Geldanlage Aktien - Strategien, Tipps und Smalltalk

Ich behalte die im Normalfall auch länger, aber so ein Put-Optionsschein während fallender Kurse (wie in den letzten Tagen) kann Verluste in der Zeit verhindern.

Also ich finde Derivate für Unternehmen die z. B. die schwankenden Preise ausgleichen kann teilweise sogar ganz sinnvoll, gerade weil ein Unternehmer langfristig planen muss und da braucht man eben eine Basis für kalkulierbare Preise. Ein Wodka-Hersteller zum Beispiel hat ein Interesse daran, dass er auch die Kartoffeln die dafür gebraucht werden, dass er in einem halben Jahr noch zu einem für ihn guten Preis einkaufen kann. Das kann man dann mit entsprechenden Optionsscheinen abhedgen.
Die Kartoffelpreise schwanken ja und Unternehmer brauchen immer eine Planungsperspektive, so dass in diesem Fall ich es sogar für sinnvoll halte, Optionsscheine zu kaufen. Auch die Wechselkursrisiken kann man mit Optionsscheinen sicherlich gut absichern. Gerade für Produktionsbetriebe macht das m.E. Sinn.

Ich kann zumindest deutlich besser abschätzen, wie sich Kurse entwickeln, als das ich raten könnte, ob beim Roulette rot oder schwarz kommt. Da ist die Wahrscheinlichkeit 49,xx%, bei der Börse würde ich meine Trefferquote ein wenig höher schätzen.

Es beruhigt dich sicherlich auch, wenn du das absicherst. Ich gehe so vor, dass ich den inneren Wert ermittel, was nicht immer so ganz einfach ist und dann kaufe mit einer Sicherheitsmage. Also das typische Value-Investing halt ;). Da fallen die Kurse auch teilweise und mit RWE Vz und Barrick Gold habe ich in den letzten 2 Jahren keine große Freude gehabt. Ich bleibe aber dabei, dass langfristiges Halten (also 5 und mehr Jahre) da sicherlich auch zu einem guten Ergebnis führen. Immerhin gibts während dieser Zeit ja auch Dividenden. Nun, also ich glaube jeder hat da seine eigene Strategie. Ich glaube jedoch, dass sich Langfristigkeit auszahlt an der Börse, auch wenn die Kurse kurzfristig irrational sind. Ich werde jedenfalls mit meiner Strategie sicherlich keine Verluste machen, denn beide Unternehmen sind relativ solide, wenn aber auch kapitalintensiv und mit langsamen Wachstum. Wo Risiko steckt, da steckt aber auch eine Chance. Das Risiko minimiere ich durch eine gute und ausgibige Fundamentalanalyse, bevor ich überhaupt die Kauforder auslöse. Ist der "innere" Wert erreicht, den man vorher ermittelt hat, trennt man sich konsequent dann, wenn der innere Wert eben erreicht ist. Dazu brauchst du aber eine zeitliche Perspektive von mindestens 5 Jahre.

Rosneft bettelt gerade den russischen Staat an, weil sie 30 Mrd. Euro brauchen, um Schulden zurückzuzahlen, aber wegen des Embargos können die auf dem Kapitalmarkt kein Geld aufnehmen.

Der Rubelkurs verliert auch an Wert, was die Aktienkurse ja zusätzlich belastet.

"Kaufen wenn die Kanonen donnern" würde ich gelten lassen, doch noch donnern die Kanonen nicht, noch wäre es ein fallendes Messer, in das man greift.

Ich würde da erst einmal auf eine Bodenbildung warten.

Da hast du recht. Das ist jetzt wirklich der Griff in das fallende Messer. Langfristig gesehen, also im 5 Jahre Horizont kann man da sicherlich aber nicht mit verkehrt liegen, ein paar % seines Depots damit zu befüllen. Kaufen, 5 Jahre liegenlassen und dann gucken was draus geworden ist ;). Kurz- und mittelfristig ist das aber wie schon richtig geschrieben ein Griff ins fallende Messer. Das Risiko kann man dadurch begrenzen indem man Russland-Aktien in seinem Depot eben z. B. auf 3 oder 5 % begrenzt. Ein gutes Depot besteht für mich aus 10-15 und höchsten 20 verschiedenen Aktientiteln in allen Branchen (auch Mischkonzerne).

