalt angeblich zufrieden wäre.

Die Erfahrung zeigt einfach, dass jemand, der einen Job annimmt, für den er überqualifiziert ist, nur nimmt, um sich dann on-the-job einen neuen, besseren Arbeitsplatz zu suchen.

Dieses Verhalten kenne ich als Suchender wie auch als Gesuchter.

Es mag Ausnahmen geben, aber die kenne ich als Arbeitgeber vorher nicht und man sieht es den Leuten auch nicht an.

Marty
Heißt das, dass ein Bachelor-Abschluss für die (Erst)Anstellung besser ist als ein Master? Und ist es so bzw. geht man davon aus, dass einer mit Master-Abschluss nach kurzer Zeit mehr Gehalt haben will und sich dabei auf seinen besseren Abschluss beruft?

Wenn man "on-the-job" einen besseren Job animmt, dann ist das doch ein Beleg dafür, dass Bildung sich auszahlt (im wahrsten Sinne des Wortes). Denn ich kann es mir leisten, den neu angetretenen Job zu kündigen und einen besseren anzunehmen. Da ist das Timing, vermutlich resultierend aus dem Druck nicht arbeitslos zu sein, ungünstig, was blöd für den Arbeitgeber ist. Aber die Qualifikation eines Arbeitnehmer ist doch dann kein Manko für ihn.

Davon abgesehen, betrachte ich Bachelor / Master nicht als Weiterbildung und Qualifikation. Das ist meine Ausbildung. Qualifikation und Weiterbildung geht darüber hinaus. Ich spezialisiere mich damit oder ich erweitere meine Fähigkeiten. Das erweitert meine Jobaussichten, da ich mehr Anforderungsprofilen entspreche. Mag es auch eine Einschränkung wegen (angeblicher) Überqualifizierung geben, aber ist das wirklich die Regel?
 
Statt mich zu ärgern, dass ich den lausigen Zweitjob nicht kriege um ganz Stolz ohne Hilfe vom Staat irgendwie über die Runden zu kommen, würde ich mich lieber weiter entwickeln damit ich auf den Quatsch erst gar nicht angewiesen bin.
Denkst Du auch an die menschen die im erstem Arbeitsmarkt nicht ( oder nur sehr schwer ) unterkommen können, sei es das die zu alt sind, schon Rentner oder Behindert?
Die freuen sich das sie wenigstens etwas dazuverdienen können als zum Amt zu rennen.

zu dem Thema überqualifiziert:
https://www.welt.de/welt_print/article1570260/Wenn-der-Lebenslauf-zum-Fluch-wird.html

Leute, ich will doch nicht viel, ich will für ehrliche Arbeit auch ehrlich bezahlt werden.
Die einführung des mindestlohnes war ein erster schritt in die richtige richtung.
Nun muss der Staat zusehen das dieser Mindestlohn nicht durch trickereien unterlaufen wird.
 
Wenn man "on-the-job" einen besseren Job animmt, dann ist das doch ein Beleg dafür, dass Bildung sich auszahlt (im wahrsten Sinne des Wortes). Denn ich kann es mir leisten, den neu angetretenen Job zu kündigen und einen besseren anzunehmen. Da ist das Timing, vermutlich resultierend aus dem Druck nicht arbeitslos zu sein, ungünstig, was blöd für den Arbeitgeber ist. Aber die Qualifikation eines Arbeitnehmer ist doch dann kein Manko für ihn.
Und genau aus solchen Gründen stellen Arbeitgeber eher selten jemanden ein, der überqualifiziert ist. Sonst arbeitet man denjenigen 3-6 Monate ein und dann isser wieder weg. Arbeitgeber möchten in der Regel nämlich schon eine langfristige Zusammenarbeit und haben häufig auch Vorstellungen, wie es mit so einem Mitarbeiter weitergehen soll und was es da für berufliche Perspektiven gibt.

Gibt übrigens einige interessante Seiten zu dem Thema im Netz.

anddie
 
Denkst Du auch an die menschen die im erstem Arbeitsmarkt nicht ( oder nur sehr schwer ) unterkommen können, sei es das die zu alt sind, schon Rentner oder Behindert?
Die freuen sich das sie wenigstens etwas dazuverdienen können als zum Amt zu rennen.
Ja, wenn schwarze Schafe oder gar ganze Branchen nur sehr schwer Arbeitskräfte finden würden, müssten sie auch per se bessere Konditionen schaffen, ohne den Gesetzgeber zu bemühen. Auf der anderen Seite bedeuten mehr Kunden beim Arbeitsamt auch größeren Druck auf den Gesetzgeber.

