1999 als der Euro als Buchgeld eingeführt wurde stand sie bei 5,8% 2012 = 14,6%
Damals waren diese Länder die verlängerte Werkbank, jetzt sind es China und Osteuropa. Durch den Euro hat sich die Produktion dort zu stark verteuert, so dass diese Produktionen abgewandert sind.

Was ist an der Darstellung der Welt über den IWF-Bericht zensiert? Nichts. Das die Welt manche Kommentare dazu nicht möchte, kann ich durchaus verstehen. Aber der eigentliche Inhalt des IWF-Berichts ist deutlich neutraler und verständlicher dargestellt als die Verschwörungsquellen.
Was passt Dir an dem DWN Bericht nicht? Und in wie fern macht es einen Unterschied wer die Nachricht bringt?
 
Was passt Dir an dem DWN Bericht nicht? Und in wie fern macht es einen Unterschied wer die Nachricht bringt?

Im Kalten krieg gab es mal eine Anekdote:

Die USA und die Sowjetunion bestreiten einen Ländervergleich in der Leichtathletik - natürlich auf neutralem Boden, in der Schweiz. Die USA gewinnen das Duell. Am nächsten morgen ist in der Prawda zu lesen: UdSSR Zweiter Im Leichtathletik-Wettkampf, USA nur Vorletzter!

Es ist immer von Interesse, wer was wo schreibt - und die DWN ist nun wirklich nicht berühmt dafür, ausgewogen und sachlich zu berichten - jedenfalls ist mir keiner bekannt. Man hat den Eindruck, dass die DWN einen Sport daraus machen, alles so schwarzmalerisch wie möglich erscheinen zu lassen. Es gibt nun mal einen Markt dafür, Weltuntergangsmeldungen zu verbreiten...
 
Was passt Dir an dem DWN Bericht nicht? Und in wie fern macht es einen Unterschied wer die Nachricht bringt?

Ein einfacher Vergleich:

Polemik:
Im neuen Fiscal Monitor fordert der IWF, dass der Spitzensteuersatz in Deutschland auf bis zu 70 Prozent angehoben wird.

Berichterstattung:
Nach Schätzungen des Fonds liege unter Einnahmegesichtspunkten der ideale Spitzensteuersatz zwischen 55 und 70 Prozent. Derzeit müssen Reiche in Deutschland maximal 45 Prozent Steuern zahlen. Bei dem IWF-Papier handelt es sich dem Bericht zufolge nicht um eine Politikempfehlung, sondern um eine Expertenanalyse.

Marty
 
Es ist keine Polemik sondern schlichtweg unwahr, da der IWF das noch nicht einmal der Politik empfiehlt geschweige denn fordert- sondern nur sagt das irgendwo zwischen 55 und 70 % Steuersatz die Einnahmen des Staates maximal werden.
Ab 50% fängt der Kommunismus an.

Ein einfacher Vergleich:
Das stimmt so nicht. Das was Du Berichterstattung nennst ist eher als Dementi zu verstehen, in dem sich der IWF von seiner Aussage distanziert und den Quatsch einem nicht namentlich genannten angeblichen Experten zuschiebt.

Jedenfalls bleibt das Problem dass bei jeder Steuererhöhung die Steuereinnahmen sinken, bzw. die Umlagen erhöht werden müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei 45 % sind also z.B. Produktionsmittel noch Privateigentum und bei 50 % plötzlich nicht mehr? Lustig nur das die meisten Spitzensteuerzahler die den Großteil des verdienten Geldes im Inland wieder ausgeben heute schon mehr als 50 % zahlen ...alles Kommunisten?
Das war ein Kohl Zitat.

Hier ist die betreffende IWF Publikation: https://www.imf.org/external/pubs/ft/fm/2013/02/pdf/fm1302.pdf
Da werden übrigens noch ganz andere Sachen empfohlen um die Staatsschulden zu vermindern.
@darkkurt: Der IWF selbst ist noch "schwarzmalerischer".
 
Zuletzt bearbeitet:
US-Regierung kritisiert Deutschland wegen hoher Exportüberschüsse

Folgende News wurde am 31.10.2013 um 09:07:59 Uhr veröffentlicht:
US-Regierung kritisiert Deutschland wegen hoher Exportüberschüsse
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Washington (dts) - Die US-Regierung hat Deutschland wegen seiner anhaltend hohen Exportüberschüsse kritisiert. Die Exportabhängigkeit der Bundesrepublik und das "blutleere" Binnenwachstum gefährde die Stabilität in Europa sowie die globale Wirtschaft, heißt es in einem Bericht des Finanzministeriums für den US-Kongress, der am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlicht worden war. In dem Bericht forderte das US-Finanzministerium, dass Deutschland seine Inlandsnachfrage ankurbeln müsse."Deutschlands anämisches Wachstum der Binnennachfrage und seine Exportabhängigkeit behindern das Ausbalancieren in einer Zeit, in der viele andere Länder der Eurozone unter großem Druck stehen, die Nachfrage einzudämmen und Importe zu drosseln", heißt es in dem Bericht. In den vergangenen beiden Jahren hatte Deutschland den höchsten Exportüberschuss weltweit erzielt. Der Überschuss lag mit umgerechnet 238 Milliarden US-Dollar noch vor China und Saudi-Arabien, die einen Überschuss von 193 beziehungsweise 165 Milliarden US-Dollar erzielten.
 