PS: Die Staatsverschuldung Russlands ist übrigens einzig und alleine abhängig von Gaslieferungen nach Westeuropa. Drosselt Russland oder stellt Russland zeitweise diese Lieferungen ein, wird da eine Rakete gezündet. Russland lebt, wie die Staaten im nahen Osten, nur auf Kosten unseres Energiebedarfs und ist davon abhängig.

Nun wendet sich Russland ja China zu. Es ist anzunehmen, dass das Ausmaß am Ende nicht so hoch sein wird, wie der Westen das gerne hätte. Klar wird man hier nun Verluste machen, das ist aber ein zweiseitiges Schwert. Diese Sanktionen sind in meinen Augen ziemlicher Unfug. Sowohl der deutsche Export ist in Deutschland eingebrochen in unserer Industrie als auch die russischen Konzerne haben massive Umsatzrückgänge und kommen schwer an Kapital. Also diese Sanktionen werden früher oder später sowieso wieder zurückgenommen. Einen Krieg wird es gegen Russland sicher nicht geben auch wenn die USA es versucht eskalieren zu lassen mit ihrer Propaganda. Das lenkt gut von innenpolitischen Problemen der USA ab. Ich würde mir eher über die USA sorgen machen, denn die sind noch viel griechischer was die Staatsverschuldung angeht.
 
Es beruhigt dich sicherlich auch, wenn du das absicherst. Ich gehe so vor, dass ich den inneren Wert ermittel, was nicht immer so ganz einfach ist und dann kaufe mit einer Sicherheitsmage.
Ich kaufe auch nur Werte von denen ich überzeugt bin, z.B. RWE. Aber auch da war es eben schön, nicht jeden Rückgang mitmachen zu müssen, sondern durch Optionsscheine abzudecken. So konnte ich die Aktie behalten und trotzdem Verluste reduzieren.

Ich glaube jedoch, dass sich Langfristigkeit auszahlt an der Börse, auch wenn die Kurse kurzfristig irrational sind.
Aber wenn man doch absehen kann, dass es jetzt erstmal 10% runtergeht, warum sollte man dann nicht gegensteuern? Das ist so, wie beim Elfmeter den Torwart rauszunehmen, weil man ja langfristig hofft, mehr Tore zu schiessen.

Ich werde jedenfalls mit meiner Strategie sicherlich keine Verluste machen, denn beide Unternehmen sind relativ solide, wenn aber auch kapitalintensiv und mit langsamen Wachstum.
Hm, wollen wir es hoffen. RWE fängt schon an, Immobilien zu verkaufen und zurückzumieten, weil die Schulden so hoch sind. Kein gutes Zeichen.

Da hast du recht. Das ist jetzt wirklich der Griff in das fallende Messer. Langfristig gesehen, also im 5 Jahre Horizont kann man da sicherlich aber nicht mit verkehrt liegen, ein paar % seines Depots damit zu befüllen.
Warum nicht erst kaufen, wenn der Boden erreicht ist? Dann ist immer noch Zeit.

Nun wendet sich Russland ja China zu.
Da gebe ich nichts drauf. Ich arbeite in einem Unternehmen, das auch mit China handelt. Die zahlen ja nicht ansatzweise die Preise (egal wofür), die man in Westeuropa bekommt.

Diese Sanktionen sind in meinen Augen ziemlicher Unfug. Sowohl der deutsche Export ist in Deutschland eingebrochen in unserer Industrie als auch die russischen Konzerne haben massive Umsatzrückgänge und kommen schwer an Kapital. Also diese Sanktionen werden früher oder später sowieso wieder zurückgenommen.
Völlig richtig, ich habe die Sanktionen nicht verstanden, verstehe jetzt die Umsetzung nicht und halte das ganze nur für ausgemachten Blödsinn. Trotzdem gibt es sie und die Börse reagiert zuverläsigg darauf.
 
Derivate wie Zertifikate liegen nicht in meinem Depot. Da spielst du immer gegen die Bank.

Ich würde davon abraten.

Sehe ich nicht so. Es gibt doch tausende von unterschiedlichen Funktionsmöglichkeiten. Je nach Risikobereitschaft kann ich im Teil-/Kapitalschutzbereich in andere Bereiche investieren.