Ich denke nämlich vor allem an Arbeitgeber, die versuchen jeden Cent aus deiner Verzweiflung zu pressen und dafür noch Dankbarkeit und Bewunderung erwarten. Zum Amt rennen kann für den Stolz auch nicht schlimmer sein, als sich tagein tagaus über den Tisch... sagen wir aus Jugendschutzgründen... ziehen zu lassen.
Man kann auch versuchen bei den Konditionen eines Jobs, den man eigentlich gar nicht haben will, mit höherem Risiko zu pokern.

Wenn man nicht gerade völlig hinterm Berg wohnt, wo es nur drei Jobs gibt, gibt es in der Regel auch Alternativen zu vielleicht nicht bombastischen, aber besseren Konditionen. Dafür muss man vielleicht länger suchen, mehr Klinken putzen, länger hinfahren, früher aufstehen, sich neue Fähigkeiten aneignen oder ganz besonders den alten, miesen Nebenjob auch wieder hinwerfen und nicht darin versauern.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Chefs fürchten die potenziellen Konkurrenten." Also ein Chef, der solche Denkstrukturen hat, ist wirklich ein grottenschlechter Chef. Dem Chef sollte vor allem das Wohl des Unternehmens am Herzen liegen. Also genau das, was er seinen Angestellten ständig predigt. Wenn ein Chef nur Leute einstellt, die schlechter sind als er selbst, kann sein Unternehmen auch nicht besser werden. Damit wird es stagnieren, früher oder später dann auch vom Markt verschwinden.

Typisch sind solche Strukturen in großen Unternehmen. Da gibt es viele Leute, die genauso denken und sich am Sessel fest krallen. Das ist aber falsch, sowohl für denjenigen, als auch für das Unternehmen. Nur wenn man jemanden einstellt, der besser ist als man selbst, kann man selbst und das Unternehmen daran wachsen. Ganz ehrlich: In so einem Unternehmen möchte ich nicht arbeiten müssen. Denn ein Mensch, der die Konkurrenz fürchtet, muss so ein übel arrogantes Arschloch sein, dass ich ihn auch nicht zum Chef möchte. Würde ohnehin nur Mord und Totschlag geben...

Leute, ich will doch nicht viel, ich will für ehrliche Arbeit auch ehrlich bezahlt werden.
Der Wunsch ist nachvollziehbar und legitim. Aber es gibt nunmal Berufe, die erwirtschaften nicht mal den Mindestlohn. Folglich kann kein Arbeitgeber die Leute nach Mindestlohn bezahlen, selbst wenn er auf jeden Cent Gewinn verzichten würde.

Und solche Stellen werden früher oder später dann eben verschwinden. Oder sie werden entsprechend umgebaut, dass sie wirtschaftlicher werden. Irgendwas wird passieren. Aber ich glaube nicht, dass die Zeitungsausträger-Tätigkeit den Mindestlohn überleben wird. Beim Verkauf einer Zeitung bleibt ja noch kaum was hängen, das man überhaupt dem Zusteller zahlen könnte - mal ganz davon abgesehen, dass die Verkaufszahlen seit der Verbreitung des Internets und der (kostenlosen) Online-Medien immer weiter in den Keller gehen.
 
Und genau aus solchen Gründen stellen Arbeitgeber eher selten jemanden ein, der überqualifiziert ist. Sonst arbeitet man denjenigen 3-6 Monate ein und dann isser wieder weg. Arbeitgeber möchten in der Regel nämlich schon eine langfristige Zusammenarbeit und haben häufig auch Vorstellungen, wie es mit so einem Mitarbeiter weitergehen soll und was es da für berufliche Perspektiven gibt.

Gibt übrigens einige interessante Seiten zu dem Thema im Netz.

anddie
Das habe ich schon verstanden. Was mir nicht klar ist, warum für mich als Arbeitnehmer Qualifikation in diesem Fall ein Manko ist. Ich bekomme doch trotzdem einen Job, sogar einen besseren. Und ich kann es mir sogar leisten, einen frisch angetretenen Job zu kündigen.
 
Der Wunsch ist nachvollziehbar und legitim. Aber es gibt nunmal Berufe, die erwirtschaften nicht mal den Mindestlohn. Folglich kann kein Arbeitgeber die Leute nach Mindestlohn bezahlen, selbst wenn er auf jeden Cent Gewinn verzichten würde.
Er kann ja auch seine Preise anpassen, sprich die Mehrkosten an den Kunden weitergeben. Der wird die Preise letztendlich akzeptieren, denn in der Regel wird es für die Leistungen eine Nachfrage in der Gesellschaft geben.
 
