Nicht jeder ist in der Lage ( oder willens ) sich selbstständig zu machen ;)
In der Lage ist jeder. Man muss halt nur wissen, dass man viel mehr Arbeit hat und an mehr denken muss, als als Angestellter. Das ist halt der Preis dafür, Beliebig wachsen zu können. Die untere Grenze stellt aber trotzdem Hartz IV dar (ich war zum Ende meiner Selbstständigkeit auch jeden Monat beim Amt und habe mir mein Hartz IV geholt, weil ich sonst keine Miete mehr hätte zahlen können). Wenn man allerdings nicht will, ist es eine andere Sache.

Es ist ehrliche arbeit und sollte auch ehrlich bezahlt werden.
Man wird doch ehrlich bezahlt. Das Geld stammt nicht aus dem Verkauf von Drogen oder Blutdiamanten. Nur gibt das Geschäftsmodell vermutlich nicht genug her, um 8,50 Euro oder mehr zu bezahlen. Daher gibt es 4 Möglichkeiten:

1. Man bezahlt so viel, wie man kann und hofft jemanden zu finden, der für das Geld arbeiten geht.
2. Man streicht diesen Posten und sucht sich andere Vertriebswege. Das kann dann ein externer Dienstleister sein oder eben die elektronische Auslieferung.
3. Man erhöht die Preise für das Produkt, um die Auslieferung bezahlen zu können.
4. Man lässt es sein und meldet Konkurs an.

Wir sind uns wohl darüber einig, dass momentan Weg 1 gegangen wird, langfristig aber nur 2 oder 3 in Frage kommen. Wenn die nicht funktionieren, bleibt dann nur noch Weg 4, das nennt man dann "Marktbereinigung". Aus Deiner Sicht käme nur Weg 3 in Frage. Und da ist dann die Frage, ob die Abonnenten tatsächlich bereit sind, 30% oder mehr für ihr Abo zu zahlen. Man darf gespannt sein. Ich glaube nicht, aber vielleicht unterschätze ich die Menschen.
 
In der Lage ist jeder.


Man wird doch ehrlich bezahlt.

Nur gibt das Geschäftsmodell vermutlich nicht genug her, um 8,50 Euro oder mehr zu bezahlen. Daher gibt es 4 Möglichkeiten:

1. Man bezahlt so viel, wie man kann und hofft jemanden zu finden, der für das Geld arbeiten geht.
2. Man streicht diesen Posten und sucht sich andere Vertriebswege. Das kann dann ein externer Dienstleister sein oder eben die elektronische Auslieferung.
3. Man erhöht die Preise für das Produkt, um die Auslieferung bezahlen zu können.
4. Man lässt es sein und meldet Konkurs an.

NEIN, NICHT JEDER ! Es gibt ausnahmen ;)

Klar, auf-s Amt rennen und Gewerbe anmelden ist einfach, das ist aber auch das einzige was einfach ist.
Bei Krediten wird es schon schwieriger, die bekommst Du nur wenn das Konzept tragfähig ist UND Du nicht zu Alt bist.
Apropo Alter, je älter und kränker jemand ist desto schwerer fällt es eine KV mit vernünftigen Preisen zu bekommen.

zu sagen, "och, wenns schief geht gibt es ja die privatinsollvenz und alg2" ist zwar richtig, Du vergisst dabei aber das die verlierer die Gläubiger sind die meist leer ausgehen.

Unter ehrlicher Bezahlung verstehe ich MINDESTENS den Mindestlohn nach Stunden OHNE tricksereien.

Bei Deinem Weg 1 wird aber der Mindestlohn nicht gezahlt.
Mindestlohn heist das mindestens dieser Lohn gezahlt werden muss, alles darunter sollte VERBOTEN sein.
Mindestlohn heist NICHT das der Arbeitgeber nur das bezahlen muss was er kann!

Zu weg 2, auch andere Vertriebswege helfen hier nicht, auch da gild der Mindestlohn.

zu weg 3, wurde hier gemacht, keiner hat aufgrund der Erhöhung das Abo gekündigt.

zu weg 4, klar, genau das sagen die Arbeitgeber immer, ich glaube beim Grundkurs selbstständigkeit gehöhrt als wichtigstes Lehrnziel " wie jammere ich richtig"

aber so wie ich Deine Beiträge lese bist Du ja eher für eine Abschaffung des Mindestlohnes anstatt die schlupflöcher zu schliesen.

In diesem fall hätte ich eine Idee: Abschaffung des Mindestlohnes UND abschaffung der Sittenwiedrigleit des Lohnes.
Das wird uns in die glorreiche Zeiten der Leibeigenen ohne Rechte zurückführen.
 
Klar, auf-s Amt rennen und Gewerbe anmelden ist einfach, das ist aber auch das einzige was einfach ist. Bei Krediten wird es schon schwieriger, die bekommst Du nur wenn das Konzept tragfähig ist UND Du nicht zu Alt bist.
Na ich gehe schon davon aus, dass man ein tragfähiges Konzept hat. Nicht nur wegen des Kredits, sondern auch für sich selbst. Ostereier verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt wird es vermutlich nicht sein :)

Apropo Alter, je älter und kränker jemand ist desto schwerer fällt es eine KV mit vernünftigen Preisen zu bekommen.
Worauf Du hinaus willst, ist die Risikoanalyse der Bank/des Investors. Das Alter spielt da sicherlich eine große Rolle, aber auch der Verwendungszweck. Ein Kredit mit 70 über 100.000 Euro zur freien Verfügung wird sicherlich äußerst schwer werden. Ein Kredit mit 50 über 50.000 um beim Haus anzubauen oder ein neues Dach drauf zu setzen hingegen ein Kinderspiel.

10.000 Euro für einen gebrauchten Transporter für ein Einzelunternehmenunternehmen (oder KG, OHG, GbR), etwas Werbung und das durch 2 Personen geteilt, so gut wie sicher.

zu sagen, "och, wenns schief geht gibt es ja die privatinsollvenz und alg2" ist zwar richtig, Du vergisst dabei aber das die verlierer die Gläubiger sind die meist leer ausgehen.
Das ist das normale Risiko bei allen Finanzgeschäften. Dafür bekommt man ja auch Geld (Zinsen und Zinseszinsen) für das Nichtstun. Würde jemand sein Geld bei der Börse investieren (egal in was), ist das Risiko das gleiche.

Und man selbst muss für sich natürlich auch überlegen, ob sich das Risiko noch lohnt, sich selbstständig zu machen. Wenn ich jetzt nur noch 3 oder 4 Jahre bis zur Rente hätte, würde ich mich vermutlich auch nur noch irgendwo als Pförtner hin hocken und gut ist. Sind es noch 20 Jahre, dann ist das keine Option, dann muss ich mir was anderes überlegen.

Mindestlohn heist das mindestens dieser Lohn gezahlt werden muss, alles darunter sollte VERBOTEN sein. Mindestlohn heist NICHT das der Arbeitgeber nur das bezahlen muss was er kann!
Ich habe Dich da schon verstanden. Nur die Frage ist, was wohl passiert, wenn er nicht mehr zahlen kann? Ob er will oder nicht, ist ja irrelevant. Er kann einfach nicht. Was tun?

  • Konkurs anmelden
  • Unrentabel arbeiten, notfalls Familienerbstücke verkaufen
  • Preise erhöhen, um Einnahmen zu stärken

Wenn es bei euch geklappt hat mit der Preiserhöhung und es dauerhaft so funktioniert, dann ist es super und war somit der richtige Weg. Aber das wird nicht in jeder Branche und jedem Job so einfach möglich sein. Sei es wegen der Konkurrenz oder weil das Geschäftsmodell nicht genug her gibt. Und was dann?

klar, genau das sagen die Arbeitgeber immer, ich glaube beim Grundkurs selbstständigkeit gehöhrt als wichtigstes Lehrnziel " wie jammere ich richtig"
Ich kenne ja nun beide Seiten; ich war selbstständig und auch Arbeitnehmer. Daher glaube ich, dass beide "Spezies" auch "Gegenspieler" sind, nicht etwa ein Team, was sehr schade ist. Aus Arbeitgebersicht ist es so, dass ich maximale Arbeitsleistung bei minimaler Vergütung anstrebe. Aus Arbeitnehmersicht will ich maximale Vergütung bei minimalem Aufwand. Irgendwo in der Mitte muss man sich treffen. Und wenn ich einen Job zu vergeben habe, der aber nicht die 8,50 €/h erwirtschaftet, habe ich 2 Möglichkeiten:
  1. Ich erledige die Arbeit selbst
  2. Ich finde jemanden, der sie für das Geld erledigt, das ich dafür zahle
Kann ich die Arbeit selbst nicht erledigen, weil dafür die Zeit nicht da ist oder ich es nicht tun kann, weil ich mich nicht zerteilen kann (wie etwa 100 Briefe pro Stunde zustellen), dann stehe ich wieder an dem Punkt wie vorher. Klar kann ich erstmal die Preise erhöhen. Würde vermutlich jeder so machen, man will ja sein Geschäft nicht verlieren. Was aber, wenn dadurch weniger verkauft wird und ich am Ende noch immer nicht mehr, im schlimmsten Fall sogar weniger einnehme?

