Na ja, die Theorie besagt aber, dass sich Import und Export die Waage halten sollen. Sonst haben wir die Situation, die wir derzeit haben, ausgelöst von China und Deutschland. Länder, die überproportional exportieren und dann den importierenden Ländern keinen Ausgleich schaffen. Das muss ja nicht durch direkten Import sein, es kann ja auch anders geschehen, z.B. indem alle Deutschen dort Urlaub machen :D

Die Chinesen treiben das Spiel noch viel weiter und heizen das Thema sogar politisch noch an, weil sie genau wissen, dass der eigene Wohlstand an diesem Überschuss hängt, dabei sind denen andere Staaten egal. Das sollten wir nicht tun.

Marty
 
Auch wenn wir einen nicht unerheblichen Exportüberschuss haben, so importieren wird auch einen erheblichen Teil der Waren, die bei uns verkauft werden. Allerdings sind das in erster Linie Waren, die im Ausland billiger hergestellt werden als bei uns, was besonders in den letzten Jahren zu einem nicht unerheblichen Sterben deutscher Firmen beigetragen hat: z.B. Rosenthal (Porzellan), Trevira (Unterwäsche), Schiesser (Unterwäsche), Karmann (Auto-Tuning), Qimonda (Speicherchips), Märklin (Modelbau), Wolf-Garten (Gartengeräte), Pfaff (Nähmaschinen), Loewe (TV-Hersteller). Dazu kommen verschiedene Hersteller von Solarmodulen.

Was würde wohl passieren, wenn wir noch mehr Billig-Waren aus Asien importierten? Was würde mit unserer eigenen Wirtschaft passieren? Kann man die Import- und Exportzahlen wirklich so direkt vergleichen? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Ganze Import-/Export-System weltweit aus den Fugen geraten ist, da die Herstellungsbedingungen und Herstellungskosten einfach nicht vergleichbar sind.

Wären wir immer noch "Exportweltmeister", wenn die Waren weltweit zu einem gleichen Wert angesetzt würden, d.h. wenn z.B. ein Kilo in Deutschland hergestellter Dünger für den internationalen Vergleich mit dem gleichen "Preis" angesetzt würde wie ein Kilo in China hergestellter Dünger? Schließlich werden "Preise" (Umsätze) und nicht Mengen verglichen.
 
Na ja, die Theorie besagt aber, dass sich Import und Export die Waage halten sollen. Sonst haben wir die Situation, die wir derzeit haben, ausgelöst von China und Deutschland. Länder, die überproportional exportieren und dann den importierenden Ländern keinen Ausgleich schaffen. Das muss ja nicht durch direkten Import sein, es kann ja auch anders geschehen, z.B. indem alle Deutschen dort Urlaub machen :D
:ugly: Klar, es sind die bösen Deutschen, die nicht nur zu viel Exportüberschuss haben, sondern auch noch jede Menge Geld horten, das von den bösen deutschen Banken zu Wucherzinsen an arme überschuldete Staaten verliehen wird:
https://www.welt.de/print/wams/finanzen/article121482765/Und-sie-wollen-alle-an-unser-Geld.html
Nein, für den Ausgleich sind die Defizitländer zuständig, die ihrerseits mehr exportieren müssten, bzw. nicht so viel importieren dürften.

Wären wir immer noch "Exportweltmeister", wenn die Waren weltweit zu einem gleichen Wert angesetzt würden, d.h. wenn z.B. ein Kilo in Deutschland hergestellter Dünger für den internationalen Vergleich mit dem gleichen "Preis" angesetzt würde wie ein Kilo in China hergestellter Dünger? Schließlich werden "Preise" (Umsätze) und nicht Mengen verglichen.
Es sind vor allem die Kosten, die den Preis bestimmen - wer billiger herstellen kann, kann auch billiger anbieten. Man kann aber alleine über den Preis keinen richtigen Vergleich anstellen.
 
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Es sind vor allem die Kosten, die den Preis bestimmen - wer billiger herstellen kann, kann auch billiger anbieten. Man kann aber alleine über den Preis keinen richtigen Vergleich anstellen.

Genau das meine ich ja: Die Statistik vergleicht nur die Preise, nicht die Menge an Waren, die im- bzw. exportiert werden. Somit ist kein echter Vergleich der internationalen Im- und Exportzahlen möglich.
 
