Sammelthread "Loveparade"-Katastrophe von Duisburg

Heute ist ein neues Video hochgeladen wurden, was knapp 10min geht und die Veranstalter und die Stadt Duisburg in meinen Augen ziemlich dumm dastehen lässt.

Man sieht von einer "angeblichen" Massenpanik nichts, nur das die Leute aus dem vollkommen überfüllten Eingangsbereich/Rampe raus wollen und dafür überall hochklettern ansonsten sieht die Situation sehr "entspannt" aus.

Nein ich werde das Video hier nicht verlinken aber ich hoffe das die Staatsanwaltschaft, sich solche Videos anschaut, die meiner Meinung nach das wahre Geschehen zeigen und nicht das, was die Stadt und der Veranstalter durch die Medien verbreiten lassen.

Zu der Frau H. weiter oben, muss man eigentlich nichts sagen außer das die Frau einen Riesen Dachschaden hat und neben den Schuhen läuft und das nicht zu knapp...

MY
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wenn ich mir überlege, wieviele Menschen auf das kleine (und komplett eingezäunte) Gelände sollten (bzw. in Wirklichkeit drauf waren und wieviele drauf passen), ist (war) das für mich nicht wirklich vernünftig geplant. Sowas kann man machen, wenn man Karten verkauft und man weiß wieviele kommen (z.B. Nature One & Co.), aber bei ner Parade?

Die einzige logische Konsequenz aus diesem Fakt wäre, Veranstaltungen zu verbieten, wo nicht über Karten die konkrete Teilnehmeranzahl festzulegen ist.

Wobei das Problem nicht unbedingt die Anzahl der Personen ist, sondern deren "chaotisches" Verhalten.

Bei einem Konzert hat man zwei (?) Stunden vorher einen Strom Richtung Konzertsaal/halle/stadion und hinterher eine Stunde den Strom weg vom Veranstaltungsort.
So prinzipiell gesehen.
Klar gibt es Leute die in die andere Richtung gehen, aber das ist sicher vernachlässigbar.

Somit ist jeder Weg in seiner ganzen Kapazität für die jeweilige Richtung verfügbar.

Bei einer Parade allerdings, ohne "konkreten Zeitumfang" ist das halt nicht gegeben.
Die einen kommen, die anderen gehen, die einen da lang, die anderen dort lang.
Somit dürfte das Verhalten der Menge kaum vorhersehbar sein.
Eine einfach Unterteilung des Tunnels klingt zwar sinnvoll, wäre aber wahrscheinlich auch schief gegangen, da es sicherlich Leute gegeben hätte, die drüber geklettert wären, schließlich ist da ja alles frei.

gruss kelle!
 
...Eine einfach Unterteilung des Tunnels klingt zwar sinnvoll, wäre aber wahrscheinlich auch schief gegangen, da es sicherlich Leute gegeben hätte, die drüber geklettert wären, schließlich ist da ja alles frei...
Naja 2/3 zu 1/3 abtrennen (variabel) und mit Condectagitter trennen, dieses beidseitig mit Planenüberziehen damit ein hochklettern reduziert wird. Wir haben damit immer gute Erfahrungen gemacht, natürlich müsste dies vor Ende der Veranstaltung komplett abgebaut oder zur Seite geschoben werden. Dazu sind entsprechende Ordnungskräfte resp Helfer von nöten welche natürlich den Gewinn schmälern würden.

Ansonsten hätte man vor dem Tunnel ein Pufferzone einrichten müssen um den Strom durch den Tunnel kontrollieren zu können. Leider ist man im nachhinein immer schlauer, resp hätte man die richtigen Leute gefragt bzw auf sie gehört wäre es wohl nie soweit gekommen.
 
Ist es denn nicht inzwischen klar, das nicht die Tunnel das Problem waren, sondern die Rampe zum Gelände?
 
Zahl der Loveparade-Opfer steigt auf 21

Folgende News wurde am 28.07.2010 um 10:45:40 Uhr veröffentlicht:
Zahl der Loveparade-Opfer steigt auf 21
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Duisburg (dpa) - Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade hat sich auf 21 erhöht. In der Nacht zum Mittwoch sei eine 25 Jahre alte Frau aus Heiligenhaus bei Essen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Am Nachmittag will der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger über die bisherigen Erkenntnisse seines Ministeriums zur Katastrophe berichten.
 

