Sammelthread "Loveparade"-Katastrophe von Duisburg

Jeder der sich mit der Situation in Duisburg in Vorfeld beschäftigt hat und nur ein minimales Verständnis von Massenveranstaltungen hatte die Vorahnung dass da was passiert.
Ich bin genau aus diesem Grund dieses Jahr dort nicht hingefahren und bin mehr als froh..

Im Endeffekt kann man froh sein, dass da nicht noch mehr passiert ist. :/
Hoffe jetzt, das wirklich alles lückenlos aufgeklärt wird und reihenweise abgesägt wird - vom Oberbürgermeister über diejenigen die die ganze Sache abgesegnet haben und Mitwisser bis zu den Planern.
 
Gerade läuft eine Spiegel TV Reportage auf RTL.

Sehr beklemmend das alles zu sehen. In der Reportage war eine Notärztin im Klinikum interviewt worden nachdem sie dort einen Verletzten eingeliefert hatte. Sie war den Tränen nahe und total aufgelöst. Das war irgendwie Sinnbildlich für das was die Helfer erlebt haben.
Da wird viel Seelsorgerische Arbeit nötig sein, nicht nur bei den Angehörigen.
 
Das ist wohl richtig. Ich finde das auch nicht korrekt das immer voll mit der Kamera draufgehalten wird, aber bei dieser Ärztin hatte ich auch ein bißchen den Eindruck das sie reden wollte und musste um wieder in die Realität zu finden.
Ich glaube das kann sich kein Mensch vorstellen was die Helfer dort vorgefunden haben. Ein Augenzeuge hat ja gesagt das er sich so Krieg vorstellt.
Mein Mitgefühl gilt hier wie schon angeklungen nicht nur den Angehörigen.
 
Auch sinnBILDlich für die heutige Medienkultur.

Und jeder, der sich die Bilder angucken kann, hält sich automatisch für kompetent genug, sofort die Schuldigen beim Namen nennen zu können.

Anstatt hier bzw. generell die Schuld quer durch Deutschland zu schieben, ohne Ahnung von den Einzelheiten zu haben, wer was wann wo beantragte, entschied, genehmigte, befahl ... einfach mal die Toten ordentlich Beerdigen, Ruhe einziehen lassen, und die Leute, die Ahnung haben, die Ermittlungen durchführen lassen.

gruss kelle!
 
In seinem Internet-Blog wirft Dr. Motte den Machern der diesjährigen Loveparade schwere organisatorische Versäumnisse vor. „Das Gelände abzusperren war ein Fehler.“ Die Loveparade sei immer offen für alle gewesen. Bei einer Massenpanik während der diesjährigen Ausgabe waren am Samstag 15 Menschen gestorben, 80 Festival-Teilnehmer waren verletzt worden.

Im „Berliner Kurier“ warf Dr. Motte den Loveparade-Machern „reine Profitgier“ vor. „Die Veranstalter sind schuld!“ Es sei damit zu rechnen gewesen, dass es voll werde. „Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem Zugang.“

In Berlin habe es genügend Rückzugsmöglichkeiten gegeben, schreibt Dr. Motte in seinem Blog, etwa in den Tiergarten. „Wir hatten immer Sanis und ohne Ende Wasser.“ Ein einziger Zugang durch einen Tunnel berge die Katastrophe in sich. Der DJ kritisiert, dass die Party nach der tödlichen Katastrophe weitergegangen sei. „Ich finde das nur ekelhaft und drücke hiermit mein Mitgefühl für alle Beteiligten und deren Angehörigen aus.“

Jetzt habe ich rescherschiert: Motte wurde damals aus dem Geschäft gedrängt worden - von dem jetzigen Betreiber, der "die ganze Welt der elektronischen Musik" auf dieser Parade wollte. Quelle: Dr. Motte nach Streit abgesägt vom 20. April 2006

Wäre es doch nicht dazu gekommen, wäre der Loveparade-Erfinder nicht verdrängt worden?
Ich kann mir gerade nur diesen einen Gedanken bilden, ich habe damals seinen Austritt nicht mitverfolgt, nur das, was ich da oben gelesen habe.

Grüße!

EDIT: Kurze Anmerkung von mir: Dieses Jahr war meine erste Parade und kenne mich daher nicht ganz so gut damit aus, ich bitte um Verständnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rainer Schaller, der ja auch der Gründer der MC Fit Fitnesskette ist, hat eine Werbeplattform anno 2006 gesucht...

Den Grund für sein Engagement bei der Love Parade erklärte Schaller 2009 im "Handelsblatt" so: "Wir wollten mit einem relativ kleinen Budget einen hohen Bekanntheitsgrad (für McFit) erzielen. Wir haben uns lange überlegt, was wir denn Verrücktes machen können, um bekannter zu werden. Wir haben uns für die Love Parade entschieden."