Auch wenn wir einen nicht unerheblichen Exportüberschuss haben, so importieren wird auch einen erheblichen Teil der Waren, die bei uns verkauft werden.
An der Stelle schließt sich aber der Kreis nicht. Denn wir importieren Waren von anderen Ländern, die auch massive Exportüberschüsse haben ;)

Trotzdem löst sich das Problem in Europa nicht, wenn wir aufhören würden mit der Exportiererei. Wir können (und wollen) wohl auch nicht unsere gesamte Volkswirtschaft überarbeiten und anpassen. Der "schwarze Peter" bleibt wohl bei den Ländern liegen, die importieren. Sie müssten sich darum kümmern, mehr zu exportieren oder adäquat mehr im eigenen Land herzustellen.

Abgesehen davon wäre das Nachdenken für Deutschland auch nicht schlecht. Denn wir sind ja quasi seit Jahren übersättigt mit minderwertigen Waren "Made in China". Das wird anderen Ländern nicht anders gehen...
 
AWas würde wohl passieren, wenn wir noch mehr Billig-Waren aus Asien importierten?
Das ist ja nicht der Ausgleich, von dem gesprochen wird. Es geht um einen Ausgleich primär im Euro-Raum.

:ugly: Klar, es sind die bösen Deutschen, die nicht nur zu viel Exportüberschuss haben, sondern auch noch jede Menge Geld horten, das von den bösen deutschen Banken zu Wucherzinsen an arme überschuldete Staaten verliehen wird
"Böse deutsche Banken" verleihen wohl hauptsächlich EZB-Geld an diese Staaten und kein Geld der Deutschen.

Nein, für den Ausgleich sind die Defizitländer zuständig, die ihrerseits mehr exportieren müssten, bzw. nicht so viel importieren dürften.
Die Schuld nur bei einer Seite zu suchen halte ich allerdings für kurzsichtig.

Es sind vor allem die Kosten, die den Preis bestimmen - wer billiger herstellen kann, kann auch billiger anbieten.
Gerne kommen aber auch Subventionen (Solarindustrie) und Zölle hinzu...

Marty
 
Gerne kommen aber auch Subventionen (Solarindustrie) und Zölle hinzu...
Genau, mit Subventionen vermindert man die Herstellungskosten, so dass die inländischen Waren billiger werden - mit Zöllen erhöht man den Preis ausländischer Produkte, so dass die inländischen Waren billiger sind. Auf die Art kann sich ein Land vor einem Defizit schützen oder es zumindest vermindern. Es gibt aber auch Nachteile - man muss das abwägen.
In der EU gibt es keine Zölle mehr und Subventionen werden kritisch betrachtet.
 
Genau, mit Subventionen vermindert man die Herstellungskosten, so dass die inländischen Waren billiger werden
Genau das, was die Chinesen bei den Herstellern von Solarmodulen in den letzten Jahren gemacht haben. Subventionierte Billig-Module haben den Weltmarkt überschwemmt und europäische und gerade deutsche Hersteller sind pleite gegangen. Darüber wird sich exorbitant aufgeregt.

Und Subventionen sind doch in Deutschland normal. Man denke dabei nur mal an die Autoindustrie. Abwrackprämie, Dienstwagenregelungen, direkte Subventionen für Neuentwicklungen. Der gesamte Strommarkt besteht ja nur noch aus Subvention, von Markt kann man da gar nicht sprechen...

Dieses Geld sollte man mal lieber als Subvention nach Südeuropa schicken. Sonst kommen die nämlich zu uns und holen sich das direkt hier.

Marty
 
Der gesamte Strommarkt besteht ja nur noch aus Subvention, von Markt kann man da gar nicht sprechen...
Diese Subvention bewirkt das Gegenteil, der Strom wird immer teurer.

Dieses Geld sollte man mal lieber als Subvention nach Südeuropa schicken. Sonst kommen die nämlich zu uns und holen sich das direkt hier.
Südeuropa ist an diese Subventionen aus dem Norden gewöhnt und meint einen Anspruch darauf zu haben. Das ist der eigentliche Hauptgrund der Krise und deshalb sollte man sie besser entwöhnen.
 
Diese Subvention bewirkt das Gegenteil, der Strom wird immer teurer.
Es ist aber eine Subvention.

Südeuropa ist an diese Subventionen aus dem Norden gewöhnt und meint einen Anspruch darauf zu haben. Das ist der eigentliche Hauptgrund der Krise und deshalb sollte man sie besser entwöhnen.
Einverstanden. Wir zwingen die überschuldeten Staaten, nichts mehr bei uns zu kaufen. Aber jede Wette, dann geht hier das grosse Gejammer los wegen stark steigender Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsschrumpfung, sinkender Steuereinnahmen... und schon sind wir selber überschuldet. Dann kommt die IWF mit ihrer 10%-Empfehlung noch mal aus dem Loch... Rosige Aussichten.