Wenn ich mir z.B. ein Indexzertifikat auf den Dax kaufe, dann wette ich auf steigende Daxkurse.
Das was ich gerade im Kopf habe, gibt es schon seit 2001 und da wettet die Bank bestimmt nicht seit 2001 darauf, dass der Dax fällt..
 
Sehe ich nicht so. Es gibt doch tausende von unterschiedlichen Funktionsmöglichkeiten. Je nach Risikobereitschaft kann ich im Teil-/Kapitalschutzbereich in andere Bereiche investieren.

Wenn ich mir z.B. ein Indexzertifikat auf den Dax kaufe, dann wette ich auf steigende Daxkurse.
Das was ich gerade im Kopf habe, gibt es schon seit 2001 und da wettet die Bank bestimmt nicht seit 2001 darauf, dass der Dax fällt..

Das was Marty schreibt ist für mich nachvollziehbar. ;)


Wenn du (Hamsta) das für eine richtige Anlagestrategie hälst, dann sollst du das natürlich auch gerne machen. Ich warne nur davor, dass durch Zertifikate und Optionen keine realen Werte geschaffen werden. Es ist ein Derivat, ein abgeleitetes Finanzinstrument. Aktien ist eigentlich auch ein Derivat, allerdings wird man beim Kauf von Aktien "Eigentümer" und bei Derivaten steckt eben keine "Substanz" hinter. Im Zweifel sind es Luftgeschäfte, wo nichts reales mehr produziert wird. Das ist meine eigentliche Kritik daran. Geht die Bank pleite so zum Beispiel, ist das Derivat weg, bei Aktien kann die Bank ruhig pleite gehen, das ist ein verbriefter Eigentumsanspruch an einem Unternehmen, so dass du als Aktionär Miteigentümer wirst. Man muss sich bewusst machen, dass Derivate teilweise hochtoxisch sind, die nichts weiter machen, als das System zu beschädigen.

Geld nützt dir gar nichts, wenn keine Gegenwerte dagegen stehen. Darum gehts mir. Sicherheiten.
 
Geld nützt dir gar nichts, wenn keine Gegenwerte dagegen stehen. Darum gehts mir. Sicherheiten.
Das ist in der Theorie völlig richtig.

In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass ein Unternehmen tatsächlich so wertlos werden kann, dass eine Aktie, die ehemals mit sagen wir mal 25 Euro notiert wurde, plötzlich nur noch 2 Cent wert ist. Es mag ja sein, dass dagegen immer noch (abgeschriebene) Werte dagegen stehen, die im Falle eines Konkurses auch für den einen oder anderen Cent unter den Hammer kommen. Aber ich weiß nicht, ob es mir nun lieber ist, statt 100% nur 99,99% zu verlieren.

Mein Kritikpunkt wäre eher, dass bei einem Optionsschein und bei Derivaten der Verlust vom Einsatz überstiegen werden kann, man also noch Geld nachlegen muss, wenn man seinen ganzen Einsatz schon verloren hat. Das einzige, wozu diese "Wetten" taugen, ist zum Absichern der Aktienwerte. Man macht damit zwar weniger Gewinn (da die Scheine ja auch Geld kosten), verliert aber im Zweifel auch deutlich weniger. Nur die Suche nach einem passenden Optionsschein kostet auch ganz schön viel Zeit...
 
Mein Kritikpunkt wäre eher, dass bei einem Optionsschein und bei Derivaten der Verlust vom Einsatz überstiegen werden kann
Hallo, diese Nachschusspflicht gibt es bei Optionen und Optionsscheinen nicht. Sie sind, wie gesagt, nur eine Option. Das Risiko ist immer auf die Einsatzhöhe beschränkt. Bei Futures und anderen Festkontrakten ist das anders.

Mir sind derzeit auch keine Zertifikate mit Nachschusspflicht bekannt.

Marty
 
In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass ein Unternehmen tatsächlich so wertlos werden kann, dass eine Aktie, die ehemals mit sagen wir mal 25 Euro notiert wurde, plötzlich nur noch 2 Cent wert ist.