Ob unter Dr. Motto was passiert wäre, ist alles reine Spekulation. Wenn man sich die Bilder von Berlin noch mal vors Auge holt, wird ein manchmal, trotz offenes Gelände, auch ganz schlecht!

MY
 
Zuletzt bearbeitet:
Dj Motte hat auch Recht. Die diesjährige LP hat den Anschein nach einem Festival gehabt, nicht aber nach einer Parade nach dem "ursprünglichen" Konzept.

Ansonsten ist es Quatsch zu spekulieren, was passiert wäre unter der Leitung von Motte.
Da spielen so viele andere Faktoren eine Rolle (nicht zuletzt der Druck im Rahmen der Kulturhauptstadt eine Loveparade durchzuführen zu müssen)
 
Wäre es doch nicht dazu gekommen, wäre der Loveparade-Erfinder nicht verdrängt worden?

Ich war zwei Mal in Berlin mit dabei.

Sicherlich hat Dr. Motte bzgl. der Veranstaltungsstrecke recht, dass dort kaum wass abgezäunt war, und in Richtung Tiergarten genug Raum war, um auch mal 100.000 Personen mehr aufzunehmen.

Fakt ist aber auch, die ich glaub bis zu zwei Millionen Personen wurden über ein paar wenige U und S Bahnhöfe an- und wieder abgeschleust.

Damit waren das auch neuralgische Punkte, wo durch einen unglücklichen Auslöser eine Panik mit mehreren Toten durchaus realistisch war.

Darauf basierend könnte man eine ähnliche Frage stellen: "Wären 2003 10 Leute im U-Bahnhof Ernst Reuter Platz gestorben, hätten dann alle sofort Dr. Motte beschuldigt?"

Es gab ein Konzept für die Veranstaltung in Duisburg, was bestimmt nicht ausgewürfelt wurde, dieses Konzept muss Anforderungen erfüllen, um dann genehmigt zu werden, darauf basierend sind dann wieder Polizei- und andere Hilfskräfte zu aktivieren etc.

Sicherlich kommen dann äußere Einflüsse hinzu, man wollte halt mal wieder ne Love Parade veranstalten, es würde zur Kulturhauptstadt passen...

Wenn dann aber Kontrollbehörden sich eher diesen Einflüssen beugen, denn dem Verstand zu folgen, dann wird es gefährlich.

Und noch eins zum Verhältnis Einwohner - Teilnehmer:
Bei uns werden regelmäßig Konzerte veranstaltet, wo locker das drei bis vierfache der Dorfbevölkerung im Zelt sitzt.
Und die Infrastruktur verkraftet es trotzdem, obwohl sie gnadenlos überlastet ist.

gruss kelle!
 
Und noch eins zum Verhältnis Einwohner - Teilnehmer:
Bei uns werden regelmäßig Konzerte veranstaltet, wo locker das drei bis vierfache der Dorfbevölkerung im Zelt sitzt.
Und die Infrastruktur verkraftet es trotzdem, obwohl sie gnadenlos überlastet ist.

In Dortmund 2008 hat es ja auch geklappt. Dort waren es nach offiziellen Zählungen 1,6 Mio. Menschen. Also fast das 3fache was in Dortmund wohnt.

Der entscheidende Punkt ist halt die richtige Wahl des Ortes - und die war in Dortmund beinahe perfekt. (Sicherheitstechnisch gesehen)
 
In Dortmund fand ich es unangenehm voll. Der Platz an den Westfahlenhallen kam mir auch ziemlich winzig vor im direkten Vergleich zum Berliner Platz 2007 - Essen. Da hab ich platztechnisch gar keine schlechten Erinnerungen.
 
Skandal: Eva Herman meint Loveparade-Unglück ist Gottes Rache
Hab ich gestern auch schon in den Klamm-News gelesen… die Frau hat echt einen Schaden. Seit dem Faux-Pass vor ein paar Jahren hat sie sich wohl entschieden, jetzt völlig am Rad zu drehen und jede Chance für Publicity und Aufmerkamkeit zu nutzen, egal wie widerlich und absurd es ist.

Edit: Der Ursprungsartikel ist übrigens doch noch online: S*x- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg.
Diese ständig mitschwingende Freude über das Unglück ist so erbärmlich.


Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
[…]
Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.
[…]
Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, […] ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.
[…]
Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!
Die hat doch n Knacks? ôO
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frau hat einfach einen weg, daran gibt es gar nichts zu rütteln. Und da sie beruflich nichts mehr zu verlieren hat, kann sie sich jetzt ganz auf die Missionierung der ungläubigen Heiden konzentrieren :roll:.