Der grösste Schuldner der Welt sollte erst einmal die eigene Wirtschaft ankurbeln bevor er mal wieder versucht, in unserer Wirtschaft herum zu wurschteln. Immerhin scheint eine weitere Finanzkrise in den USA in den Startlöchern zu stecken - und wieder sollen die Banken und "faule" Immobilienkredite die Ursache zu sein. Same procedure as 5 years ago. https://www.handelsblatt.com/politi...ster-warnt-vor-neuer-finanzkrise/8770078.html
 
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Es war vielleicht der falsche Warner, aber die Kernaussage lässt sich doch nicht verleugnen. Der extreme Exportüberschuss Deutschlands ist ein enormes Problem in Europa.

Marty
 
[...] Der extreme Exportüberschuss Deutschlands ist ein enormes Problem in Europa.
Das kann man so oder so sehen. Ich bin der Ansicht, dass der Exportüberschuss Deutschlands erst von Europa zum Problem gemacht wird. Denn die Probleme der "schwächelnden Euroländer" bleiben bestehen, egal ob Deutschlands Binnenwirtschaft steigt, die Exporte zurück gefahren werden und wir unter 6% rutschen oder nicht.

Ob ein hoher Exportüberschuss ein Grund zum Feiern ist, lasse ich mal dahin gestellt sein, aber grundsätzlich ändert der auch nichts an der Situation. Letztlich zahlen wir das Geld im Rahmen der EU ohnehin wieder an die schwachen Länder und erlassen ihnen irgendwann die Schulden. Im Grunde ist Mutti also mehr Europas Mutti als Deutschlands... :D
 
Für die Leute die den Exportüberschuss am Ende auf dem Konto haben ist es natürlich ein Grund zu feiern ;)

Für die Menschen in Deutschland die sich trotz guter Produktivität am Ende trotzdem kaum etwas leisten können - egal ob nun Binnennachfrage oder das importierte Zeug - ist das genauso wenig ein Grund zu feiern wie den vielen Arbeitslosen in Europa denen "Deutschland" mit hoher Produktivität bei geringen Löhnen im Wettbewerb die Arbeitsplätze abgenommen hat
 
Zuletzt bearbeitet:
Für die Menschen in Deutschland die sich trotz guter Produktivität am Ende trotzdem kaum etwas leisten können - egal ob nun Binnennachfrage oder das importierte Zeug - ist das genauso wenig ein Grund zu feiern wie den vielen Arbeitslosen in Europa denen "Deutschland" mit hoher Produktivität bei geringen Löhnen im Wettbewerb die Arbeitsplätze abgenommen hat
Das hat aber eigentlich nix mit dem Exportüberschuss zu tun.

Ist ja nicht so, dass hier jeder in Prunk und Luxus vergehen würde, wenn wir die Exporte stoppen würden. Letztlich brauchen wir das ganze Zeug ja auch nicht, das wir exportieren. Und auch unseren Nachbarn geht es deshalb nicht besser. Vielleicht würden sie mehr von ihrem Tinnef verkaufen können, aber deshalb ist das europäische Problem nicht gelöst. Wird es wohl auch nicht auf absehbare Zeit.

Außerdem stellt sich die Frage, warum wir was importieren sollten, das wir selbst herstellen können. Oder warum wir Teil X und Gerät Y nicht mehr produzieren sollten, damit es ein anderes Land herstellen kann. Bin ja froh, wenn so viele Deutsche wie möglich in Arbeit sind. Die anderen Länder müssen ihre Probleme schon ohne deutsche Arbeitslosigkeit und Rezession bewältigen. Notfalls müssen wir halt das Konstrukt "EU" nochmal überdenken...
 
Das hat aber eigentlich nix mit dem Exportüberschuss zu tun.
Ist ja nicht so, dass hier jeder in Prunk und Luxus vergehen würde, wenn wir die Exporte stoppen würden.
Ne ohne Exporte würde es den Menschen die jetzt schon für Kost und Logis arbeiten auch nicht besser gehen, aber man könnte sie an den Überschüssen zumindest fair beteiligen. Die Aussage war auch nur das der große Exportüberhang für "Deutschland" nicht generell gut oder schlecht ist sondern das es drauf ankommt wo man sich "in der Nahrungskette befindet".