Gutes Beispiel ist "Praktiker". Praktiker trifft annähernd auf deine Beschreibung zu.
Ja das Emittenten-Risiko ist bei jeder Investition vorhanden. Jedes Unternehmen kann pleite gehen. Wenn man sich in der Voranalyse aber Zeit lässt und sorgfältig eine Analyse machst, die 10 oder 20 Jahre in der Vergangenheit liegt, dann kannst du für die Zukunft schon eine Richtung sehen. Eigentlich macht man sich ja Gedanken um die Zukunft und die Werte der Vergangenheit können einem das erleichtern.
100 % Sicherheit gab es nie und wird es nie geben. Der Anleger hätte das gerne so aber die Realität zeigt auch, dass manchmal ein Unternehmen ausscheidet. Es heißt ja so schön, dass man nicht alle Eier in einem Korb legen soll. Diversifikation kann ich da empfehlen in 10-20 solide Titel, die jeder kennt und die es schon lange gibt.

Es gibt auch mal Jahre da läuft es nicht so, wenn man sich als Investor versteht und nicht als Spekulant, dann kannst du das auch aussitzen. Ich drehe meine Aktien 1-2 mal alle 2 Jahre. Anlegen ist total langweilig, weil in den ersten 2-3 Jahren nicht immer etwas passiert oder die Aktie sogar noch fällt. Viele werden dann nervös und machen ihre Entscheidungen von ihren Emotionen abhängig. Wer an der Börse handelt, muss sich da selbst im Griff haben und nicht immer gleich die Aktien wegschmeißen, wenn sie mal einen Tag um 10 % eingebrochen sind. Von Stop-Loss halte ich auch gar nix. Spekulanten setzen Stop-Loss, Investoren machen ihre Vorarbeit sorgfältig und gehen Kurseinbrüche mit. In der Regel zahlt sich das langfristig aus und die Dividenden fließen ja auch weiter.

Es mag ja sein, dass dagegen immer noch (abgeschriebene) Werte dagegen stehen, die im Falle eines Konkurses auch für den einen oder anderen Cent unter den Hammer kommen. Aber ich weiß nicht, ob es mir nun lieber ist, statt 100% nur 99,99% zu verlieren.

Also wenn ein Unternehmen pleite geht, dann muss derjenige der investiert auch seine Verluste realisieren. Jeder Unternehmer hat dieses Risiko ja auch und als Anleger, der langfristig orientiert ist, hat eben auch dieses Risiko. Schulden allein sind aber für Unternehmen nun nicht unbedingt schlimm. Kapitalintensive Unternehmen wie Energieversorger zum Beispiel haben auch enorme Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen. Macht mir das sorgen? Nun, eigentlich nicht. Es ist eben eine Frage, wie man solche Unternehmen dann analysiert bzw. welche Sicherheitsmage man dann ansetzt.


Ich erinnere an den ehem. Ratiopharm-Chef Adolf Merckle, der mit solchen Derivaten fast sein ganzes Imperium ruiniert hat und sich das Leben genommen hat. Herr Merckle hatte damals put-Derivate von VW Aktien gekauft. Die deutsche Autoindustrie hatte damals starke Überkapazitäten und Herr Merckle hatte darauf spekuliert, dass die Aktien ja fallen müssten. Als dann der Vorstand von Porsche damals sich in einer Pressekonferenz äußerte, dass Porsche 80 % der VW-Aktien hatte, ist der Kurs der VW-Aktie durch die Decke gegangen. Es ist anzunehmen, dass Adolf Merckle dann zu diesen Höchstkursen kaufen musste und nicht verkraften konnte, so viele Verluste gemacht zu haben, so dass er dann den Suizid als Ausweg gewählt hatte.

Das ist jetzt nur ein Einzelfall. Es soll aber verdeutlichen, dass diese Derivate eben auch Risiken haben. Risiken, die man nicht unbedingt eingehen muss, wenn man wertorientiert anlegt auf Basis von Sachwerten. Da hat aber jeder eine andere Strategie.
 
Hallo, diese Nachschusspflicht gibt es bei Optionen und Optionsscheinen nicht. Sie sind, wie gesagt, nur eine Option. Das Risiko ist immer auf die Einsatzhöhe beschränkt. Bei Futures und anderen Festkontrakten ist das anders.
Stimmt, hast recht. Betrifft mich in der Long-Position nicht.