Wundert mich aber nicht, dass der Verlag so einen Müll auch noch veröffentlicht, wenn man sich anschaut, wer da sonst so unter Vertrag steht.
 
Loveparade-Katastrophe: Duisburgs Oberbürgermeister gibt den Opfern die Schuld

Folgende News wurde am 26.07.2010 um 10:29:00 Uhr veröffentlicht:
Loveparade-Katastrophe: Duisburgs Oberbürgermeister gibt den Opfern die Schuld
Shortnews

Während es von allen Seiten Schuldzuweisungen am Sicherheitskonzept der Loveparade hagelt, hat der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland eine ganz andere Einschätzung zum Auslöser der Panik bei der diesjährigen Loveparade abgegeben. "Wenn Sie jetzt hören, was die Ursachen sind, dann lag es nicht am Sicherheitskonzept, was nicht gegriffen hat, sondern wahrscheinlich an individuellen Schwächen", teilte Sauerland mit. Die Toten seien nach seinem Erkenntnisstand durch das Überklettern von Sicherheitsvorkehrungen entstanden. Nach Sauerlands Meinung seien nur so viele Menschen in den Unglückstunnel geleitet worden, wie es im Tunnel zuträglich gewesen wäre. Auch "RUHR. 2010"-Geschäftsführer Fritz Pleitgen sieht die Ursache der Katastrophe im Überklettern der Sicherheitseinrichtungen.
 
Jetzt mal abgesehen von der Tragödie und ganz distanziert gesehen.

Ich habe mehr als 7 Jahre Erfahrung im Sicherheitsbereich, dazu gehören auch Grossanlässe in der Sport- wie auch Musikbranche (unter anderem auch Stadtfeste und die Schweizer Loveparade).
Es gibt viele Situationen welche auf dem Papier ganz gut aussehen aber dann vor Ort durchaus Probleme bereiten können. Ich sah dies am Madonna Konzert hier auf dem Militärflugplatz Dübendorf wo 55000 Menschen durch ein 10 Meter Nadelöhr mussten. Auch da hätte nur das geringste etwas passieren müssen und es hätte eine Katastrophe geben können. Gut wir hatten noch Ausweichmöglichkeiten und zusätzliche Notausgänge um den Druck vom Nadelöhr abwenden zu können.

Aber mal ganz grundsätzlich, wiederstrebt es euch Menschen überhaupt nicht in so einen Tunnel zu gehen in diesem Gedränge?
Ich persönlich wäre um die Zeit als es passiert ist oder auch ne Stunde vorher (den Bildern nach) nie und nimmer dort rein gelaufen. Auch wenn ich 200 Euro fürn Ticket gezahlt hätte, Goldbarren verschenkt worden wären oder sonst irgendwas wäre ich da niemals rein. In der Anfangsfase mags ja gut geklappt haben mit wenigen 100 oder tausend Leuten, aber mit der riesen Masse Körper an Körper in einen Tunnel? Da sträuben sich einem doch automatisch die Nackenhaare und jede Faser des Körpers sagt "nee nicht mit mir".

Allerdings wenn die Zahlen stimmen welche am Tag des Geschehnissen bereits genannt wurden dann dürft es heftig werden für den Veranstalter resp die zuständigen Ordnungskräfte. Bewilligung für 250000 und mehr als das 3 oder 4 fache reinlassen wäre schon happig.
 
Gut wir hatten noch Ausweichmöglichkeiten und zusätzliche Notausgänge um den Druck vom Nadelöhr abwenden zu können.

Der Tunnel hätte vermutlich auch gereicht, sofern man den in der Hälfte getrennt hätte, in einen Ein- und Ausgang, sowie Ordner das ganze dann "geordnet" hätten.

So hatte man keine wirkliche Laufrichtung. Wäre in etwa so als wenn man auf ner zweispurigen Straße in beiden Richtungen und auf beiden Seiten fahren dürfte.

Und wenn ich mir überlege, wieviele Menschen auf das kleine (und komplett eingezäunte) Gelände sollten (bzw. in Wirklichkeit drauf waren und wieviele drauf passen), ist (war) das für mich nicht wirklich vernünftig geplant. Sowas kann man machen, wenn man Karten verkauft und man weiß wieviele kommen (z.B. Nature One & Co.), aber bei ner Parade?

Bis zu den Nachrichten, bin ich eigentlich auch davon ausgegangen, dass die nicht stattfindet, da Bochum davor ja auch schon Bedenken geäußert hatte, ob dass denn gutgehen würde (glaub da wäre sogar Mehr Platz gewesen)

Alles in allem, eine sehr traurige Angelegenheit und ich kann nur hoffen, dass vernünftig ermittelt wird (in Bezug auf Ursache, sowie die Verantwortlichkeit)

Mein Beileid an alle Betroffenen.