Er kann ja auch seine Preise anpassen, sprich die Mehrkosten an den Kunden weitergeben. Der wird die Preise letztendlich akzeptieren, denn in der Regel wird es für die Leistungen eine Nachfrage in der Gesellschaft geben.
Ja, das klappt in einigen Bereichen ganz sicher. Aber eben nicht in allen. Vor allem nicht in Branchen, die jetzt schon um das Überleben kämpfen.

Ich sehe es aber gar nicht tragisch. So ist es nunmal - einige Branchen sterben, andere entstehen neu. Wer braucht heute schon noch einen Hufschmied? Heute braucht man eben eher KfZ-Schlosser. Und so ist es eben auch mit Zeitungen. Die Papier-Variante wird aussterben, dafür werden eBooks immer mehr dominieren, irgendwann wird es Zeitungsabos nur noch digital geben, die "druckfrisch" an die Geräte über das Internet ausgeliefert werden.

Supermärkte werden über kurz oder lang auch aussterben. Es wird sicherlich irgendwann Lieferdienste geben, die vielleicht sogar rund um die Uhr ausliefern. Überhaupt wird es für alle Läden immer schwerer werden, weil es viel zu bequem ist, mit dem Tablet das Nötige von der Couch aus zu bestellen. Und so weiter und so fort.

Will sagen, über kurz oder lang werden so einige Branchen aussterben und mit ihnen auch etliche Jobs im Niedriglohnsektor. Dafür wird es neue geben. Und die werden dann auch den Mindestlohn zahlen (können), weil ihr Geschäftsmodell rentabel ist und sie auf einer Boom-Welle mit schwimmen, vielleicht sogar mehr. Aber zu fordern, dass eine sterbende Branche auch noch mehr bezahlt, als sie verdient, wird nicht funktionieren. Das einzige, was man machen kann ist, solche Stellen abzulehnen und sich nach etwas besserem und dauerhafterem umzusehen.
 
Wenn man nicht gerade völlig hinterm Berg wohnt, wo es nur drei Jobs gibt
Und genau da wohnen wir ;)

Aber ich glaube nicht, dass die Zeitungsausträger-Tätigkeit den Mindestlohn überleben wird. Beim Verkauf einer Zeitung bleibt ja noch kaum was hängen, das man überhaupt dem Zusteller zahlen könnte - mal ganz davon abgesehen, dass die Verkaufszahlen seit der Verbreitung des Internets und der (kostenlosen) Online-Medien immer weiter in den Keller gehen.
Glaube mir, da bleibt genug hängen.
Bei uns gehen die Abos schon lange zurück, das liegt aber nicht an den neuen Medien, das liegt daran das die Kunden sterben und kein zuzug jüngerer Menschen hier stattfindet.

Er kann ja auch seine Preise anpassen, sprich die Mehrkosten an den Kunden weitergeben. Der wird die Preise letztendlich akzeptieren, denn in der Regel wird es für die Leistungen eine Nachfrage in der Gesellschaft geben.
Das wurde hier gemacht, trotz Sonderkündigungsrecht der Kunden hat keiner aufgrund der preiserhöhung gekündigt.

irgendwann wird es Zeitungsabos nur noch digital geben, die "druckfrisch" an die Geräte über das Internet ausgeliefert werden.

Supermärkte werden über kurz oder lang auch aussterben. Es wird sicherlich irgendwann Lieferdienste geben, die vielleicht sogar rund um die Uhr ausliefern. Überhaupt wird es für alle Läden immer schwerer werden, weil es viel zu bequem ist, mit dem Tablet das Nötige von der Couch aus zu bestellen. Und so weiter und so fort.

Will sagen, über kurz oder lang werden so einige Branchen aussterben und mit ihnen auch etliche Jobs im Niedriglohnsektor. Dafür wird es neue geben. Und die werden dann auch den Mindestlohn zahlen (können), weil ihr Geschäftsmodell rentabel ist und sie auf einer Boom-Welle mit schwimmen, vielleicht sogar mehr.

Stimmt, IRGENDWANN, aber nicht sofort.
Es gibt Menschen die können mit den neuen digitalen Medien nix anfangen und wollen das Papiergeräusch beim umblättern haben.