Wenn man sich in der Voranalyse aber Zeit lässt und sorgfältig eine Analyse machst, die 10 oder 20 Jahre in der Vergangenheit liegt, dann kannst du für die Zukunft schon eine Richtung sehen.
Grundsätzlich gebe ich Dir recht. Und ich würde Dir ganz und gar recht geben, wenn ich nicht schon ein reichlich Euro in Aktien verloren hätte, bei denen ich mir relativ sicher war, dass sie kurz- und mittelfristig steigen werden, auch DAX-Werte.

Wobei ich aber sagen muss, dass ich auch 2 Musterdepots pflege. In jedes habe ich virtuelle 100.000 Euro investiert. Ich habe festgestellt, dass wenn man 100.000 Euro oder mehr in 2.000 bis 4.000 je Titel streut, im Mittel immer Gewinn macht. Da braucht man sich auch fast keine Gedanken machen, worin man investiert, wenn man nur bunt genug streut. Hab da DAX-Werte drin, aber auch Penny-Stocks und Fonts. Da einmal pro Woche rein geschaut und etwas korrigiert und dann fluppt es. Zumindest habe ich in diesen Musterdepots immer so um die 10 bis 20% Gewinn pro Jahr.

Nun habe ich privat aber privat nicht mal ansatzweise 100.000 Euro zum Spielen. Für meine Investitionen muss ich mich also für Titel aus meinem Musterdepot entscheiden. Und da habe ich mir immer Zeit genommen, mich auch mit den Unternehmen zu beschäftigen. Mein Ergebnis ist, dass ich auf ein paar Titeln fest sitze, die ich nicht mit 15% Verlust oder mehr verkaufen will und auf bessere Zeiten hoffe. Wobei ich allerdings bei 30% dann doch die Notbremse ziehen werde und verkaufe. Heißt, entweder ich fahre jetzt den Verlust ein und habe dann wieder Geld zum investieren oder ich bleibe darauf erstmal hocken und warte und warte und warte.

Also ich sag es mal so: Man braucht schon Nerven. Und man weiß nie, ob man die richtige Entscheidung trifft. Jedenfalls habe ich mir beispielsweise auch mal gedacht, dass es mit Barrick Gold (WKN 870450) in der Zeit, da der Goldpreis immer höher stieg, auch bergauf gehen müsste, trotz der ganzen Schulden und den Minen-Probleme. Aber sie haben ja ein funktionierendes operatives Geschäft. Naja, ich habe dann den Titel vor ein paar Monaten schließlich mit über 30% Verlust verkauft...

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel Zeit investieren muss und sich nach Möglichkeit auch täglich auf einen aktuellen Stand bringen muss, um halbwegs erfolgreich zu sein. Ich kann jedenfalls sagen, dass nach ein paar Jahren Börsengeschäfte mein Gewinn im Mittel kaum mehr als 3% ist. Das ist in einer Zeit, da wir derzeit bei 0,5% auf das Tagesgeld erhalten, vielleicht gar nicht schlecht. Aber wiegt auch bei Weitem nicht die Zeit auf, die ich in Recherche investiert habe. Im Grunde wäre ich sogar besser gefahren, hätte ich mein ganzes Geld bunt in Fonts gestreut.

Von Stop-Loss halte ich auch gar nix. Spekulanten setzen Stop-Loss, Investoren machen ihre Vorarbeit sorgfältig und gehen Kurseinbrüche mit. In der Regel zahlt sich das langfristig aus und die Dividenden fließen ja auch weiter.
Naja, mal abwarten, wieviele Unternehmen in ein paar Jahren überhaupt noch Dividende zahlen. Bei ein paar Titeln in meinem Depot wurde die Dividendenerwartung Jahr für Jahr nach unten korrigiert.

Ich erinnere an den ehem. Ratiopharm-Chef Adolf Merckle, der mit solchen Derivaten fast sein ganzes Imperium ruiniert hat und sich das Leben genommen hat.[...] Es ist anzunehmen, dass Adolf Merckle dann zu diesen Höchstkursen kaufen musste und nicht verkraften konnte, so viele Verluste gemacht zu haben, so dass er dann den Suizid als Ausweg gewählt hatte.
Nun ist der Mann aber auch das perfekte Beispiel für Realitätsverlust. So weit ich es mitbekommen habe, hat er mit diesen Geschäften 1 Milliarde Euro verloren. Ein Haufen Geld für mich. Das war aber wohl nur 1 von 4 Milliarden Euro, die er besaß. Also wenn ich morgen 1 Milliarde Verlust mache, dann müsste ich in die Privatinsolvenz und dann 7 Jahr elang Hundehäufchen weg machen. Und vermutlich auch ein Buch schreiben, wie ich als kleiner Softwareentwickler es allein geschafft habe, mehr Geld zu verkacken, als ichje im Lotto gewinnen könnte. Wenn ich aber 1 Milliarde verliere und noch 3 habe, würde ich mich vermutlich von der Börse zurück ziehen, zugeben zu blöd dafür zu sein und mir ein schönes Leben in der Karibik machen.
 