Marty
 
Einverstanden. Wir zwingen die überschuldeten Staaten, nichts mehr bei uns zu kaufen. Aber jede Wette, dann geht hier das grosse Gejammer los wegen stark steigender Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsschrumpfung, sinkender Steuereinnahmen... und schon sind wir selber überschuldet. Dann kommt die IWF mit ihrer 10%-Empfehlung noch mal aus dem Loch... Rosige Aussichten.
Das sind eben die Risiken einer stark exportabhängigen Wirtschaft. Es wird aber nichts helfen den Südeuropäern Geld zu schenken damit sie bei uns einkaufen können.

Bezüglich des IWF, hab ich hier wieder eine Quelle: https://deutsche-wirtschafts-nachri...abe-der-plan-zur-grossen-enteignung-geht-auf/
Auch wenn die DWN nicht so magst.
Der IWF hat aber vergessen, dass Steuererhöhungen die Wirtschaft vollends abwürgen würden - so arg gute Experten hat der IWF nicht.
Diese vom IWF vorgeschlagenen Vermögenssteuern sind in Deutschland zu dem auch noch grundgesetzwidrig, müssen also nicht bezahlt werden.
 
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Das sind eben die Risiken einer stark exportabhängigen Wirtschaft. Es wird aber nichts helfen den Südeuropäern Geld zu schenken damit sie bei uns einkaufen können.
Mal ganz blöd gefragt, warum nicht? Wir könnten auch direkt die Waren verschenken, die Griechen würde es freuen und uns geht es dadurch ja auch nicht schlechter, wir machen ja heute auch nichts anderes, oder?
Der IWF hat aber vergessen, dass Steuererhöhungen die Wirtschaft vollends abwürgen würden - so arg gute Experten hat der IWF nicht.
Der IWF hat im Grunde doch nur das ausgedrückt, was wir alle wissen: Der Staat in seiner Gesamtheit häuft immer mehr Schulden auf. Im Gegenzug steigt das Vermögen der Deutschen sogar stärker an als der Schuldenberg. Dabei partizipieren aber nicht alle Deutschen, sondern nur ein vermutlich einstelliger Prozentsatz von diesem Vermögenszuwachs.

Irgendwann müssen wir uns doch auch mal fragen: Wir fordern von den Griechen, ihre Schulden zu bezahlen und werfen ihnen vor, dass sie ihre Milliardäre, die von dem System profitieren, nicht ausreichend an den Lösungen beteiligen. Jetzt kommt die IWF und macht als Vorschlag (oder wie man das auch nennen will), das wir in Deutschland das doch auch machen könnten um unsere Schulden zu senken, immerhin steht Deutschland im Euro-Raum in absoluten Zahlen als grösster Schuldner dar.

Und mir erschliesst sich wirklich nicht, wieso wir eine Schuldenkrise haben, wenn doch geschätzten 2,5 Bio Schulden 5 Bio flüssiges Vermögen in Form von Bargeld (Anleihen, Aktien etc.) zur Verfügung steht?

Volker Pispers hat das schön erklärt: Die Quandts und die Aldi-Brüder halten deutsche Anleihen im Wert von 10 Mrd. Euro. Der Staat sollte bei denen nur eine Vermögenssteuer in Höhe von 10 Mrd. erheben, kassieren und damit direkt wieder die Schulden bei den Familien tilgen. Ergebnis: Die Aldi-Brüder und die Quandts haben ihre 10 Mrd. wieder und der Staat ist schuldenfrei.

Diese vom IWF vorgeschlagenen Vermögenssteuern sind in Deutschland zu dem auch noch grundgesetzwidrig, müssen also nicht bezahlt werden.
Dann erweitert man die im Notfall auf Immobilien und schon passt das wieder.

Wir können das Pferd doch mal simpel von hinten aufzäumen: Bei wem ist Deutschland denn verschuldet? Zu Teil doch bei sich selber, also den eigenen Bürgern, zum grösseren Teil bei in Deutschland ansässigen Banken, die wiederum nach Auflösung von Überkreuzbeteiligungen etc. am Ende einigen wenigen Deutschen zum überwiegenden Teil gehören dürften... Der Staat macht Schulden bei sich selber, er könnte sie doch so auch wieder auflösen...