Ich warte schon lange darauf das es hier in der Gegend Lieferdienste von Supermärken gibt, trotz vieler Geschäfte nimmt das aber keiner in angriff :(

Klar werden einige Branchen aussterben, das war aber schon immer so, auch vor der Einführung des Mindestlohnes.
 
Glaube mir, da bleibt genug hängen.
Bei uns gehen die Abos schon lange zurück, das liegt aber nicht an den neuen Medien, das liegt daran das die Kunden sterben und kein zuzug jüngerer Menschen hier stattfindet.
Wieviel genau dabei hängen bleibt, können Du und ich doch gar nicht sagen. Ich weiß gar nicht, ab welcher Auflage eine Tageszeitung rentabel arbeitet und ab welcher sie sich eine goldene Nase verdient. Aber wenn stets wesentlich mehr gedruckt als verkauft werden, wenn die Abos zurück gehen (nicht nur in Deiner Gegend, sondern im gesamten Verkaufsgebiet der Zeitung/Zeitschrift), dann bleibt natürlich immer weniger übrig. Die Redakteure, Reporter, ... kosten nach wie vor das gleiche Geld...

Stimmt, IRGENDWANN, aber nicht sofort.
Es gibt Menschen die können mit den neuen digitalen Medien nix anfangen und wollen das Papiergeräusch beim umblättern haben.
Klar gibt es diese Leute. Aber die werden irgendwann in der absoluten Minderheit sein und auf das Geräusch verzichten müssen (oder sich ein eBook kaufen, das dieses Geräusch simuliert *gg*). Kein Verlag wird für eine Hand voll Leute extra eine Printausgabe heraus bringen, wenn die große Mehrheit die für beide Seiten billigere und praktischere digitale Lösung vorzieht.

Ich warte schon lange darauf das es hier in der Gegend Lieferdienste von Supermärken gibt, trotz vieler Geschäfte nimmt das aber keiner in angriff :(
Naja, was soll ich sagen. Entweder es wohnen zu wenig potenzielle Kunden in Deiner Nachbarschaft und Umland, dass sich das Geschäftsmodell nicht rentieren kann. Oder es traut sich keiner und dann würde ich sagen: Such Dir ein oder zwei Leute, geht zur Bank und holt euch einen Mini-Kredit für einen Transporter, ein paar Sackkarren und etwas lokaler Werbung, rechnet euch durch wieviel Versandkosten ihr nehmen könnt, um profitabel zu arbeiten und die Leute trotzdem nicht zu verschrecken und los geht's :) Wir haben eine historische Niedrigzinsphase, billiger als jetzt bekommt man vermutlich niemals wieder einen Kredit. Und viel weniger als beim Zeitungsaustragen wird es kaum sein. Besonders dann nicht, wenn die meisten an solchem Service Interesse haben. Um ehrlich zu sein wäre das genau die Art, von der ich sagen würde: "Das Leben selbst in die Hand nehmen statt staatlicher Leibeigenschaft" ;)
 
Naja, was soll ich sagen. Entweder es wohnen zu wenig potenzielle Kunden in Deiner Nachbarschaft und Umland, dass sich das Geschäftsmodell nicht rentieren kann. Oder es traut sich keiner und dann würde ich sagen: Such Dir ein oder zwei Leute, geht zur Bank und holt euch einen Mini-Kredit für einen Transporter, ein paar Sackkarren und etwas lokaler Werbung, rechnet euch durch wieviel Versandkosten ihr nehmen könnt, um profitabel zu arbeiten und die Leute trotzdem nicht zu verschrecken und los geht's :) Wir haben eine historische Niedrigzinsphase, billiger als jetzt bekommt man vermutlich niemals wieder einen Kredit. Und viel weniger als beim Zeitungsaustragen wird es kaum sein. Besonders dann nicht, wenn die meisten an solchem Service Interesse haben. Um ehrlich zu sein wäre das genau die Art, von der ich sagen würde: "Das Leben selbst in die Hand nehmen statt staatlicher Leibeigenschaft" ;)

Like... eh ich meine Zeit für 2,50 für fremde Taschen verschwende erledige ich lieber den Einkauf für andere Menschen und zieh mein eigenes, kleines Geschäft damit hoch, da hat man wenigstens die Perspektive das irgendwann mehr daraus wird (selbst davon leben können, eigene Angestellte etc.)

