Es wird demnächst so künstlich massiv Inflation geschaffen, damit die Schulden weniger wert werden. Anders ist das System nicht mehr zu retten.
Das ist doch der Grund für die Euro-Krise. Niemand verleiht Geld um danach weniger zurückzubekommen - die vorhandenen Bonds werden abgestoßen und neue werden nicht mehr gekauft.
Die Zinsen werden steigen müssen, damit die Realzinsen wieder positiv werden. Wenn dann noch die Inflation ansteigt müssen die Zinsen noch stärker steigen.
 
Das ist doch der Grund für die Euro-Krise.
Nein, der Grund für die Euro-Krise ist, dass die Staaten mehr ausgeben als sie einnehmen und nicht, wir früher, durch Abwertung ihrer Währung diese Schulden reduzieren.

Italien hat schon immer massiv Schulden gemacht. Das haben sie durch Inflation kompensiert. Das merkte man früher im Urlaub an der Anzahl neuer Nullen auf den Lira-Scheinen.

Niemand verleiht Geld um danach weniger zurückzubekommen
Richig, deshalb sind die Zinssätze höher als die Inflationsrate. Man bekommt also mehr zurück.

- die vorhandenen Bonds werden abgestoßen und neue werden nicht mehr gekauft.
Doch, deutsche Anleihen werden gerade massiv nachgefragt, die Zinsen sinken hier sogar.

Die Zinsen werden steigen müssen, damit die Realzinsen wieder positiv werden.
Richtig. Und die Blöden sind diejenigen, die letztes Jahr noch 30-jährige Anleihen mit 4% Verzinsung gekauft haben. Bei steigenden Zinsen sinken die Renditen der Bestandsanleihen, die Kurse purzeln. Völlig normal und schon immer so gewesen.

Deutschland kann so seine (bestehenden) Schulden im Realwert drastisch reduzieren. Geld leihen für 30 Jahre zu 4%, danach die Inflation hochtreiben und zuschauen... oder kurz danach die eigenen Anleihen deutlich niedriger zurückkaufen.

Marty
 
Für meinen Baukredit is das doch gut, oder denk ich jetzt falsch? :ugly:

Für den Kredit ist das erstmal egal :D

Aber Dein Haus wird natürlich durch die Inflation im monetären Wert steigen. Sobald die Inflation höher ist als die Zinsen, die Du zahlst, machst Du sogar absolut Plus... Ich habe mir gerade noch schnell ein Haus gekauft. Jetzt kann die Inflation kommen.

Marty
 
Ich habe mir gerade noch schnell ein Haus gekauft. Jetzt kann die Inflation kommen.

Marty

Naja, die tatsächlich Gekniffenen werden Rentner, Arbeiter und auch Staatsbedienstete sein, deren Lohn wesentlich langsamer und weniger steigen wird als die Inflation... Und die können sich in den meisten Fällen nicht mal ein Haus kaufen um auch davon zu profitieren...
 
Naja, die tatsächlich Gekniffenen werden Rentner
Wenn ich mir so die Entwicklung der Rentenversicherung in den letzten Jahren und die Aussichten für die nächsten zwei Jahrzehnte anschaue, dann sind da die heutigen Beitragszahler wohl eher die "Geniffenen". Mal abgesehen davon, dass die Renten jedes Jahr der Lohnentwicklung angepasst werden.

Arbeiter und auch Staatsbedienstete sein, deren Lohn wesentlich langsamer und weniger steigen wird als die Inflation.
Ist das so? Vergleiche doch mal mit der letzten Inflationsphase, die wir in Deutschland hatten. Ich kann mich da noch an hohe Tarifabschlüsse erinnern. Und hatte nicht die IG Metall gerade erst 4% Tariferhöhung ausgehandelt? So hoch war unsere Inflationsrate ja nun auch nicht.

Und die können sich in den meisten Fällen nicht mal ein Haus kaufen um auch davon zu profitieren...
Warum nicht? Ich werde nach dem Tarifvertrag der IG Metall bezahlt und bin in keiner Tarifgruppe, die so exorbitant nach oben ausbricht. Unser Familieneinkommen liegt ziemlich genau auf dem Durchschnitt. Und ich kaufe das Haus nicht gerade da, wo man es extrem günstig bekommt.

Marty
 
Nein, der Grund für die Euro-Krise ist, dass die Staaten mehr ausgeben als sie einnehmen und nicht, wir früher, durch Abwertung ihrer Währung diese Schulden reduzieren.
Dieses Problem besteht schon seit Jahren, aber erst als im Jahr 2009 die Realzinsen negativ wurden fing die Euro-Krise an.
2008 bekam man noch locker 4% aufs Tagesgeld und hatte damit etwa 2% Gewinn.