Nehmen wir doch mal das Beispiel Pförtner. Also da sitzt jemand in einem kleinen Glashaus und guckt den ganzen Tag mehr oder weniger intelligent aus seiner Wäsche. Ab und an fragt er so freundlich es ihm möglich ist: "Wohin woll'n se denn?" und weist den Weg. In ganz modernen Häuschen drückt er/sie vielleicht noch einen Knopf, damit die Schranke hoch geht. Nachts passt er auf, dass keine bösen Buben über die Zäune krauchen und ruft notfalls die Polizei. Also wieviel Mehrwert ist so ein Job? Man muss dafür nichts gelernt haben, kann sogar behindert sein.

Ein Rentner freut sich vielleicht darüber, wenn er noch 4 Euro pro Stunde zu seiner Rente verdient. Ein Single kann davon allein nicht leben. Muss ich jetzt 8,50 pro Stunde zahlen, geht das nicht. Ich verzichte also auf den Pförtner. Und wem ist damit geholfen? Der Single kann den Job noch immer nicht annehmen (jetzt weil es ihn nicht mehr gibt) und der Renter auch nicht (aus dem gleichen Grund). In der Konsequenz haben wir einen Rentner um seinen Zuverdienst gebracht. Tolle Wurst.

aber so wie ich Deine Beiträge lese bist Du ja eher für eine Abschaffung des Mindestlohnes anstatt die schlupflöcher zu schliesen.
Ich bin dafür, dass sich die Arbeitnehmer emanzipieren. Dass es ganz selbstverständlich ist, keinen Fulltime-Job anzunehmen, von dem man nicht leben kann. Und diese Zahl ist ja auch von Region zu Region und sogar von Person zu Person verschieden. Der eine hat nunmal nur 300 Euro Miete warm, keine Kinder, Single und ungelernt. Dem reichen vielleicht 1500 Euro brutto. Der andere braucht halt 1800, der nächste ist erst bei 5000 glücklich. Aber das muss der Arbeitnehmer entscheiden. Denn wenn ein Job gemacht werden muss, aber sich für das gezahlte Geld niemand finden lässt, wird entweder der Lohn angepasst oder der Job verschwindet vom Markt, was also eine natürliche Bereinigung darstellt. Ich bin dagegen, dass der Staat pauschal vorschreibt, wieviel Geld mindestens für irgendeine Arbeit gezahlt werden muss. Er kümmert sich ja auch nicht darum (oder zumindest nur sehr halbherzig), wieviel Geld maximal gezahlt wird. Ich meine, wie fleißig muss wohl der Herr Ackermann sein, dass er ein paar Millionen im Monat "erarbeiten" kann. Trägt der etwa nebenbei Zeitungen aus?

Gut, man kann ja sagen, dass der Mindestlohn halt nötig ist, weil der Durchschnittsarbeitnehmer nicht genug Rückgrat besitzt, sich selbst um eine vernünftige Bezahlung zu kümmern. Das akzeptiere ich ja auch und deswegen bin ich kein direkter Gegner des Mindestlohns. Ich sage halt nur, dass man damit eben auch das Todesurteil für bestimmte Berufe und Branchen unterschrieben hat. Wenn man auch ohne sie leben kann, ok. Wenn genug Geld da ist, dass man den gleichen Job tatsächlich besser bezahlen kann, noch besser. Glaube ich aber nicht ;)
 
Ein Kredit mit 50 über 50.000 um beim Haus anzubauen oder ein neues Dach drauf zu setzen hingegen ein Kinderspiel.

10.000 Euro für einen gebrauchten Transporter für ein Einzelunternehmenunternehmen (oder KG, OHG, GbR), etwas Werbung und das durch 2 Personen geteilt, so gut wie sicher.


Und man selbst muss für sich natürlich auch überlegen, ob sich das Risiko noch lohnt, sich selbstständig zu machen.


Wenn es bei euch geklappt hat mit der Preiserhöhung und es dauerhaft so funktioniert, dann ist es super und war somit der richtige Weg. Aber das wird nicht in jeder Branche und jedem Job so einfach möglich sein. Sei es wegen der Konkurrenz oder weil das Geschäftsmodell nicht genug her gibt. Und was dann?


Ich kenne ja nun beide Seiten; ich war selbstständig und auch Arbeitnehmer. Daher glaube ich, dass beide "Spezies" auch "Gegenspieler" sind, nicht etwa ein Team, was sehr schade ist. Aus Arbeitgebersicht ist es so, dass ich maximale Arbeitsleistung bei minimaler Vergütung anstrebe. Aus Arbeitnehmersicht will ich maximale Vergütung bei minimalem Aufwand. Irgendwo in der Mitte muss man sich treffen. Und wenn ich einen Job zu vergeben habe, der aber nicht die 8,50 €/h erwirtschaftet, habe ich 2 Möglichkeiten:
  1. Ich erledige die Arbeit selbst
  2. Ich finde jemanden, der sie für das Geld erledigt, das ich dafür zahle


Nehmen wir doch mal das Beispiel Pförtner. Also da sitzt jemand in einem kleinen Glashaus und guckt den ganzen Tag mehr oder weniger intelligent aus seiner Wäsche. Ab und an fragt er so freundlich es ihm möglich ist: "Wohin woll'n se denn?" und weist den Weg. In ganz modernen Häuschen drückt er/sie vielleicht noch einen Knopf, damit die Schranke hoch geht. Nachts passt er auf, dass keine bösen Buben über die Zäune krauchen und ruft notfalls die Polizei. Also wieviel Mehrwert ist so ein Job? Man muss dafür nichts gelernt haben, kann sogar behindert sein.

Ein Rentner freut sich vielleicht darüber, wenn er noch 4 Euro pro Stunde zu seiner Rente verdient. Ein Single kann davon allein nicht leben. Muss ich jetzt 8,50 pro Stunde zahlen, geht das nicht. Ich verzichte also auf den Pförtner. Und wem ist damit geholfen? Der Single kann den Job noch immer nicht annehmen (jetzt weil es ihn nicht mehr gibt) und der Renter auch nicht (aus dem gleichen Grund). In der Konsequenz haben wir einen Rentner um seinen Zuverdienst gebracht. Tolle Wurst.


Ich bin dafür, dass sich die Arbeitnehmer emanzipieren. Dass es ganz selbstverständlich ist, keinen Fulltime-Job anzunehmen, von dem man nicht leben kann.

Ich bin dagegen, dass der Staat pauschal vorschreibt, wieviel Geld mindestens für irgendeine Arbeit gezahlt werden muss.

Er kümmert sich ja auch nicht darum (oder zumindest nur sehr halbherzig), wieviel Geld maximal gezahlt wird.


Ich sage halt nur, dass man damit eben auch das Todesurteil für bestimmte Berufe und Branchen unterschrieben hat.


Klar bekommst Du Geld für ein neues Dach, schlieslich ist der Wert des Hauses für die Bank sicherheit genug.

Versuche mal einen Kredit zu bekommen wenn Du keine sicherheiten hast, dann wird es bei 10.000 Euro schon schwierig.

Stimmt genau, für viele lohnt sich das Risiko nicht.

Die Preiserhöhung bei uns ist das eine, das andere ist das wir immer noch nicht den ( reduzierten ) Mindestlohn erhalten!

Leider sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer oft "gegner" ich finde das auch nicht gut !
Tya, sehe es mal so: Du bekommst vorgeschrieben was Du jemanden der die Arbeit durchführt bezahlen musst, da hast Du immer noch
die möglichkeit Dir zu überlegen ob Du die Arbeit abgibst oder selbst erledigst.