Ich fass es nicht, wie jemand aus dem Statement eine derartige Überschrift zaubern kann.
Nirgendwo - Nirgendwo! - steht, dass der Oberbürgermeister 'den Opfern' die Schuld gibt.
Die Toten seien nach seinem Erkenntnisstand durch das Überklettern von Sicherheitsvorkehrungen entstanden.
mal die 'entstanden'-Formulierung überlesen:
Die Aussage ist, dass das Überklettern der Zäune zu Toten geführt hat. Er gibt also den Zaunüberkletterern die Schuld.
Mit der Aussage 'Die Opfer sind allesamt über den Zaun geklettert' (was sicherlich unbelegt und falsch wäre) zusammen meinetwegen - aber so kann man nur sagen:
Ein weiteres mal hat die Journaille bewiesen, wie komplett beschissen sie ist.


btw. wie kann eigentlich die Aussage 'Alle Opfer sind erstickt' (mehrfach gelesen) stimmen, wenn nun mehrere an den weniger akuten Folgen gestorben sind?

€:
Ähm, mit welchem finanziellen Gewinn konnten Veranstalter und Stadt denn rechnen?
Dieser Satz ist entweder sehr unüberlegt oder einfach nur dumm. Ich hoffe, dass ersteres zutrifft.
a) Wer kein Sicherheitspersonal finanzieren kann, wo es definitiv nötig ist, sollte die Veranstaltung nicht veranstalten dürfen. Nicht nur sollte, im Grunde ist es sogar so. In der Theorie.
b) auch wenn a) schon 100% abdeckt: Schonmal was von Buden gehört? Warst du noch nie auf einer öffentlichen Veranstaltung? Da gibt es so Teile aus Metall, in denen liquide Mittel, umgangssprachlich Bier und Erfrischungsgetränke, verkauft werden. Nahezu jede eintrittsfreie (größere) Veranstaltung finanziert sich so. Dazugehörend nicht nur die meisten P.V.-Veranstaltungen - Nein! auch die Loveparade. Ein Teil dieser Einnahmen kann natürlich sinnvoll eingesetzt werden. Für Bands. Für Strom. Für Abzäunung. Für Sicherheitspersonal.
c) a)
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese ganzen Videos sollten sich, wie schon erwähnt, mal alle Verantwortlichen und vor allem der Staatsanwalt anschauen

Wenn diie dann immer noch sagen, dass das Sicherheitskonzept in Ordnung war, bitte sofort in den Bau und nie wieder rauslassen...

MY
 
Diese ganzen Videos sollten sich, wie schon erwähnt, mal alle Verantwortlichen und vor allem der Staatsanwalt anschauen

Wenn diie dann immer noch sagen, dass das Sicherheitskonzept in Ordnung war, bitte sofort in den Bau und nie wieder rauslassen...

Und wie kommst du zu dieser fachkundigen Aussage?
 
Schau dir das Video mal an (alle 4 Teile), das zeigt ziemlich genau die chronologischen Abläufe live mitdokumentiert.

Für die Leute war es nicht ersichtlich, dass es irgendwo anders rausgehen sollte, noch gab es irgendwelche hinweise/durchsagen um die Lage zu koordinieren.

Die Leute sind da alle zu der Treppe hingestürmt, weil sie dachten, das ist der einzige Ausweg da raus.

Das Sicherheitskonzept war offensichtlich sowas von fürn Arsch, dass es nicht besser ging.

Die Leute haben da ewig um hilfe gerufen, der Polizist war ziemlich hilflos und wusste auch nicht, was er machen sollte. Ich denke er hat die Lage sicherlich per Funk durchgegeben aber es ist ewig nichts passiert. Ich denke allein eine laute Durchsage "Bitte drücken sie nicht von hinten, bleiben sie stehen und rühren sich nicht, bis wir weitere Anweisung geben! Aufgrund ihres Drucks sterben vorne Menschen" hätte locker einige Leben gerettet. Aber es kam null, NULL!

Keine Ahnung, aber da ist schon einiges an Unfähigkeit aufeinandergeprallt. Deshalb finde ich MasterYodas bauschale Aussage, mehr als gerechtfertigt.
 
Und wie kommst du zu dieser fachkundigen Aussage?

Das kann nur jemand sagen, der das Video nicht angeschaut hat bis zum Ende.

Wenn Leute nicht mehr aus so einer Menschenmasse raus können (und sie darin zu sterben drohen) und die Menschenmasse nicht aufgelöst werden kann, ist das nun mal ein Fehler im Sicherheitskonzept.
 
Ich denke allein eine laute Durchsage "Bitte drücken sie nicht von hinten, bleiben sie stehen und rühren sich nicht, bis wir weitere Anweisung geben! Aufgrund ihres Drucks sterben vorne Menschen" hätte locker einige Leben gerettet. Aber es kam null, NULL

Nicht dass es mich interessiert, aber wovon träumst Du nachts?

gruss kelle!
 
Wenn Leute nicht mehr aus so einer Menschenmasse raus können (und sie darin zu sterben drohen) und die Menschenmasse nicht aufgelöst werden kann, ist das nun mal ein Fehler im Sicherheitskonzept.