Negative Realzinsen und ihre Bedeutung für Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Gold

Richig, deshalb sind die Zinssätze höher als die Inflationsrate. Man bekommt also mehr zurück.
Im Moment sind die Einlagenzinsen bei Banken um die 2% und die Inflation um die 3%.
Damit hat man einen Verlust von 1% p.a. wenn man sein Geld bei einer Bank anlegt.
OK, es gibt auch andere Anlagen, die mehr bringen, dafür aber auch mehr Risiko haben.

Doch, deutsche Anleihen werden gerade massiv nachgefragt, die Zinsen sinken hier sogar.
Klar die Banken geben ihre PIGS-Papiere der EZB und lagern dafür Bunds ein - dann schläft man ruhiger.

Deutschland kann so seine (bestehenden) Schulden im Realwert drastisch reduzieren. Geld leihen für 30 Jahre zu 4%, danach die Inflation hochtreiben und zuschauen... oder kurz danach die eigenen Anleihen deutlich niedriger zurückkaufen.
Das kann man nur einmal alle 30 Jahre machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieses Problem besteht schon seit Jahren, aber erst als im Jahr 2009 die Realzinsen negativ wurden fing die Euro-Krise an.
2008 bekam man noch locker 4% aufs Tagesgeld und hatte damit etwa 2% Gewinn.
2008 hatten wir eine Inflationsrate von 2,6% im Jahresmittel bei knapp über 4% Tagesgeld im Schnitt, das ist richtig.

Aktuell liegt die Inflationsrate bei knapp 2,3%, 2010 bei 1,1%, die Tagesgeldzinsen noch immer darüber. Die ziehen aber erst verspätet an und orientieren sich eben auch an anderen Werten als der Inflationsrate. 2,5% sind trotzdem machbar.

Im Moment sind die Einlagenzinsen bei Banken um die 2% und die Inflation um die 3%.
Dann hast Du die Zinsen ab- und die Inflation aufgerundet.
[quoteOK, es gibt auch andere Anlagen, die mehr bringen, dafür aber auch mehr Risiko haben.[/quote]Festgeld 12 Monate gibt schon 2,8%, also über Inflation, kein Minus.

Klar die Banken geben ihre PIGS-Papiere der EZB und lagern dafür Bunds ein - dann schläft man ruhiger.
Verständlich, oder? Die EU und gerade die EZB macht es ihnen ja auch (zu) einfach. Herr Ackermann sponsort sich das nächste Kinderfest im Bundeskanzleramt, diesmal gibt es sogar Zuckerwatte kostenlos.

Das kann man nur einmal alle 30 Jahre machen.
Warum? Italien hat das dauerhaft gemacht, bis sie auf die aberwtzige Idee gekommen sind, mit dem Euro könnte es ihnen besser gehen.

Marty
 
Und hatte nicht die IG Metall gerade erst 4% Tariferhöhung ausgehandelt? So hoch war unsere Inflationsrate ja nun auch nicht.

Und die Vorstandsgehälter steigen jährlich um 20 Prozent... Das Gesamtvermögen steigt... Aus diesen Statistiken kann man auch einen Wohlstandszuwachs herfabulieren...

Tatsache ist, dass in den letzten 10 Jahre stets die Reallöhne gesunken ist... Und da sind auch schon Erhöhungen von Vorstandsgehältern und Ärztegehältern miteingerechnet.
 
Warum? Italien hat das dauerhaft gemacht, bis sie auf die aberwtzige Idee gekommen sind, mit dem Euro könnte es ihnen besser gehen.
Dann müssen höhere Zinsen gezahlt werden udn zwar so hohe, dass nach der nächsten Abwertung für den Gläubiger noch was über bleibt. Es wird zum Teufelskreis.

Dann hast Du die Zinsen ab- und die Inflation aufgerundet.
Nee, es ist beides aufgerundet. Der Tagesgeldsatz lag laut Eurostat bei 1,12% und die Inflationsrate bei 2,8%
 
Zuletzt bearbeitet:
Und die Vorstandsgehälter steigen jährlich um 20 Prozent.
Du meinst, weil 30 DAX-Vorstände ein paar Millionen mehr bekommen, steigt der Geamtschnitt aller 40 Mio. Erwerbsätigen massiv an? Das wird nicht aufgehen.

Zumal Vorstände in der Regel nach Unternehmenserfolg bezahlt werden (leider dem kurzfristigen) und damit zumindest nur dann viel Geld bekommen, wenn es dem Unternehmen gut geht (in der Regel, nicht bei Arcandor).