Zum Thema Pfördner, ich weis nicht woher Deine Sicht kommt das diese den lieben langen Tag nur dumm rumsitzen ohne etwas zu leisten.
Mein Opa war Pfördner, bereits vor 40 Jahren hatte der soviel zu tun das nebenbei z.B. Zeitunglesen nicht machbar war.

Genau der Rentner freut sich über 8,50 Euro mehr als über 4 Euro.
Genau das ist der Punkt, JEDER der Vollzeit arbeitet sollte von seinem Lohn zumindenst ÜBERLEBEN können.
Bei 4 Euro ist das NICHT möglich.
Gäbe es keine Lohnuntergrenze so würden sich sicherlich auch Menschen finden die diesen Job auch für weniger als 4 Euro machen.
ich nenne sowas AUSBEUTUNG.

Du wirst Arbeitnehmer nicht so emanzipieren können das die unterbezahlte Jobs ablehnen, selbst wenn Du das schaffst wird Dir das Jobcenter schon
sagen inwieweit Du dich emanzipieren darfst.

Ohne feste Lohnuntergrenze werden die Menschen die wert drauf legen nicht zum Amt zu laufen weiter ausgebeutet.

Das der Staat sich nicht darüm kümmert das auch nach oben eine Grenze eingeführt wird halte ich genau wie Du ebenfalls für falsch.

Manche Berufe mögen verschwinden, das war aber schon immer so und ist keine Folge des Mindestlohnes.

Nicht vergessen, auch der Staat hat etwas davon wenn der Mindestlohn flächendeckend bezahlt wird.

Ich kann nur hoffen das selbiger bei den Ausnahmen nachbessert und schlupflöcher schliest.

Wenn der Staat dieses nicht tut sehe ich eine Klagewelle auf die Arbeitsgerichte zukommen.
 
Zum Thema Pfördner, ich weis nicht woher Deine Sicht kommt das diese den lieben langen Tag nur dumm rumsitzen ohne etwas zu leisten. Mein Opa war Pfördner, bereits vor 40 Jahren hatte der soviel zu tun das nebenbei z.B. Zeitunglesen nicht machbar war.
Ok, aber jetzt kommen wir doch zum Kern dessen, was ich auch schon gesagt habe. Wenn jemand nur da sitzt und doof aus dem Pullover guckt, dann erwirtschaftet er nunmal höchstens einen Mehrwert von vielleicht 3 oder 4 Euro die Stunde. Kommt jetzt ein Mindestlohn, dann muss die Stelle entweder gestrichen werden oder man gibt ihm so lange Zusatzaufgaben und Verantwortung, bis der Mehrwert 8,50 Euro/Stunde entspricht. Vermutlich war das bei Deinem Opa so. Auch dann ist es völlig ok und richtig. Aber wenn es keine Zusatzaufgaben gibt, dann verschwindet die Stelle. Was soll sonst passieren?

Genau der Rentner freut sich über 8,50 Euro mehr als über 4 Euro.
Natürlich tut er das. Er freut sich vermutlich über 850 Euro noch mehr als über 8,50. Das heißt aber nicht, dass sein Job so viel auch erwirtschaftet.

Genau das ist der Punkt, JEDER der Vollzeit arbeitet sollte von seinem Lohn zumindenst ÜBERLEBEN können.
Wenn er davon aber gar nicht überleben muss, weil es kein Ausbildungsberuf ist, sondern ein ungelernter Nebenjob? Dann wäre das eigentlich nur ein Nebenverdienst, der zuzüglich zur Rente oder anderem duerhaften Haupteinkommen erwirtschaftet wird?

Wie gesagt: Nicht jede Tätigkeit gibt 8,50 Euro/Stunde her. Und das sind fast immer die Arbeiten, zu denen man eben keine Ausbildung braucht, folglich auch keine Berufe in eigentlichem Sinne sind. Und wer sich nicht zu schade ist, 40 Stunden pro Woche für 400 oder 800 Euro in Monat arbeiten zu gehen, der soll es machen. Ich würde mir immer wünschen, dass der Arbeitnehmer eher dankend ablehnt.

ich nenne sowas AUSBEUTUNG.
Naja, wir leben ja nun nicht im Sozialismus und auch nicht im Paradies. In unserer Welt ist "Ausbeutung" ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Der Grundgedanke, dass durch einen Angestellten eine Firma mehr erwirtschaftet und der Angestellte ein gutes Gehalt bekommt (also eine Win-Win-Situation) ist ja nur in der Theorie so. Ich kenne keinen Arbeitgeber, der mehr zahlt, als er zahlen muss. "Wie, sie möchten nur 1500 Euro brutto? Ich zahle Ihnen mindestens 2000, weniger kann ich nicht. Wenn Ihnen das nicht gefällt, müssen wir ablehnen" - sowas schonmal erlebt?

Du wirst Arbeitnehmer nicht so emanzipieren können das die unterbezahlte Jobs ablehnen, selbst wenn Du das schaffst wird Dir das Jobcenter schon sagen inwieweit Du dich emanzipieren darfst.
Ja, das ist aber wieder ein anderes Thema: Staatliche Knechtschaft. Aber auch hier gibt es Mittel und Wege, um einen Job abzulehnen. Wer nicht arbeiten will, kommt ja auch regelmäßig darum herum und oft recht phantasievoll. Von denen kann man sich ja noch was abgucken :) Und wenn es nach mir ginge, wüßte ich, wieviel Geld ich mindestens brutto verdienen muss, damit sich das Arbeiten für mich lohnt. Um alles darunter käme ich für meinen Teil sicher herum.

Nicht vergessen, auch der Staat hat etwas davon wenn der Mindestlohn flächendeckend bezahlt wird.
Der Staat schönt durch diese Scheiße seine Statistik. Wir haben stabile bzw. leicht sinkende Arbeitslosenzahlen, aber stetig (zum Teil stark) steigende Zahl von Niedriglöhnern, die oft von ihrem erarbeiteten Geld nicht leben können. Natürlich wird die Staatskasse so auch entlastet. Es ist ein Unterschied, ob komplett Hartz IV gezahlt werden muss oder nur noch bezuschusst. Trotzdem machen die Leute einen Eiertanz, sind immer stets und ständig nur einen Fuß breit von Hartz IV entfernt. Keine Aussicht auf Karriere, Zukunft oder dauerhaft vom Amt weg zu kommen. Tolle Wurst.
 
Man könnte das doch einfach lösen: Es darf gerne Arbeitsplätze geben, auf denen weniger gezahlt wird, weil es sonst nicht rentabel wäre, diese Arbeitsplätze zu schaffen. Aber gleichzeitig darf es keine Verpflichtung geben, solche Arbeitsplätze annehmen zu müssen, weil der Staat einen dazu zwingt.

Wer freiwillig Zeitungen für 2,50 Euro austrägt, soll das gerne machen dürfen. Aber niemand darf dazu gezwungen werden, weil er sonst keine Unterstützung vom Staat bekommt.
 
@Photon

Die Stelle mag dann verschwinden, die Arbeit ansich nicht, die hat dann nur ein anderer.

Jeder Job erwirtschaftet das Geld, dafür wird der Arbeitgeber schon sorgen.
Meist hebt der Arbeitgeber seine Preise an.

Auch Menschen OHNE Berufsabschluss MÜSSEN irgendwie überleben!
Deshalb, wer Vollzeit arbeitet sollte von dem Lohn auch überleben können.

Klar wäre es wünschenswert wenn Arbeitnehmer arbeiten ablehnen die mies bezahlt werden.
Dazu kommt es aber nicht da der Staat da etwas dagegen hat.

Ungelernter Nebenjob ? sorry, wer 40 Stunden die Woche arbeitet, egal ob gelernt oder ungelernt
arbeitet Vollzeit. Das ist KEIN Nebenjob.

Ob Beruf oder ungelernt, die 8,50 Euro sind ein MINDESTLOHN, AUCH FÜR UNGELERNTE !

"In unserer Welt ist "Ausbeutung" ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft."

UND GENAU DESWEGEN IST DER MINDESTLOHN RICHTIG.