Es gab 1500 Ordner + 3000 Polizisten (oder 4000, je nachdem welcher Zahl man glaubt) vor Ort. Von diesen waren nur ein Bruchteil an dem Eingangstunnel (Videos und ich als Duisburger kenne viele, die da waren) um deeskalierend einzugreifen. Die Videos zeugen davon, dass die Situation nicht unter Kontrolle war. Ob dies aufgrund des Konzeptes oder der fehlerhaften Einsatzplanung der Ordner, oder aber anderen Faktoren abhängig war ist doch reine Spekulation.

Die meisten von denen mit denen ich gesprochen habe, die da vor Ort waren haben eher die Koordination vor Ort kritisiert. Aber auch das ist reine subjektive Wahrnehmung. Ich bin dafür, dass man das den Untersuchungsausschuss klären lassen soll und hier nicht so groß rumtösen muss.

(Bier)Kelle schrieb:
Nicht dass es mich interessiert, aber wovon träumst Du nachts?

Interessant ist nur, dass jemand, der behauptet, es läge am Konzept nun sagt, dass es vor Ort hätte geregelt werden können. Das wiederspricht sich doch. Entweder war das Konzept schuld und die hätten machen können was sie wollten vor Ort oder aber die Leute vor Ort waren schuld...
 
Nicht dass es mich interessiert, aber wovon träumst Du nachts?

gruss kelle!

Jeder Panikforscher hat gemeint, dass es am besten ist, die Leute klare Anweisungen zu geben, wenn sie in einer aussichtslosen Situation sind. Bevor man gar nichts sagt, soll lieber musik gespielt werden.

Und das ist auch logisch! Wenn du da ~2h brauchst um auf die Loveparade zu kommen, keine Aussicht hast da heute noch iwie hinzukommen obwohl du extra ne rießen Anreise gemacht hast und dann irgendwo zwischen Menschen stehst, die alle auf eine Treppe drücken und du trotzdem kein Zentimeter voran kommst und dann siehst, dass sich ein! Polizist um dieses Problem kümmert, dann drückst du doch noch mehr um zu dieser Treppe zu kommen, weil du weißt, das läuft was schief.

Man hat deutlich in dem Video gesehen, dass die Leute da vorne drinnen verzweifelt waren und ständig "Polizei" "Polizei" und sowas geschriehen haben. Dann haben sie gesehen, dass der auch völlig überfordert war und die Panik schaukelte sich noch mehr hoch. Hätten sie wenigstens das Gefühl gehabt, dass versucht wird das Problem zu beheben, wäre wahrscheinlich nicht so viel Verzweiflung aufgekommen und die Leute hätten eventuell davon abgesehen, über andere zu steigen um auf die Treppe zu kommen ...

Ich sagte ja nicht, dass dann alles supi dupi ausgegangen wär, aber sicherlich zu weniger Toten und/oder Verletzten gekommen wäre.

Das träume ich nicht, da bin ich mir sicher!
 
Interessant ist nur, dass jemand, der behauptet, es läge am Konzept nun sagt, dass es vor Ort hätte geregelt werden können. Das wiederspricht sich doch. Entweder war das Konzept schuld und die hätten machen können was sie wollten vor Ort oder aber die Leute vor Ort waren schuld...
Eine der vielen (widersprüchlichen) Meldung war auch, daß die Ordnungskräfte bzw. Polizei trotz Anweisung das eine "Tor" nicht gesperrt haben, um den Zustrom weiterer Menschen zu unterbinden. Wenn dem so wäre, kann man dem Sicherheitskonzept zwar Mängel vorwerfen, aber gewiss nicht die Schuld geben.

Jeder Panikforscher hat gemeint, dass es am besten ist, die Leute klare Anweisungen zu geben, wenn sie in einer aussichtslosen Situation sind. Bevor man gar nichts sagt, soll lieber musik gespielt werden.
Jeder!?

Und das ist auch logisch!
Für mich nicht. Oder besser ich bezweifle, daß es (in dieser Situation) was gebracht hat. Damit solche Ansagen Sinn machen, müssen sich alle daran halten. Wenn da einige drücken, dann reagieren auch andere, die den Anweisungen folge geleistet haben. Und in diesem speziellen Fall: Eine anfänglich durch Feierlaune, Adrenalin und/oder Drogen, später auch durch Angst aufgeputschte Menschenmasse in einem Tunnel wirdst du nicht durch Durchsagen beruhigen können.
 
Jeder Panikforscher hat gemeint, dass es am besten ist, die Leute klare Anweisungen zu geben, wenn sie in einer aussichtslosen Situation sind. Bevor man gar nichts sagt, soll lieber musik gespielt werden.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Leute die in Panik sind, die unter Platzangst leiden, die physisch/psychisch erschöpft sind, wo Drogen wirken etc. einfach so still stehen bleiben?

Wie gesagt, ich war beim Hosen Konzert, und trotz mehrfacher Ansagen inkl. Drohung des Konzert-Abbruchs, hat sich die Situation nicht wirklich geändert.

gruss kelle!