Marty
 
Mal ganz blöd gefragt, warum nicht? Wir könnten auch direkt die Waren verschenken, die Griechen würde es freuen und uns geht es dadurch ja auch nicht schlechter, wir machen ja heute auch nichts anderes, oder?
Das würde das gesamte bisherige System in seinen Grundfesten erschüttern. Selbst bei den Haftungen und Notkrediten geht man immerhin noch davon das Geld irgendwann wieder zurück zu bekommen.

Dann erweitert man die im Notfall auf Immobilien und schon passt das wieder.
Nein, passt nicht. Das würde den Bestand des Bundes an sich in Frage stellen. Blödes Beispiel, aber es wäre schlimmer als den Bundeskanzler zu erschießen oder den Bundestag zu sprengen. Und es würde den Tatbestand des Hochverrats erfüllen.

Und mir erschliesst sich wirklich nicht, wieso wir eine Schuldenkrise haben, wenn doch geschätzten 2,5 Bio Schulden 5 Bio flüssiges Vermögen in Form von Bargeld (Anleihen, Aktien etc.) zur Verfügung steht?
Letztlich kann man Schulden nur bei den Gläubigern abschreiben. Dann schrumpfen aber diese Vermögen ganz schnell.
 
Das würde das gesamte bisherige System in seinen Grundfesten erschüttern. Selbst bei den Haftungen und Notkrediten geht man immerhin noch davon das Geld irgendwann wieder zurück zu bekommen.
Meinst Du, die wirklich fähigen Menschen bei der EZB glauben daran, dass das generierte Geld für die Schuldenstaaten irgendwann zurückkommt? Dann wären die dämlicher als wir.

Nein, passt nicht. Das würde den Bestand des Bundes an sich in Frage stellen.
Verstehe ich nicht. Kannst Du das erläutern, wieso eine Vermögenssteuer auf Immobilien das verursachen würde?

Letztlich kann man Schulden nur bei den Gläubigern abschreiben. Dann schrumpfen aber diese Vermögen ganz schnell.
Ich verstehe daran etwas nicht. Die EZB gibt Banken für jetzt 0,25% Geld, die verleihen das an Griechenland für 7% und verdienen sich eine goldene Nase, weil sie kein Risiko tragen, die EU bürgt ja nun und hat bewiesen, dass sie zur Not Rettungsschirme produziert wie am Fliessband.

Die "Schuldenstaaten" wären aber alle derzeit in der Lage, einen positiven Haushalt zu erwirtschaften, wenn eben die Zinszahlungen nicht wären, selbst Griechenland schafft das. Das bedeutet, die Zinsen an die Banken sind das Problem.

Warum gibt die EZB nicht den Ländern direkt das Geld, zinslos? Ich habe bereits begriffen, dass es durch eine enorme Erhöhung der Geldmenge zu Inflation kommt, was wiederum den Wert der Vermögen reduzieren würde.

Aber ehe ich mich doch in die Hölle schmeisse und eine einmalige Vermögensabgabe fordere, könnte ich doch durch eine absichtlich stärkere Inflation genau das Gleiche erreichen, nur still und heimlich.

Also: Man gebe Griechenland das Geld, um seine Schulden komplett zu zahlen, zinslos. Bedingung: Positiver Haushalt, dann können die Schulden sogar zurückgezahlt werden und keine neuen Schulden müssen gemacht werden. Vorteil: Inflation beschleunigt den Vorgang, Nachteil: Entwertung der Geldvermögen...

Marty
 
Ich verstehe daran etwas nicht. Die EZB gibt Banken für jetzt 0,25% Geld, die verleihen das an Griechenland für 7% und verdienen sich eine goldene Nase, weil sie kein Risiko tragen, die EU bürgt ja nun und hat bewiesen, dass sie zur Not Rettungsschirme produziert wie am Fliessband.

Die "Schuldenstaaten" wären aber alle derzeit in der Lage, einen positiven Haushalt zu erwirtschaften, wenn eben die Zinszahlungen nicht wären, selbst Griechenland schafft das. Das bedeutet, die Zinsen an die Banken sind das Problem.

Warum gibt die EZB nicht den Ländern direkt das Geld, zinslos? Ich habe bereits begriffen, dass es durch eine enorme Erhöhung der Geldmenge zu Inflation kommt, was wiederum den Wert der Vermögen reduzieren würde.

Aber ehe ich mich doch in die Hölle schmeisse und eine einmalige Vermögensabgabe fordere, könnte ich doch durch eine absichtlich stärkere Inflation genau das Gleiche erreichen, nur still und heimlich.