"Staatliche Knechtschaft. Aber auch hier gibt es Mittel und Wege, um einen Job abzulehnen. "

Das machst Du 2-3 Mal, danach fällt diesen Stellen etwas ein WIE sie Dich beschäftigen können.
Zur not darfst Du in einem beheiztem Raum sitzen und Pussels zusammensetzen.
Die sitzen nunmal am längerem Hebel und finden fast immer einen Weg um Dich zwangweise zu "beschäftigen"


"Wir haben stabile bzw. leicht sinkende Arbeitslosenzahlen"

OCH NEEEEEEE, ich dachte durch die Einführung des Mindestlohnes würden massenweise Arbeitsplätze vernichtet.


"aber stetig (zum Teil stark) steigende Zahl von Niedriglöhnern"

Und genau DIESE Menschen brauchen den Mindestlohn.

"Trotzdem machen die Leute einen Eiertanz, sind immer stets und ständig nur einen Fuß breit von Hartz IV entfernt. Keine Aussicht auf Karriere, Zukunft oder dauerhaft vom Amt weg zu kommen. Tolle Wurst."

Das stimmt, aber ohne Mindestlohn wären einige auf ALG2 angewiesen die es dank Mindestlohn nun nicht mehr sind.


@Marty, das funktioniert nicht.
Würde das so umgesetzt so würde (fast) jeder Arbeitgeber nur noch solche Jobs schaffen.
Damit wäre für Lohndumping alle Türen offen.
bedeutet: Die Menschen arbeiten für einen Hungerlohn und müssten zudem noch Staatliche Hilfe
in Anspruch nehmen.
Frei nach dem Motto : Gewinne privatisieren, kosten sozialisieren

Für den Staat bedeutet es: Weniger Steuereinnahmen und gleichzeitig mehr Sozialausgaben.

So, tschüss bis ( mit Glück ) nächste Woche
 
Jeder Job erwirtschaftet das Geld, dafür wird der Arbeitgeber schon sorgen.
Meist hebt der Arbeitgeber seine Preise an.
Preissteigerungen lassen sich nunmal nicht überall ohne Konsequenzen durchsetzen. Nur weil bei euch die Abonennten nicht gleich reihenweise gekündigt haben, ist das noch lange kein überregionales Gesetz. Außerdem überlege ich mir heute schon dreimal ob ich bei all den Gratisangeboten im Netz noch nen Neu-Abo abschließe. Preissteigerungen machen das sicherlich auch nicht besser.

Meist heißen gestiegene Kosten erstmal Einstellungsstop bei Umsatzsteigerung. Also Mehrbelastung für jeden einzelnen.
Im schlimmsten Fall kommt dann der "Sparplan" oder die "Neuausrichtung" und wir wissen, was das für Mitarbeiter bedeutet.
 
Die Stelle mag dann verschwinden, die Arbeit ansich nicht, die hat dann nur ein anderer.
Na dann ist doch gut. Statt 2 Stellen zu streichen, wurde also nur 1 gestrichen und der andere macht jetzt doppelt so viel für mehr Geld. Wenn da noch so viel Luft war, dass er die Arbeit übernehmen konnte, dann ist doch allen geholfen. Einer hat jetzt ein vernünftiges Einkommen, muss sich nicht mehr den halben Tag langweilen und der Arbeitgeber hat es endlich geschafft, rentabel zu sein. Alles bestens.

Jeder Job erwirtschaftet das Geld, dafür wird der Arbeitgeber schon sorgen. Meist hebt der Arbeitgeber seine Preise an.
Also wenn es so einfach wäre, einfach "dafür zu sorgen", dass eine Tätigkeit auch genug Geld erwirtschaftet, dann wäre ich jetzt nicht wieder Arbeitnehmer. Du kannst als Selbstständiger und/oder Arbeitgeber auch nicht einfach zaubern und dann liegt das Geld auf dem Tisch. Das kann nur der Staat und die Banken.

Und einfach immer die Preise erhöhen ist auch nicht. Vor der EU nicht, mit der EU schon gar nicht. Vor der Globalisierung nicht, jetzt ist es völlig utopisch. Irgendwann rennt Dir auch der letzte Kunde weg.

Auch Menschen OHNE Berufsabschluss MÜSSEN irgendwie überleben!
Deshalb, wer Vollzeit arbeitet sollte von dem Lohn auch überleben können.
Ja, aber Menschen ohne Berufsabschluss können nunmal nur Arbeiten machen, die jeder beliebige andere auch machen kann. Es sei denn, der Beruf setzt ein bestimmtes Talent voraus, das nur wenige haben. Aber dann sind die Berufe auch wieder gut bezahlt.

Bei jedem anderen Job ist der Arbeitnehmer nunmal beliebig austauschbar. Wenn ich jeden noch so strötenblöden Hartzi binnen einer Stunde den Job "beibringen" kann, dann ist doch wohl klar, dass ich auch mein gezahltes Gehalt so lange dumpe, bis nun wirklich gar keiner mehr kommt. Die Grenze will ich doch als Arbeitgeber finden. Habe ich Spezialisten, muss ganz anders rechnen, weil ich da ja befürchten muss, dass sie mir weg rennen. Da lege ich lieber hier und da noch ein Leckerli drauf. Aber sonst?

Ungeachtet dessen frage ich mich sowieso, warum jemand keinen Beruf erlernt und lieber im Niedriglohnsektor vergammelt. Oder nicht einen neuen Beruf lernt, wenn der alte nicht mehr gebraucht wird.

Ungelernter Nebenjob ? sorry, wer 40 Stunden die Woche arbeitet, egal ob gelernt oder ungelernt arbeitet Vollzeit. Das ist KEIN Nebenjob.
Also wer Rente bekommt und dann noch 40 Stunden arbeiten geht, hat meiner Definition nach einen Nebenjob.

Ob Beruf oder ungelernt, die 8,50 Euro sind ein MINDESTLOHN, AUCH FÜR UNGELERNTE !
Also erstmal gilt der mindestlohn noch nicht für alle Branchen, einige haben eine Übergangszeit bis 2016. Aber auch egal, letztlich kann ja jeder auf die 8,50 Euro pochen wie er will. Wenn der Job das nicht her gibt und auch nicht mehr angeboten werden darf für das Geld, das er her gibt, wird er einfach verschwinden und das war's dann. Ob dann alle glücklicher sind, weiß ich nicht, aber so wird es kommen müssen.

OCH NEEEEEEE, ich dachte durch die Einführung des Mindestlohnes würden massenweise Arbeitsplätze vernichtet.
Ich glaube, Du hast bei Deiner Argumentation einen Denkfehler. Ich weiß es nicht genau, aber ich schätze, Du glaubst, dass jeder Arbeitgeber sich einen goldenen Arsch verdient und beim Thema Mindestlohn nur nichts von seinem überreichlichen Profit abgeben will. Aber es gibt tatsächlich genug Firmen, die arbeiten bereits am Limit. Da ist einfach gar nicht genug Luft da, um mal eben x Hundert oder gar x tausend Euro (je nach Anzahl der beschäftigten "Präkarier") mehr zu zahlen.

Und genau DIESE Menschen brauchen den Mindestlohn.
Dann lass uns über Bürgergeld reden, bedingungsloses Grundeinkommen oder dergleichen. Von mir aus auch über den Staat aufregen, der jeden in irgendeine Stelle zwingt, egal ob befähigt oder nicht. Aber das Problem löst der Mindestlohn nicht. Der Mindestlohn löst nur das Problem, dass nur noch - nach Deinem Terminus - "anständig" bezahlte Stellen gibt, aber dafür viel weniger. Ob das besser ist?

Das stimmt, aber ohne Mindestlohn wären einige auf ALG2 angewiesen die es dank Mindestlohn nun nicht mehr sind.
Und genau das wird flächendeckend und dauerhaft nicht so sein.
 
Statt 2 Stellen zu streichen, wurde also nur 1 gestrichen und der andere macht jetzt doppelt so viel für mehr Geld.
Doppelt wahrscheinlich nicht, aber auf jeden Fall mehr. Denn der "Unternehmer" hat viele Möglichkeiten. Und vor allem muss er sich nicht für eine entscheiden, sondern alle. Neben Entlassungen, Preissteigerung und Mehrarbeit kann er auch noch am Material sparen und den Leistungsumfang einschränken (gut, trifft jetzt nicht auf Zeitung austragen zu). Aber auf jeden Fall wird er eine Kombination wählen.
 
@all, das wird der letzte post für lange Zeit von mir sein.
Ich weis nicht wann ich wieder funktionierende Rechner habe.