Das Modell kann man mit Tausend Dienstleistungen fahren, ob nun Einkauf, Haushaltshilfe, handwerkliches, Menschen - oder Haustiere sittten, Gartenarbeit...einfach das nehmen was gefragt ist in Deiner Gegend und was zu Dir passt und auf geht's
 
Like... eh ich meine Zeit für 2,50 für fremde Taschen verschwende erledige ich lieber den Einkauf für andere Menschen und zieh mein eigenes, kleines Geschäft damit hoch, da hat man wenigstens die Perspektive das irgendwann mehr daraus wird (selbst davon leben können, eigene Angestellte etc.)

Das Modell kann man mit Tausend Dienstleistungen fahren, ob nun Einkauf, Haushaltshilfe, handwerkliches, Menschen - oder Haustiere sittten, Gartenarbeit...einfach das nehmen was gefragt ist in Deiner Gegend und was zu Dir passt und auf geht's
Kla, wenn man irgendwas gut kann, kann man seine Fähigkeiten meist auch irgendwie versilbern. Und wenn man keinerlei Talent hat und nichts gelernt, kann man es noch immer mit Eifer und Fleiß zu etwas bringen.

Weißt Du, was ich immer bedauerlich finde? Menschen sind ja selten einer Meinung. Nur wenn sie ein gemeinsames Ziel oder Feind haben, werden sie sich (temporär) einig. Die Geldsäcke machen es wunderbar vor. Da werden Geschäfte auf dem Golfplatz abgeschlossen, man trifft sich sonntags in der Kirche oder wenn der Herr Bürgermeister wieder Geld für die nächste Wahl schnorren will und sich anbiedert beim Festbankett. Hier und da mal eine Aufsichtsratssitzung und immer auf der Suche nach dem nächsten Insidertipp von der Börse. Treffen sich zwei Geldsäcke, entstehen sehr oft und sehr schnell tolle Ideen und Synergien, wie man zusammen arbeiten könnte und beide ihr Säckl noch praller füllen können. Klappt wunderbar.

Wenn sich mal die Leute der Mittel- und Unterschicht genauso einig wären, statt sich gegenseitig die Augen auszukratzen. Einfach mal 2 Arbeitslose suchen, die auch ihr Leben in die Hand nehmen wollen und mal schauen, was man gemeinsam machen könnte. Völlig egal was (mal vom Banküberfall abgesehen). Ich meine, wir haben in Deutschland absolut keine Not, zu verhungern. Im allerschlimmsten Fall haben wir sogar noch ganz weit unten das letzte Fangnetz "Privatinsolvenz". Das Schlimmste, das also passieren kann ist, dass man 7 Jahre lang "Scheiße schippen" muss, dann ist man wieder schuldenfrei. Natürlich soll das nicht das Ziel sein, aber noch haben wir ein recht stabiles soziales Netz. Und ich denke, bevor man sich zum Hanswurst für irgendein Amt oder krumm macht für ein Geld, von dem man doch nicht leben kann, ist das eine gute Alternative.
 
Weißt Du, was ich immer bedauerlich finde? Menschen sind ja selten einer Meinung. Nur wenn sie ein gemeinsames Ziel oder Feind haben, werden sie sich (temporär) einig. Die Geldsäcke machen es wunderbar vor. Da werden Geschäfte auf dem Golfplatz abgeschlossen, man trifft sich sonntags in der Kirche oder wenn der Herr Bürgermeister wieder Geld für die nächste Wahl schnorren will und sich anbiedert beim Festbankett. Hier und da mal eine Aufsichtsratssitzung und immer auf der Suche nach dem nächsten Insidertipp von der Börse. Treffen sich zwei Geldsäcke, entstehen sehr oft und sehr schnell tolle Ideen und Synergien, wie man zusammen arbeiten könnte und beide ihr Säckl noch praller füllen können. Klappt wunderbar.
Du romantisierst das Geldsackdasein glaube ich etwas zu sehr, ich kenne leider zuviele Menschen mit zuviel Kohle und die meisten sind sich nicht besonders einig mit ihren Geldsackkollegen. Da sind eher Neid und Missgunst und das ein oder andere Gerichtsverfahren an der Tagesordnung. Klar gibt es da auch öfter übertriebene Höflichkeit, Partnerschaften und Synergien, aber wie so oft hört auch da beim Geld das Thema "Freundschaft" ganz schnell auf und Zweckfreundschaften sind eher Regel als Ausnahme.