Also: Man gebe Griechenland das Geld, um seine Schulden komplett zu zahlen, zinslos. Bedingung: Positiver Haushalt, dann können die Schulden sogar zurückgezahlt werden und keine neuen Schulden müssen gemacht werden. Vorteil: Inflation beschleunigt den Vorgang, Nachteil: Entwertung der Geldvermögen...

Marty

Absolut richtig. Du bist gedanklich am gleichen Punkt wie ich. Die FED macht in den USA genau das Gleiche mit genau dem gleichen Effekt. Ich habe, wie viele andere (deutlich intellektuellere Leute mit erheblich mehr Fach- und Insiderwissen) schon lange nach einer Antwort gesucht. Meines Wissens war Kennedy der letzte der in den USA einst versuchte diese Crux zu durchbrechen in dem er Dollars zinsfrei direkt drucken lies, ohne den Umweg über die FED zu nehmen. Eine Maßnahme die leider nur sehr kurz in der Praxis Anwendung fand bevor... ihr wisst schon.
Natürlich kann man über Zusammenhänge über die man nichts genaues weiß (oder wissen soll) immer nur Mutmaßungen anstellen und muss sich unter Umständen gefallen lassen Verschwörungstheoretiker genannt zu werden. Wenn man sich aber vor dem von Dir dargestellten Zusammenhang ganz platt die Frage stellen würde "Wer profitiert?" dann würde man durchaus relativ einfach zu einer Antwort kommen ohne diese aber beweisen zu können. Die Staaten sind es jedenfalls nicht, der gemeine Steuerzahler ist es auch nicht (was sich im Endeffekt ja auch gegenseitig bedingt)... wer bleibt dann noch?
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten eine expansive Ausdehnung der Kreditmenge zu bekämpfen. Einer von ihnen ist Inflation, ein weiterer sind Abgabenerhöhungen mit dem Risiko einer Deflation, ein anderer ist die Streichung von Schulden, also automatisch auch eine Streichung von Guthaben, ein sogenannter "Haircut" wie die "10%" Abgabe. In unserer Finanzwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten ein weiterer Weg sehr stark etabliert. Nämlich vereinfacht gesprochen eine Isolierung von Guthaben in fiktives Buchgeld außerhalb der Realwirtschaft(Stichwort Derivate). Wenn sich in einem bestimmten Bereich zu viel dieses "Buchgeldes" in die Realwirtschaft ergießt spricht man vom "Platzen einer Blase", siehe Immobilienblase (Lehman). Alles hat es aktuell in der Geschichte schon zu Hauf gegeben und in allen Fällen hat es immer nur eines gebracht: Zeit. Irgendwann ist es immer zu einer Währungsreform gekommen, was im Prinzip nichts anderes ist als ein sehr "umfangsreicher Haircut". Bei Einführung der D-Mark waren es beispielsweise 90%. Will man dem System aber Zeit verschaffen muss eine dieser Möglichkeiten mit ständig wachsender Intensität immer und immer wieder greifen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Verstehe ich nicht. Kannst Du das erläutern, wieso eine Vermögenssteuer auf Immobilien das verursachen würde?
Ganz einfach, der Staat ist ein rechtliches Produkt einer Verfassung, die privates Eigentum gewährleistet - das ist sogar eine der wichtigsten Aufgaben des Staates, neben des Schutz des Lebens und der Familie. Sollten die Funktionäre dies mißachten, so stellen sie damit den Staat an sich in Frage und gefährden damit des Bestand des Staates. Staatliche Macht gründet sich nämlich genau auf diese Verfassung.
Es gibt gibt einige Urteile des BVerfG die dies bestätigen - so darf ein Vermögen niemals höher besteuert werden als es Erträge erbringt. Deshalb kann man auch keine Steuern auf Gebäude erheben, da diese keine Erträge erbringen. sondern nur abgenutzt werden, also immer weniger Wert sind. Man kann lediglich den Grund besteuern, ohne die evtl. vorhandenen Gebäude zu berücksichtigen.

Meinst Du, die wirklich fähigen Menschen bei der EZB glauben daran, dass das generierte Geld für die Schuldenstaaten irgendwann zurückkommt? Dann wären die dämlicher als wir.
Wenn man sie vom billigen Geld entwöhnt und die Staatsquote drastisch vermindert können die Schuldenstaaten auch wieder wirtschaften. Schön wird das aber nicht.