@Marty, wenn Niemand einen Job annehmen muss bedeutet dieses wir hätten ein "Grundeinkommen" für jederman.
Also ALG2.
Natürlich ALG2 OHNE Sanktionen bei Arbeitsverweigerung, bzw Sozialhilfe für alle.
Sehr tolle Idee, die frage ist nur wer das auf dauer bezahlt?

"Ja, aber Menschen ohne Berufsabschluss können nunmal nur Arbeiten machen, die jeder beliebige andere auch machen kann."

Das stimmt so nicht. es gibt viele mit Berufsausbildung die garnicht mehr in diesem Beruf arbeiten.

Es gibt auch viele ungelernte die OHNE Ausbildung in Ausbildungsberufen arbeiten.

"Wenn ich jeden noch so strötenblöden Hartzi binnen einer Stunde den Job "beibringen" kann, dann ist doch wohl klar, dass ich auch mein gezahltes Gehalt so lange dumpe, bis nun wirklich gar keiner mehr kommt"

Und genau für diese Menschen sollte ebenfalls der Mindestlohn gelten damit die Staatskasse nicht be- sondern entlastet wird.

Wie kommst Du eigl. darauf das "Hartzis" "strötenblöde" sind?
Wenn das wirklich deine Meinung ist dann überlege mal, DU warst auch mal auf ALG 2 angewiesen ;)


"Ungeachtet dessen frage ich mich sowieso, warum jemand keinen Beruf erlernt und lieber im Niedriglohnsektor vergammelt."

Evtl. weil er lieber arbeitet anstatt Jahrelang auf einen Ausbildungsplatz zu warten.
Bedenke, ein erfolgreicher Berufsabschluss ist kein garant das man aus dem Niedriglohnsektor rauskommt.


"Also wer Rente bekommt und dann noch 40 Stunden arbeiten geht, hat meiner Definition nach einen Nebenjob."

Sorry, wer 40 Stunden die Woche arbeitet hat eine Vollzeitstelle und KEINEN Nebenjob.

"Ich weiß es nicht genau, aber ich schätze, Du glaubst, dass jeder Arbeitgeber sich einen goldenen Arsch verdient und beim Thema Mindestlohn nur nichts von seinem überreichlichen Profit abgeben will."

Nicht jeder, aber SEHR viele !


"Der Mindestlohn löst nur das Problem, dass nur noch - nach Deinem Terminus - "anständig" bezahlte Stellen gibt, aber dafür viel weniger. Ob das besser ist?"

gggg, da sind wier wieder beim "schreckgespenst" der massenhaften vernichtung von Arbeitsplätzen durch den Mindestlohn.
Ein immer wieder sehr gerne genommenes "Argument" der Arbeitgeber.
Wo bitte bleibt denn die Entlassungswelle von hunderttausenden Menschen die die Arbeitgeber angekündigt hatten?
Übrigens, genau mit den "Gründen" die Du anführst ( das Geld gibt der Job nicht hehr ) wurde dieses behauptet.


@aessitt,
"Im schlimmsten Fall kommt dann der "Sparplan" oder die "Neuausrichtung" und wir wissen, was das für Mitarbeiter bedeutet."

Klar, Arbeitsplatzabbau ( zumindenst nach aussage der Arbeitgeber )
Mit diesem "schreckgespenst" drohen die immer dann wenn die erkennen das die Gewinne sinken.


Schaue mal auf die Welle der massenhaften Entlassungen seit Einführung des Mindestlohnes ;)

@all, ich bleibe dabei, ich finde den Mindestlohn ( ohne möglichkeit diesen IRGENDWIE zu unterlaufen ) für absolut richtig.

Wie es ohne Mindestlohn aussah zeigte die Vergangenheit, massenweise Menschen die zu dumpinggeldern ( ich weigere mich das was die bekommen haben Lohn zu nennn )
beschäftigt waren ohne von dem Geld überleben zu können und trotz Arbeit auf den Staat angewiesen waren.

Das hat auf dauer keine zukunft !

RENTEN = JÜNGERE FÜR ÄLTERE = Generationenvertrag

Wusste schon (adenauer) das dieses auf dauer nicht klappt und hat es öffendlich gesagt.

Der GANZE Sozialstaat hängt nunmal AUF DAUER unmittelbar auch an den Steuereinnahmen.

Kommt nix rein = kann nix rausgehen = Staatsbankrott
 
@all, das wird der letzte post für lange Zeit von mir sein.
Ich weis nicht wann ich wieder funktionierende Rechner habe.
Was ist denn los, kann man helfen?


Es gibt auch viele ungelernte die OHNE Ausbildung in Ausbildungsberufen arbeiten.
...aber dann schlechter bezahlt sind. Oder eben zwar die gleiche Arbeit verrichten, aber "Hilfs-[Irgendwas]" in ihrem Vertrag stehen haben - und damit eben auch weniger verdienen. Wie dem auch immer sei. Sie werden ihr Wissen nicht im Schlaf bekommen haben, also wurden sie irgendwann mal als Hilfs-Irgendwas eingestellt und sind hinter dem Meister oder Gesellen hinterher getippelt. Der hat ihnen dann gezeigt, was sie wie tun sollen. Das kostet zwar erstmal Geld weil der ja angelernt werden muss, aber bringt nachher viel mehr, weil er die gleiche Arbeit in gleicher Qualität für weniger Geld abliefert. Das ist aber auch der Unterschied zwischen "ausgebildet" und "angelernt". Der Ausgebildete verdient halt mehr und kann auch noch weit mehr als das, was er gerade tut.

Wie kommst Du eigl. darauf das "Hartzis" "strötenblöde" sind?
Wenn das wirklich deine Meinung ist dann überlege mal, DU warst auch mal auf ALG 2 angewiesen ;)
Habe ich nicht gesagt. Aber es wird unter den Hartzis wohl auch den einen oder anderen "strötenblöden" Hartzi geben. Je mehr Hartzis ihren Weg zurück ins Berufsleben finden, desto mehr strötenblöde Hartzis werden letztlich übrig bleiben. Die Firmen "schöpfen" sich ihre Leute auch von oben ab und wühlen nicht ganz unten im Morrast nach Perlen. Nur wenn es eben eine Stelle ist, die jeder "noch so strötenblöde Hartzi" machen kann oder ihm binnen einer Stunde beizubringen ist, was meinst Du wohl, wie gut diese Stelle bezahlt sein wird?

Evtl. weil er lieber arbeitet anstatt Jahrelang auf einen Ausbildungsplatz zu warten.
Bedenke, ein erfolgreicher Berufsabschluss ist kein garant das man aus dem Niedriglohnsektor rauskommt.
Stimmt schon. Aber die Chancen sind sicherlich um einiges höher. Und mal ganz ehrlich: Jahrelang auf einen Ausbildungsplatz warte ich nur dann, wenn es um meinen Traumjob geht. Ansonsten schau ich mich lieber nach etwas um, das ich eher haben kann und mir auch Spaß macht. Und wenn ich dann schon jahrelang auf einen Studienplatz/Ausbildungsplatz warte, weil es mein Traumjob ist, dann wird das sicherlich nichts aus dem Niedriglohnsegment sein. Kann mir kaum vorstellen, dass jemand schon immer Flaschensortierer werden wollte und dafür sogar die Ausbildung zum Müllfahrer abgelehnt hat.

Photon schrieb:
"Ich weiß es nicht genau, aber ich schätze, Du glaubst, dass jeder Arbeitgeber sich einen goldenen Arsch verdient und beim Thema Mindestlohn nur nichts von seinem überreichlichen Profit abgeben will."
Nicht jeder, aber SEHR viele !
Ja, hab ich mir gedacht, dass Du das denkst ;) Also es ist nicht so :) Vielleicht bei großen Konzernen, aber die leiden ja fast noch mehr unter nervösen Händlern an der Börse. Ansonsten mag es auch Arbeitgeber geben, die gedanklich noch im Feudalismus leben. Aber die meisten wissen um den Wert ihrer Arbeitskräfte. Besonders in Deutschland, wo man auch schonmal 6 Wochen am Stück krank sein kann bei vollem Lohnausgleich. Und selbst wenn das 3x im Jahr passiert, kann man den Arbeitnehmer noch immer nicht entlassen, wie man will und lustig ist. Also die meisten Firmen behandeln schon deshalb ihre Leute (egal ob "die gute Elite" oder auch die Putzfrau) gut, weil man keinen schlechten Ruf haben will, der dann die "Elite" womöglich verschreckt.