Tatsache ist, dass in den letzten 10 Jahre stets die Reallöhne gesunken ist.
Das könnte ja sogar aufgehen (ich vermute, den Beweis lieferst Du nicht?), aber was soll das aussagen? Ist die Produktivität im Gesamtschnitt denn gestiegen hätten also die Löhne real steigen müssen? Und warum nimmst Du einen 10-jahres Zeitraum? Wie sieht es denn auf 30 Jahre aus?

Dann müssen höhere Zinsen gezahlt werden udn zwar so hohe, dass nach der nächsten Abwertung für den Gläubiger noch was über bleibt. Es wird zum Teufelskreis.
Das ist ja richtig. Und gilt genau so lange, wie ein Staat (oder auch eine Privatperson oder ein Unternehmen) immer neue Schulden macht. Der Teufelskreis wird doch durch jährliche Neuverschuldung erzeugt.


Nee, es ist beides aufgerundet. Der Tagesgeldsatz lag laut Eurostat bei 1,12% und die Inflationsrate bei 2,8%
Wer legt denn grössere Summen zu 1,12% auf das Tagesgeld? Ich habe nach den guten Angeboten geschaut (und dabei baltische Banken sogar aussen vor gelassen) und gehe davon aus, dass das meiste Geld dort liegt.

Marty
 
Tatsache ist, dass in den letzten 10 Jahre stets die Reallöhne gesunken ist... Und da sind auch schon Erhöhungen von Vorstandsgehältern und Ärztegehältern miteingerechnet.
"Tatsache" ist, dass zumindest die Reallöhne der Ärzte (in den letzten 20 Jahren) um 50% gesunken sind, womit sie den meisten Verlust hinnehmen mußten.
 
"Tatsache" ist aber auch, dass auf Ärztetagen auf dem Parkplatz immer noch eine immens große Porsche Cayenne-Dichte herrscht... ;)
 
Und die Schlußfolgerung daraus ist? Das sie zuviel Geld verdienen? Das sie zuviel Geld für ihr Auto ausgeben? Das sie Statussymbole nötig haben?

Ein Cayenne kostet vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn ein Arzt die nicht übrieg haben würde würde ich sagen, dass er relativ zu seiner Aufgabe zu wenig verdient.
 
Du meinst, weil 30 DAX-Vorstände ein paar Millionen mehr bekommen, steigt der Geamtschnitt aller 40 Mio. Erwerbsätigen massiv an? Das wird nicht aufgehen.

Tja, ein durchschnittlicher Amerikaner hat ein Vermögen von 200k Dollar... Ein durchschnittlicher Deutscher hat 100k auf der Seite... Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob der normale amerikanische Bürger doppelt so reich ist als ein Deutscher?! Oder liegt es an dem Promill superreicher Amerikaner, die 12 Prozent des BIP ausmachen (von 2 Prozent auf 12 Prozent in 20 Jahren).

Und diese massive Umverteilung oben nach unten erfolgt bei uns (wie üblich mit ein paar Jährchen Verzögerung) auch bei uns... Es kann doch nicht sein, dass sich 100 Billionen Privatvermägen in den USA türmen und Hundertausende auf der Straße leben und Millionen keine Krankenversicherung besitzen.

Zumal Vorstände in der Regel nach Unternehmenserfolg bezahlt werden (leider dem kurzfristigen)
Wär ja schön, wenn es so wäre... Aber fakt ist, dass die Vorstandsgehälter jährlich um 10- 20 Prozent steigen (Ausnahme 2009) und die Arbeitnehmer froh sein dürfen, wenn ihre Gehälter so steigen, dass die Inflation ausgeglichen wird.


Das könnte ja sogar aufgehen (ich vermute, den Beweis lieferst Du nicht?), aber was soll das aussagen?
https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_02.c.289465.de (Abbildung 9)

Innerhalb von 2000- 2008 stellt der DIW eine Reallohnkürzung von über 10 Prozent fest. (Man stelle auch fest, wer die höchsten Lohnzuwächse hatte: Irland und Griechenland... Wie schön, dass man das jetzt auch noch zahlen darf)
Und wie soll es vor 30 Jahren gewesen sein?!
Wie war es denn vor 70 Jahren?! Also irgendwo hört es sich auf. Außerdem gab es wohl damals keine "Boom" und "Fachkräftemangel" auf Kosten der Leiharbeiter und befristet Beschäftigte, auf deren Rücken das für Konzernbosse erarbeitet wird... Außerdem war das Wort Nullrunde bei den Renten noch nicht erfunden.