Vielleicht würden sie mehr von ihrem Tinnef verkaufen können, aber deshalb ist das europäische Problem nicht gelöst.

Keine Ahnung was Du mit dem europäischen Problem meinst?! Ich sehe da viele und die sind relativ komplex... Tinnef verkaufen ist im Großen und Ganzen natürlich sinnlos, für den einzelnen der damit seinen Kühlschrank füllen kann aber dann halt auch wieder nicht.

Außerdem stellt sich die Frage, warum wir was importieren sollten, das wir selbst herstellen können.
Viele Dinge kann man hier halt kaum oder nur schlecht herstellen, das betrifft insbesondere viele landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe. Solide Handelspartner haben auch gute Gründe auf Konflikte und Kriege zu verzichten. Ich meine selbst China lässt sich ein bisschen was sagen wenn es um die Exporte geht.
 
Ne ohne Exporte würde es den Menschen die jetzt schon für Kost und Logis arbeiten auch nicht besser gehen, aber man könnte sie an den Überschüssen zumindest fair beteiligen.

Wenn wir nicht exportieren würden, bliebe nichts zum "Verteilen" übrig. Im Gegenteil, es würden Arbeitsplätze in nicht geringem Maß wegfallen. In den Jahren der Finanzkrise hat unsere Exportwirtschaft immer wieder Zeiten gehabt, wo die Exporte zurück gingen, was sich negativ auf unsere Wirtschaft auswirkte.

Anstatt über den deutschen Exportüberschuß zu jammern, sollten die anderen Ländern an der Qualität ihrer Produkte und an ihrem Verkaufsverhalten arbeiten. "Manana, manana" oder "dolce fa niente" oder "Laissez faire" fördern weder die Qualität der Produkte noch die Zuverlassigkeit der Unternehmen. "Made in Germany" hat noch immer einen guten Ruf in der Welt, wovon unsere Wirtschaft profitiert.

Ein weiteres Problem bei uns ist es, dass die Binnennachfrage sich noch immer stark auf Billig-Waren konzentriert. Wieso einen Euro mehr für ein deutsche Produkt zahlen, wenn es aus dem Ausland billiger geht. Das ist nicht auf weniger Einkommen zurückzuführen sondern darauf, dass wir in einer "mehr Schein als Sein"-Gesellschaft leben. Du mußt nur etwas haben, das so aussieht, als wäre es etwas wert. Es muß nicht wirklich einen Wert haben. Produktpiraten haben deshalb bei uns so grossen Erfolg.
 
Wenn wir nicht exportieren würden, bliebe nichts zum "Verteilen" übrig. Im Gegenteil, es würden Arbeitsplätze in nicht geringem Maß wegfallen. In den Jahren der Finanzkrise hat unsere Exportwirtschaft immer wieder Zeiten gehabt, wo die Exporte zurück gingen, was sich negativ auf unsere Wirtschaft auswirkte.
Man braucht die Exporte ja nicht zu verringern, man müsste nur die Importe erhöhen - dann würde der Überschuss von allein verschwinden, ohne dass auch nur ein Arbeitsplatz weg fallen würde.
Allerdings hilft das den Krisenländern rein gar nichts und die Risiken einer so stark exportabhängigen Wirtschaft verschwinden auch nicht. Wenn die Weltwirtschaft einbricht schlägt das sofort mit voller Härte durch (wenn sich noch jemand an die vermeintlichen Überkapazitäten während der Finanzkrise erinnert).
In der Finanzkrise hatte Deutschland durch die Überschüsse dann aber auch ein Polster von dem es zehren konnte, was bei so einer stark exportlastigen Wirtschaft sicher kein Fehler ist.
 
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Ne ohne Exporte würde es den Menschen die jetzt schon für Kost und Logis arbeiten auch nicht besser gehen, aber man könnte sie an den Überschüssen zumindest fair beteiligen.
Bin mir nicht sicher, ob dass nicht in einem gewissen Maße passiert. Die Exportgüter Deutschlands: Link. Auf den ersten drei Plätzen Autoindustrie, Maschinenbau und Chemie. Drei Wirtschaftszweige, in denen die Gewerkschten noch recht stark sind und regelmäßig teils hohe Lohnsteigerungen durchsetzen. In der Autoindustrie gibt's auch saftige Erfolgsprämien Zumindest in den exportstarken Branchen werden ein großer Teil der Beschäftigten an den Überschüssen beteiligt. Ob's eine faire Beteiligung gibt; kann man streiten. Aber zumindest ist es nicht weit weg davon.