Natürlich gibt es bei jedem Job eine Gewinnspanne für den Arbeitgeber. Es wäre ja auch unrentabel, wenn der Arbeitnehmer genau so viel kostet, wie er erwirtschaftet. Oder im schlimmsten Fall sogar mehr kostet, als er erwirtschaftet. Du glaubst, da liegt eine riesige Gewinnspanne dazwischen, aber dem ist nicht so. Arbeitskräfte in Deuschland sind sehr teuer. Und die Gewinnspanne ist auch extrem unterschiedlich. Daher ist auch nur das Mittel interessant. Wenn eine Firma halt 3 oder 4 Niedriglöhner auf 100 Fachkräfte hat, dann wird es kaum auffallen, wenn die statt 5 Euro jetzt 8,60 verdienen. Im umgekehrten Fall bedeutet es aber eine Kostenzunahme von über 30%. Und das wird keine Firma mal eben weg stecken.

Also was soll sie machen? Geld selbst drucken? Beim Staat um Subventionen betteln? Zaubern? Konkurs?

@all, ich bleibe dabei, ich finde den Mindestlohn ( ohne möglichkeit diesen IRGENDWIE zu unterlaufen ) für absolut richtig.
Das sei Dir ja auch gegönnt. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Wirtschaft davon auch nur halb so begeistert ist, auch ohne sich einen goldenen Arsch zu verdienen.

RENTEN = JÜNGERE FÜR ÄLTERE = Generationenvertrag
Wusste schon (adenauer) das dieses auf dauer nicht klappt und hat es öffendlich gesagt.
Ich behaupte hingegen, dass das umlagefinanzierte Rentensystem das einzige ist, das auf Dauer überhaupt funktionieren kann. Kapitalgedeckte Altersvorsorge ist noch viel unsicherer (sofern man nicht das Glück hat, ein paar Zentner Gold zu besitzen).

Kommt nix rein = kann nix rausgehen = Staatsbankrott
Mindestlohn?
 
Interessant, das Thema jetzt zu durchstöbern! Vor Jahren hatte wohl noch keiner gedacht, was wir der guten Frau Nahles zu verdanken haben ;) Ich finde es aber schwierig, das zugunsten des Rentensystems zu sehen. Wir haben ja bereits gehört, dass selbst mit Mindestlohn nichtmal das Minimum an Rente gewährt werden kann... Dafür hat es aber andere Vorzüge! Gerade im Medienbereich können Praktikanten nicht mehr als Vollzeitarbeitskräfte missbraucht werden und das sehe ich als eine große Verbesserung an
 
[...] Gerade im Medienbereich können Praktikanten nicht mehr als Vollzeitarbeitskräfte missbraucht werden und das sehe ich als eine große Verbesserung an
Praktikanten werden immer gern als billige Arbeitskräfte "missbraucht". Aber ich sehe es nicht als "Missbrauch", weil es eine Win-Win-Situation ist.

Der Praktikant erwirtschaftet sicherlich oft mehr als er verdient. Aber dafür ist die Stelle zeitlich eng begrenzt und (normalerweise) muss immer jemand nochmal "drüber schauen", ob auch alles richtig gemacht wurde. Klar hat man in der Praxis oft genug gehört, dass wenn irgendwas schief gegangen ist (auch bei Falschmeldungen und dergleichen), dass der Praktikant schuld war. Na wenn sich ein Unternehmen leisten kann, dem Praktikanten blind zu vertrauen und notfalls auch Rufschädigung in Kauf nimmt, dann ist das schon weit mehr als "mutig".

Außerdem macht der Praktikant ja auch keine "artfremden" Arbeiten (mal von denen im Weißen Haus unter Clinton mal abgesehen), sondern eben Dinge, die später im Beruf auch erledigt werden müssen. Selbst wenn der Master-Absolvent irgendwann mal Chf sein sollte, dann schadet es sicher nicht, wenn er aus eigener Erfahrung weiß, wie lange es dauert und wie es sich anfühlt, auch die "Scheißarbeiten" zu erledigen.

Meinen Praktikanten habe ich auch immer bunt gemischte Arbeiten gegeben. Sicherlich war da auch viel Fleißarbeit dabei, einem Master-Studenten nicht unbedingt angemessen. Aber diese Arbeit muss trotzdem erledigt werden und dann überlegt man sich eben, wer die Arbeit am billigsten erledigen kann und das ist nunmal der Praktikant. Trotzdem musste ich (oder jemand anderes) nochmal alles kontrollieren, oft genug waren da grobe Fehler drin. Das kostet dann zwar auch meine Zeit, aber unter dem Strich ist es eben trotzdem billiger, als wenn ich es allein gemacht hätte.

So, jetzt mit Mindestlohn wird der Praktikant teurer, aber deswegen ja nicht automatisch besser, also profitabler. Heißt doch nichts anderes, als dass man statt 2 Praktikanten nun nur noch 1 einstellt und ein Teil der Fleißarbeit jetzt dem Junior gibt. Unter dem Strich fällt eine Praktikantenstelle weg und der Junior wird mit weniger neuen Herausforderungen konfrontiert. So funktioniert es alles auch weiterhin, aber ist das nun besser?
 
Die Verunglimpfung von H4 Empfängern sollte jedoch hier auch keineswegs geduldet werden da es über einen Kamm Scheren ist.

(Es gibt keine Blöden Menschen, und sowas von sich zu geben ist auch etwas beschämend.
Nicht jeder ist für alles geeignet. Kenne genug bekannte die auch andersrum dafür kämpften als Lokführer eine Ausbildung zu bekommen was jedoch verweigert wurde da Maßnahmen wie Bewerbungsschreiben wichtiger wären obwohl eine Berufsqualifizierung / Arbeit höher gestellt ist.

Und auch erschreckend ist dass man Menschen z.b in die Pflege stecken will die dafür einfach keine Sozialen Kompetenzen aufweisen.



Leih & Zeitarbeit gehört Verboten und die Disponenten die ihr Spielchen mit den Gewissen wie auch Zukunft anderer spielen eingesperrt und das für immer.
(Und davon gibt es genug, und sogar sehr Frech.)


Die "Helfer-Tätigkeiten" die oft genau die gleichen sind wie der Normale Arbeiter verrichtet
Wir brauchen keine Ausbeuterischen Unternehmen, auch nicht diese die wie schon die Bekannte "Generation Praktikum" Praktiken nutzt um billige Arbeitskräfte zu haben um den Leuten kein vernümftiges Gehalt mehr zahlen zu müssen.

Wenn man in einem System wieder nur Lücken lässt die dann schonungslos von Unternehmern ausgenutzt werden ist es zurecht ein Teppich voller Löcher.

Eine Win-Win Situation ist es sicher, das Arbeitsamt stellt auch die Rekruten ob sie erstmal für jemanden die Eignung besitzt in seinem Unternehmen zu arbeiten sei dahin gestellt.
(Was man aus diesem Diamanten macht. Natürlich zählt auch die Motivation desjenigen eine große Rolle, schlechte Vorerfahrungen bleiben im Menschen länger stecken..)

Es "könnte" von der Politik endlich mehr kommen als nur Wischi-Waschi das Unternehmen gleich immer abhauen ist wieder nur Druck Macherei.
Und die Vorteile / Steuerlich die es dafür gibt werden da auch leider leider immer verschwiegen gerade was die Finanzierung durch das Arbeitsamt & Jobcenter betrifft.

Familien Unternehmen haben bei sowas immer die größere Hürde als der Großkonzern von nebenan. Sage dazu immer wer Familien freundlich denkt, und nicht nur herablassend auf seine Mitarbeiter schaut sie fördert und fordert, qualifiziert. Hat immer die Hochachtung.

Wer jedoch mit der Pfanne droht ins Ausland abzuhauen soll es tun, da könnten von mir aus jede ZAF in DE hin verschwinden und nie wieder kommen. :LOL:
 
Praktikanten werden immer gern als billige Arbeitskräfte "missbraucht". Aber ich sehe es nicht als "Missbrauch", weil es eine Win-Win-Situation ist.
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Trotzdem musste ich (oder jemand anderes) nochmal alles kontrollieren, oft genug waren da grobe Fehler drin. Das kostet dann zwar auch meine Zeit, aber unter dem Strich ist es eben trotzdem billiger, als wenn ich es allein gemacht hätte.
Beim letzten Unternehmen mit vielen Praktikanten indem ich gearbeitet hatte hieß es 1 Praktikant erhöht die Arbeitsleistung eines wissenschaftlichen MA um vielleicht 10 %, was nicht daran liegt das er nur 10 % schafft sondern eben daran das er auch viel Zeit kostet.