Leider findet man nicht wirklich sinnvolle Daten zu der Problematik (ist ja fast scho wie bei der Integrationsthematik, bei der es auch nur aufgehübschte Propaganda gibt). Es würde mich also freuen, wenn du die Lohnentwicklung seit den 80ern irgendwo feststellen könntest... Ich bin mir sicher, dass es seitdem eine massive Verschlechterung gab (siehe EU).
Ist die Produktivität im Gesamtschnitt denn gestiegen hätten also die Löhne real steigen müssen?
Natürlich steigt die Produktivität... Bzw... Wenn Audi 40 Prozent mehr Autos verkauft... Warum sollten die Arbeiter nicht 20 Prozent mehr Lohn erhalten?! Wer kassiert die ganze Kohle?? (Ich mutier ja zum Radikal-Linken... ^^)
 
Natürlich steigt die Produktivität... Bzw... Wenn Audi 40 Prozent mehr Autos verkauft... Warum sollten die Arbeiter nicht 20 Prozent mehr Lohn erhalten?! Wer kassiert die ganze Kohle?? (Ich mutier ja zum Radikal-Linken... ^^)
Audi zahlte dieses Jahr eine Rekordprämie von durchschnittlich 6.500 EUR an die Tarifbeschäftigten. Ob das nun 20% mehr ist, weiß ich nicht, aber es soll wohl 1,5 Monatsgehältern entsprechen. Machen übrigens die anderen deutschen Autoherrsteller ähnlich.

Da fließt also u.a. das Geld hin.
 
Tja, ein durchschnittlicher Amerikaner hat ein Vermögen von 200k Dollar... Ein durchschnittlicher Deutscher hat 100k auf der Seite.
Hm, erst war die Rede von Realeinkommen, jetzt argumentierst Du mit Vermögen, kannst Du Dich erst mal entscheiden, ob wir jetzt über die Entwicklung des Realeinkommens diskutieren wollen oder über die Vermögensverhältnisse von Amerikanern?

Es kann doch nicht sein, dass sich 100 Billionen Privatvermägen in den USA türmen und Hundertausende auf der Straße leben und Millionen keine Krankenversicherung besitzen.
Du siehst, das es sein kann, es ist doch Realität in den USA. Und in Deutschland eben nicht.

Wär ja schön, wenn es so wäre... Aber fakt ist, dass die Vorstandsgehälter jährlich um 10- 20 Prozent steigen (Ausnahme 2009) und die Arbeitnehmer froh sein dürfen, wenn ihre Gehälter so steigen, dass die Inflation ausgeglichen wird.
Du könntest das mit den Vorstandsgehältern natürlich sofort belegen, beschränkst Dich aber der Einfachheit halber auf die einfache Behauptung? Wo finde ich die Datenbasis für Deine Behauptung?

Innerhalb von 2000- 2008 stellt der DIW eine Reallohnkürzung von über 10 Prozent fest.
Die letzten 10 Jahre sind also 2000-2008? 2010 gab es 1,4% im Plus. Zumal andere Quellen von 0,8% reden, hier z.B., und die Boeckler-Stiftung ist sogar gewerkschaftsnah...

Wie war es denn vor 70 Jahren?! Also irgendwo hört es sich auf.
Bei Dir spielt der Zeitraum 2000-2008 eine Rolle, weil das so schön passt.

Außerdem war das Wort Nullrunde bei den Renten noch nicht erfunden.
Erst erklärst Du was von Reallohnsenkung, dann wunderst Du Dich, das die Renten nicht steigen. Weißt Du, wie das eine mit dem anderen gekoppelt ist?

Leider findet man nicht wirklich sinnvolle Daten zu der Problematik
Aber von der extrem Linken massig Unterstützung Deiner Thesen, Du kannst Dich also freuen.

Natürlich steigt die Produktivität... Bzw... Wenn Audi 40 Prozent mehr Autos verkauft... Warum sollten die Arbeiter nicht 20 Prozent mehr Lohn erhalten?!
Als Unternehmer würde ich sagen: OK, wenn die Arbeiter dann auch auf Ihr Gehalt verzichten, wenn Audi wenig Autos verkauft und Verluste fährt... Ein Arbeiter wird doch fix bezahlt und nicht nach Unternehmenserfolg, dann wäre er ja kein Arbeiter, sondern Unternehmer.

Marty
 
Nicht ganz, Stichwort Erfolgsbeteiligung. Die werden beim Beispiel Audi regelmäßig ausgezahlt.

Soweit mir bekannt, sind das freiwillige (aussertarifliche) Prämien des Arbeitgebers und kein Bestandteil der Gehaltsvereinbarung in den Arbeitsverträgen. Natürlich ist das eine Art Erfolgsbeteiligung, aber eben in Konsequenz dann doch nicht, weil eine Beteiligung am Misserfolg ja nicht dabei ist.

Marty