Wenn sich mal die Leute der Mittel- und Unterschicht genauso einig wären, statt sich gegenseitig die Augen auszukratzen. Einfach mal 2 Arbeitslose suchen, die auch ihr Leben in die Hand nehmen wollen und mal schauen, was man gemeinsam machen könnte. Völlig egal was (mal vom Banküberfall abgesehen). Ich meine, wir haben in Deutschland absolut keine Not, zu verhungern. Im allerschlimmsten Fall haben wir sogar noch ganz weit unten das letzte Fangnetz "Privatinsolvenz". Das Schlimmste, das also passieren kann ist, dass man 7 Jahre lang "Scheiße schippen" muss, dann ist man wieder schuldenfrei. Natürlich soll das nicht das Ziel sein, aber noch haben wir ein recht stabiles soziales Netz. Und ich denke, bevor man sich zum Hanswurst für irgendein Amt oder krumm macht für ein Geld, von dem man doch nicht leben kann, ist das eine gute Alternative.
Ach Pack schlägt sich zwar aber Pack verträgt sich auch, wenn das Geld fehlt sind die Freundschaften wenigstens ehrlicher, das Problem ist eher das KnowHow, die Ausdauer und das Selbstvertrauen fehlt dann doch meistens um ein erfolgreiches Geschäft hochzuziehen.
 
[...] Zweckfreundschaften sind eher Regel als Ausnahme.
Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es alles nur Zweckfreundschaften sind. Sieht man aber erst dann, wenn jemand sein ganzes Geld irgendwie durch gebracht und nichts mehr hat. Dann wird er nicht mehr zu irgendwelchen Empfängen eingeladen, der Goldclub verlängert ihm auch seine Mitgliedschaft nicht mehr und man hat keine gemeinsamen Gesprächsthemen mehr. Auf einmal kommt derjenige von einem anderen Stern :)

Aber ich rede auch gar nicht von Freundschaften, ich rede von Synergien. Zumindest innerhalb des gleichen "Rudels", also Golf- oder Countryclub, Schützenverein, ... Und vielleicht ist auch unsere Definition von "Geldsack" unterschiedlich, aber egal.

Worauf ich hinaus will ist, dass man eigentlich immer die Möglichkeit hat, etwas auf die Beine zu stellen. Und es ist immer einfacher, wenn man zu zweit oder dritt ist. Und das wird vom Staat sogar noch finanziell gefördert.

das Problem ist eher das KnowHow, die Ausdauer und das Selbstvertrauen fehlt dann doch meistens um ein erfolgreiches Geschäft hochzuziehen.
Ja, mag sein. Aber ich kenne niemanden, der absolut nichts kann. Jeder ist in irgendwas gut. Und aus der Mischung ließe sich ganz sicher etwas machen, das auch Wachstumspotenzial hat. Finde ich sinnvoller, als wenn jeder für sich einer verhassten Tätigkeit nach geht, die ihn klein hält und keine Aussicht hat, davon dauerhaft leben zu können.
 
Aber wenn stets wesentlich mehr gedruckt als verkauft werden, wenn die Abos zurück gehen (nicht nur in Deiner Gegend, sondern im gesamten Verkaufsgebiet der Zeitung/Zeitschrift), dann bleibt natürlich immer weniger übrig. Die Redakteure, Reporter, ... kosten nach wie vor das gleiche Geld...


Such Dir ein oder zwei Leute, geht zur Bank und holt euch einen Mini-Kredit für einen Transporter, ein paar Sackkarren und etwas lokaler Werbung, rechnet euch durch wieviel Versandkosten ihr nehmen könnt, um profitabel zu arbeiten und die Leute trotzdem nicht zu verschrecken und los geht's :)

Um ehrlich zu sein wäre das genau die Art, von der ich sagen würde: "Das Leben selbst in die Hand nehmen statt staatlicher Leibeigenschaft" ;)

Die wissen hier genau wieviel Zeitungen benötigt werden, es gibt ( laut unserem Chef ) keine 300 Rückläufer im gesamtem Gebiet. ( auflage hier rund 20.000 )
Redakteure kosten das gleiche, egal ob 5 Millionen auflage oder nur 20000, da hast Du recht.
Reporter werden hier immer weniger da der große teil der Nachrichten einfach eingekauft ( meist dpa ) werden.


Nicht jeder ist in der Lage ( oder willens ) sich selbstständig zu machen ;)


Auch das Zeitungsaustragen ist eine Art sein leben ( zumindenst ein stück davon ) selbst in die Hand zu nehmen anstatt auf-s Amt zu rennen.

Es ist ehrliche arbeit und sollte auch ehrlich bezahlt werden.

Deswegen müssen die möglichkeiten den Mindestlohn zu unterschreiten abgestellt werden. ( und zwar in JEDER Branche )