Da ein Praktikant auch noch mehr kostet ( Büro + Praktikumsvergütung, IT-Arbeitsplatz etc) und normal nicht lange da ist würde ich sagen die Praktikanten haben auch bei rund 2 Euro/h mehr Geld gekostet als gebracht - das wurde aber in Kauf genommen, da die meisten Neueinstellungen eben aus dieser Gruppe rekrutiert wurden.
 
Leih & Zeitarbeit gehört Verboten und die Disponenten die ihr Spielchen mit den Gewissen wie auch Zukunft anderer spielen eingesperrt und das für immer.
Ehrlich gesagt verstehe ich diese Einstellung nicht. Ich glaube im Gegenteil, dass sich diese Art in der Zukunft noch viel mehr verbreiten wird. Und ich sehe hier auch eine Win-Win-Situation für alle.

Für die Arbeitgeber:
In vielen Bereichen und Branchen fällt nicht immer die gleiche Arbeitslast an. Für viele Tätigkeiten ist auch keine firmenspezifische Einarbeitung nötig. In den Bereichen, wo eine intensive Einarbeitungszeit notwendig ist, wird man auch immer auf Festangestellte zurückgreifen, weil hier auch Loyalität der Arbeitnehmer gefragt ist, die sich letztlich mit dem Produkt und der Firma identifizieren. Aber in vielen anderen Bereichen greift man gern auf Freelancer zurück, die im Grunde nichts anderes als Zeitarbeiter sind (nur eben selbstständig und nicht bei einer Zeitarbeitsbude angestellt). Oder eben auf Leihbuden. Man minimiert so das Risiko und macht die Kosten berechenbarer. Man bindet sich an keinen Arbeitnehmer, den man im schlimmsten Fall noch Abfindung zahlen muss oder den man dank der deutschen Gesetze nur noch sehr schwer wieder los wird. Man macht halt einen Vertrag auf Zeit (oder bis zur Beendigung der jeweiligen Tätigkeit), zahlt das vereinbarte Geld und erhält die vereinbarte Leistung. Ganz klassisch und klappt wunderbar. Und wenn unter den Leiharbeitern wirklich ein Diamant sein sollte, dann kann man den auch von der Leihbude abwerben. Man hat also viele Bewerber, sieht wie sie arbeiten (und wie man mit ihnen zusammen arbeiten kann) und kann sich so auch ein paar "Perlen" von Festangestellten ergattern. In dem Fall spart man sich sogar den zeitaufwändigen (und damit teuren) Bewerberauswahlprozess.

Für den Arbeitnehmer:
Entweder als Freelancer unterwegs (habe ich selbst einige Zeit lang gemacht) oder bei einer Leihbude angestellt, sammelt er viele Erfahrungen in vielen Unternehmen. So wie früher Handwerker auf Wanderschaft gegangen sind. Bei dieser Art von Arbeit lernt man meiner Ansicht nach mehr als auf jeder Uni. Ist man bei einer Leihbude angestellt, hat man auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag, egal ob Arbeit da ist oder nicht. Man muss sich nicht wie ein Freelancer ständig nach neuen Projekten umschauen, das macht die Leihbude für ihn (und lässt sich das auch fürstlich bezahlen). Dafür trägt sie als Arbeitgeber aber auch das Risiko von Krankheit, Auftragsmangel und so weiter. Ich kann gut verstehen, dass es manchen gar nicht gefällt, dass sie weniger verdienen als als Festangestellte, aber für viele ist es auch ein ideales Sprungbrett in ein Unternehmen. Denn nicht selten werben Unternehmen auch gute Zeitarbeiter ab und unterbreiten ihnen einen Vertrag (und zahlen dann auch die Ablösesumme gern). Auf diese Art hat der Arbeitnehmer alle Zeit der Welt, sich nach seiner "idealen" Firma umzuschauen. Denn er lernt viele Firmen kennen und kann sich im Schutz seines Festanstellungsvertrags mit der Leihbude in aller Ruhe den "Traumarbeitgeber" aussuchen, von dem er sich abwerben lässt. Diesen Luxus hat man sonst als Bewerber nicht, da weiß man nie, was einen in einer neuen Firma erwartet.

Also wenn Du mich fragst, ist das die Zukunft.

Beim letzten Unternehmen mit vielen Praktikanten indem ich gearbeitet hatte hieß es 1 Praktikant erhöht die Arbeitsleistung eines wissenschaftlichen MA um vielleicht 10 %, was nicht daran liegt das er nur 10 % schafft sondern eben daran das er auch viel Zeit kostet.
Auch gut, wenn man eben aus der Riege der Praktikanten später auch die eigenen Angestellten rekrutiert. Man weiß dann schon, wie derjenige tickt und arbeitet. Derjenige ist dann sogar schon teilweise eingearbeitet und kennt die innerbetrieblichen Abläufe. Und diese Einarbeitungszeit war außerdem auch noch verhältnismäßig billig. Ideal eigentlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist natürlich klar warum man diese Einstellung nicht kennt, wenn man sich nicht wirklich damit beschäftigt aus der Sicht vieler Arbeitnehmer die dieses Problem kennen und auch seit Ewigkeiten Dinge darüber berichtet werden, und wer die eigene Erfahrung damit gemacht hat wird wohl am besten davon reden können als jemand der anscheinend keinen blassen schimmer hat.

Bloß der Unterschied zwischen Freelancern und Leih & Zeitarbeitern ist wohl nicht erwähnenswert weil ein Selbstständiger immer mehr Geld nehmen kann als jemand der den Titel Helfer aufgedrückt bekommt und dennoch die gleichen Tätigkeiten macht wie der Festangestellte, und das ist mir leider aufgefallen das erst geredet wird er würde andere Tätigkeiten machen als der Feste MA was aber nicht stimmt und erlogen ist.

Aber wie gesagt es wird dann lieber nicht verstanden, als zu hinterfragen und Pro Argumente gesucht. Dennoch halte ich daran Fest und solange nicht in den ZAFs Menschlicher mit den Leuten umgegangen wird gehört es Verboten. Sklaven Arbeitgeber muss man nicht unterstützen und sollte man auch daher unterbinden den Niedriglohn Sektor immer weitere Brand Fläche zu geben.

Und das würde man Befürworten:
- Schlechtere Bezahlung
- Psychischer Druck, Angst Macherei gerade wenn man mal Krank wird
- Man jederzeit fliegen kann wenn kein neuer Auftrag vorhanden ist,
oder man erpresst werden kann mit einem Freizeitausgleich obwohl das zwar verboten ist
aber in der Praxis Disponenten immer noch gerne machen.
- KEINE Planungssicherheit
- Oft sehr unseriöse Vermittlungsunternehmen

Dagegen hilft nur Qualifizierung die Arbeitsämter / und gerade Jobcenter sollten wirklich daran setzen Leuten Hilfe zu gewähren den es gibt darunter auch Leute die sich ihre Arbeitsplätze selber suchen oder Ausbildung und man dann nicht hilft. (Ja das gibt es auch.)

Sorry aber wer so etwas unterstützt und dann noch nicht verstehen will was solche ZAFs für Auswirkungen haben weiß wirklich nicht von was er da redet.

Wenn du noch nie ausgebrannt warst und das geht auch in einem Sozialen System wo sich die Spirale immer wieder dreht und am Ende wirrst du nur gefügig für solche Jobs weil man dir halt das Verständnis gibt du bist nichts wert. Außer man hat die Kraft zu kämpfen und beißt sich durch.

Sollte Zeit und Leiharbeit die Zukunft sein sollte es gesetzlich so reguliert werden das obige Punkte behoben werden dann kann man sich weiter unterhalten ob es Menschlich ist oder gar Sinn macht.

Ehrlich gesagt verstehe ich diese Einstellung nicht. Ich glaube im Gegenteil, dass sich diese Art in der Zukunft noch viel mehr verbreiten wird. Und ich sehe hier auch eine Win-Win-Situation für alle.