Ich verstehe daran etwas nicht. Die EZB gibt Banken für jetzt 0,25% Geld, die verleihen das an Griechenland für 7% und verdienen sich eine goldene Nase, weil sie kein Risiko tragen, die EU bürgt ja nun und hat bewiesen, dass sie zur Not Rettungsschirme produziert wie am Fliessband.
Diese Rettungsschirme belasten aber die anderen EU-Staaten, so dass es durchaus noch zu dieser Kettenreaktion kommen kann, die die Rettungsschirme eigentlich verhindern sollten.

Die "Schuldenstaaten" wären aber alle derzeit in der Lage, einen positiven Haushalt zu erwirtschaften, wenn eben die Zinszahlungen nicht wären, selbst Griechenland schafft das. Das bedeutet, die Zinsen an die Banken sind das Problem.

Warum gibt die EZB nicht den Ländern direkt das Geld, zinslos? Ich habe bereits begriffen, dass es durch eine enorme Erhöhung der Geldmenge zu Inflation kommt, was wiederum den Wert der Vermögen reduzieren würde.
Die Reichsbank hat dem Reich auch jede Menge Kredite gegeben, mit dem Ergebnis, dass danach die Währung kaputt war. Wird mit dem Euro letztlich auch passieren, es ist ja egal wie viel Zinsen da erhoben werden. Es gibt einen Punkt an dem Zinszahlungen derart belastend werden, dass der Staat praktisch gelähmt ist - das ist bei GR aber nicht der Fall, da die Zinsen einfach weiterhin durch neue Kredite bezahlt werden und für alles gebürgt wird, auch wenn GR diesen Punkt bereits weit überschritten hat.
 
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Es gibt gibt einige Urteile des BVerfG die dies bestätigen - so darf ein Vermögen niemals höher besteuert werden als es Erträge erbringt.
Hast Du dazu Quellen. Ich kenne nur ein Urteil, dass die Vermögenssteuer in der damaligen Form für verfassungswiedrig erklärt hat, eben weil keine Immobilien besteuert wurden. Man hat dann die Vermögenssteuer ausgesetzt, weil man wohl nicht klären konnte oder wollte, wie der Wert von Immobilien ermittelt werden kann.

Wenn man sie vom billigen Geld entwöhnt und die Staatsquote drastisch vermindert können die Schuldenstaaten auch wieder wirtschaften. Schön wird das aber nicht.
Man könnte auch den Staat abschaffen, das würde dann evtl. nicht schön für die anderen Staaten. Das in Griechenland da enormes Einsparpotential besteht, kann ich nachvollziehen, aber derzeit ist der Haushalt doch schon machbar.

Die Reichsbank hat dem Reich auch jede Menge Kredite gegeben, mit dem Ergebnis, dass danach die Währung kaputt war.
Mit dem Unterschied, dass kein ausgeglichener Haushalt gefordert wurde. Unbegrenzt Geld mit zusätzlich neuen Schulden sollte auch nicht die Lösung sein.

Wird mit dem Euro letztlich auch passieren, es ist ja egal wie viel Zinsen da erhoben werden. Es gibt einen Punkt an dem Zinszahlungen derart belastend werden, dass der Staat praktisch gelähmt ist - das ist bei GR aber nicht der Fall, da die Zinsen einfach weiterhin durch neue Kredite bezahlt werden und für alles gebürgt wird, auch wenn GR diesen Punkt bereits weit überschritten hat.
Eben. Und ohne Zinszahlungen hat Griechenland bis Ende August ein Plus von 2,6 Mrd. erwirtschaftet. Das Problem ist also nicht die Leistungsfähigkeit des Landes, sondern einzig und alleine die Zinslast für Altlasten.

Marty
 
Eben. Und ohne Zinszahlungen hat Griechenland bis Ende August ein Plus von 2,6 Mrd. erwirtschaftet. Das Problem ist also nicht die Leistungsfähigkeit des Landes, sondern einzig und alleine die Zinslast für Altlasten.

Marty


Respekt Marty hast dich wohl in letzter Zeit mal mit dem Geldsystem beschäftigt ??


Bekommst ein fettes Bienchen von mir :)
 
Respekt Marty hast dich wohl in letzter Zeit mal mit dem Geldsystem beschäftigt ??
Das habe ich schon vor 25 Jahren. Im Gegensatz zu Dir, der es in den letzten Monaten nicht einmal geschafft hat, sich mit dem Thema Plenken zu beschäftigen. Und falls doch, hast Du nichts daraus gelernt.

Marty