Für die Arbeitgeber:
In vielen Bereichen und Branchen fällt nicht immer die gleiche Arbeitslast an. Für viele Tätigkeiten ist auch keine firmenspezifische Einarbeitung nötig. In den Bereichen, wo eine intensive Einarbeitungszeit notwendig ist, wird man auch immer auf Festangestellte zurückgreifen, weil hier auch Loyalität der Arbeitnehmer gefragt ist, die sich letztlich mit dem Produkt und der Firma identifizieren. Aber in vielen anderen Bereichen greift man gern auf Freelancer zurück, die im Grunde nichts anderes als Zeitarbeiter sind (nur eben selbstständig und nicht bei einer Zeitarbeitsbude angestellt). Oder eben auf Leihbuden. Man minimiert so das Risiko und macht die Kosten berechenbarer. Man bindet sich an keinen Arbeitnehmer, den man im schlimmsten Fall noch Abfindung zahlen muss oder den man dank der deutschen Gesetze nur noch sehr schwer wieder los wird. Man macht halt einen Vertrag auf Zeit (oder bis zur Beendigung der jeweiligen Tätigkeit), zahlt das vereinbarte Geld und erhält die vereinbarte Leistung. Ganz klassisch und klappt wunderbar. Und wenn unter den Leiharbeitern wirklich ein Diamant sein sollte, dann kann man den auch von der Leihbude abwerben. Man hat also viele Bewerber, sieht wie sie arbeiten (und wie man mit ihnen zusammen arbeiten kann) und kann sich so auch ein paar "Perlen" von Festangestellten ergattern. In dem Fall spart man sich sogar den zeitaufwändigen (und damit teuren) Bewerberauswahlprozess.

Für den Arbeitnehmer:
Entweder als Freelancer unterwegs (habe ich selbst einige Zeit lang gemacht) oder bei einer Leihbude angestellt, sammelt er viele Erfahrungen in vielen Unternehmen. So wie früher Handwerker auf Wanderschaft gegangen sind. Bei dieser Art von Arbeit lernt man meiner Ansicht nach mehr als auf jeder Uni. Ist man bei einer Leihbude angestellt, hat man auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag, egal ob Arbeit da ist oder nicht. Man muss sich nicht wie ein Freelancer ständig nach neuen Projekten umschauen, das macht die Leihbude für ihn (und lässt sich das auch fürstlich bezahlen). Dafür trägt sie als Arbeitgeber aber auch das Risiko von Krankheit, Auftragsmangel und so weiter. Ich kann gut verstehen, dass es manchen gar nicht gefällt, dass sie weniger verdienen als als Festangestellte, aber für viele ist es auch ein ideales Sprungbrett in ein Unternehmen. Denn nicht selten werben Unternehmen auch gute Zeitarbeiter ab und unterbreiten ihnen einen Vertrag (und zahlen dann auch die Ablösesumme gern). Auf diese Art hat der Arbeitnehmer alle Zeit der Welt, sich nach seiner "idealen" Firma umzuschauen. Denn er lernt viele Firmen kennen und kann sich im Schutz seines Festanstellungsvertrags mit der Leihbude in aller Ruhe den "Traumarbeitgeber" aussuchen, von dem er sich abwerben lässt. Diesen Luxus hat man sonst als Bewerber nicht, da weiß man nie, was einen in einer neuen Firma erwartet.

Also wenn Du mich fragst, ist das die Zukunft.


Auch gut, wenn man eben aus der Riege der Praktikanten später auch die eigenen Angestellten rekrutiert. Man weiß dann schon, wie derjenige tickt und arbeitet. Derjenige ist dann sogar schon teilweise eingearbeitet und kennt die innerbetrieblichen Abläufe. Und diese Einarbeitungszeit war außerdem auch noch verhältnismäßig billig. Ideal eigentlich.
 
Ist natürlich klar warum man diese Einstellung nicht kennt, wenn man sich nicht wirklich damit beschäftigt aus der Sicht vieler Arbeitnehmer die dieses Problem kennen und auch seit Ewigkeiten Dinge darüber berichtet werden, und wer die eigene Erfahrung damit gemacht hat wird wohl am besten davon reden können als jemand der anscheinend keinen blassen schimmer hat.
Und wer von uns beiden ist jetzt wer?

Bloß der Unterschied zwischen Freelancern und Leih & Zeitarbeitern ist wohl nicht erwähnenswert weil ein Selbstständiger immer mehr Geld nehmen kann als jemand der den Titel Helfer aufgedrückt bekommt und dennoch die gleichen Tätigkeiten macht wie der Festangestellte, und das ist mir leider aufgefallen das erst geredet wird er würde andere Tätigkeiten machen als der Feste MA was aber nicht stimmt und erlogen ist.
Ok, damit ist der Beweis erbracht, dass Du noch nie selbstständig warst. Ist ja nicht schlimm, ich kann's Dir ja sagen: Man kann nicht einfach so viel Geld nehmen, wie man möchte. Natürlich verdient man erheblich besser, aber man trägt auch ein erhblich höheres Riskio und muss sich selbst um alles kümmern - angefangen von etlichen Versicherungen bis hin zur Rentenvorsorge.

Weiterhin ist nicht jeder Zeitarbeiter ein "Hilfsarbeiter". Gerade in meiner Branche versuchen viele nach dem Studium über Zeitarbeitsfirmen in den Beruf zu finden und nutzen die Gelegenheit auch durchaus, um sich die beste Firma zu suchen. Und die waren alle keine Knechte oder Sklaven.

Natürlich gibt es auch Hilfsarbeiter-Stellen, die von Zeitarbeitsfirmen vermittelt werden. Dass die in einem schlecht bezahlten Beruf durch die Vermittlungsarbeit der Zeitbude auch noch schlechter bezahlt werden, ist natürlich traurig. Aber das ist nicht die Mehrheit. Außerdem ist es natürlich immer so, dass je ersetzbarer man ist, desto schlechter wird man eben auch behandelt und bezahlt. Leider.

Und das würde man Befürworten:
- Schlechtere Bezahlung
- Psychischer Druck, Angst Macherei gerade wenn man mal Krank wird
- Man jederzeit fliegen kann wenn kein neuer Auftrag vorhanden ist,
oder man erpresst werden kann mit einem Freizeitausgleich obwohl das zwar verboten ist
aber in der Praxis Disponenten immer noch gerne machen.
- KEINE Planungssicherheit
- Oft sehr unseriöse Vermittlungsunternehmen
Also ich weiß ja nicht, woher Deine Informationen kommen, ob Du noch andere Quellen hast als das Hausfrauen-TV von RTL und BILD. Natürlich gibt es wie in jeder anderen Branche auch und gerade bei Zeitarbeitsbuden schwarze Schafe. Es gibt sogar welche, die tarnen sich als Zeitarbeitsfirmen, sind in Wirklichkeit aber Drückerkolonnen. Und ein paar davon verfassen auch Arbeitsverträge, die sogar ungesetzlich und somit schon mit der Unterschrift ungültig sind. Und die Zahl dieser Buden ist explodiert, seit der Staat diese Vermittlungsgutscheine eingeführt hat und sich jeder Hanswurst ohne Ausbildung als "Arbeitsvermittler" selbstständig machen konnte, was dann "hintenrum" zu einer Zeitarbeitsfirma wurde. Das sagt aber nichts über die Arbeit der seriösen Personaldienstleister aus. Man muss sich eben diese Firmen ebenso genau anschauen, wie jeden anderen potenziellen Arbeitgeber. Wie oft habe ich von Festangestellten vom Bau gehört, dass ihr Arbeitgeber ihnen kein Lohn zahlen konnte. Zum Teil 3 Monate und länger! Die Leute von der Zeitarbeitsbude haben ihr Geld bekommen. Zwar weniger, aber sie haben es bekommen.

Wenn du noch nie ausgebrannt warst und das geht auch in einem Sozialen System wo sich die Spirale immer wieder dreht und am Ende wirrst du nur gefügig für solche Jobs weil man dir halt das Verständnis gibt du bist nichts wert. Außer man hat die Kraft zu kämpfen und beißt sich durch.
Ich war als Selbstständiger so pleite, dass ich "ergänzendes Hartz IV" beantragen musste. "Ergänzend" war in meinem Fall der Höchstsatz, weil ich keinen einzigen Euro verdient habe. Ich bin ja jetzt nicht umsonst wieder Angestellter, ich habe sicherlich nicht so ganz freiwillig meine Freiheit als Selbstständiger aufgegeben.

Und was Du mit "unmenschlich" meinst, ist mir auch nicht klar. Vor allem, wenn man dieses Wort in Deutschland bringt. Hast Du eine Ahnung, wie es sonst überall auf der Welt aussieht?