Nun habe ich privat aber privat nicht mal ansatzweise 100.000 Euro zum Spielen.

Also ich habe gelernt, dass man mit Geld nicht "spielt". Ich bin Investor und kein Spekulant ;).

Mein Ergebnis ist, dass ich auf ein paar Titeln fest sitze, die ich nicht mit 15% Verlust oder mehr verkaufen will und auf bessere Zeiten hoffe. Wobei ich allerdings bei 30% dann doch die Notbremse ziehen werde und verkaufe. Heißt, entweder ich fahre jetzt den Verlust ein und habe dann wieder Geld zum investieren oder ich bleibe darauf erstmal hocken und warte und warte und warte.

Ja Gewinn- oder Verlustrealisierung geht nur, wenn man verkauft. Ich würde die Aktien halten auch über so lange Zeiten hinaus. Such dir Titel, die immer eine Dividende gezahlt haben z. B. Colgate-Palmolive, Nestle, EON, RWE, Henkel, deutsche Telekom. Das sind recht solide Unternehmen, dich im Einzelfall nicht unbedingt günstig sind, aber langfristig gesehen wirst du mit solchen Titeln heute nicht viel Geld verlieren. Zudem kassierst du dort immer Dividende Jahr für Jahr. Man kann statt die Standardaktie auch die Vorzugsaktie kaufen, wo eine höhere Dividende ausgezahlt wird. Bei RWE sin das z. B. 4 % p. a. (wurde heruntergestrichen wegen der Energiewende von 8 % p. a.). Auf welchem Tagesgeldkonto bekommst du heutzutage 4 % p. a.? Du verlierst ja Geld bei Tagesgeld oder Staatsanleihen bei den niedrigen Zinsen. Also kauf dir das Unternehmen und überleg dir vorher einen Ausstiegskurs. Also eine sorgfältige Fundamentalanalyse und dann kauf die Aktie mit dem Tenor, dass du sie "ewig" behalten willst möglichst. Nicht verkaufen, wenn die Aktie mal ein paar Jahre trotz guter Ergebnisse fällt. Anleger an der Börse sind eher geneigt in einer Perspektive von bis zu 2 Jahren zu denken und zu handeln und dann setzt das Vergessen ein. Ich lass diese Titel in meinem Depot und sitz das aus. Wenn meine Fundamentalanalyse richtig war, dann wird sich das langfristig auszahlen. Wenn nicht, kassiere ich immerhin die 4 % Dividende p. a. Das ist doch auch etwas ;)

Also ich sag es mal so: Man braucht schon Nerven. Und man weiß nie, ob man die richtige Entscheidung trifft. Jedenfalls habe ich mir beispielsweise auch mal gedacht, dass es mit Barrick Gold (WKN 870450) in der Zeit, da der Goldpreis immer höher stieg, auch bergauf gehen müsste, trotz der ganzen Schulden und den Minen-Probleme. Aber sie haben ja ein funktionierendes operatives Geschäft. Naja, ich habe dann den Titel vor ein paar Monaten schließlich mit über 30% Verlust verkauft...

Ob du die richtige Entscheidung triffst, kannst du ja immer nur im Nachhinein sagen. Jedenfalls hättest du die Barrick Gold Aktie ruhig in deinen Depot lassen können, denn die halte ich für sehr unterbewertet, auch wenn der Goldpreis niedrig ist. In 5 oder 10 Jahren werden wir bei Barrick Gold Kurse von sicherlich über 30 sehen, denn diese Gelddruckerei überall auf der Welt wird noch ein Nachspiel haben. Meine Fundamentalanalyse hat einen fairen Wert von 42 Euro für Barrick Gold ergeben. Jetzt steht sie bei 11,35 Euro. Also da sind sehr gute Chancen "langfristig" für diese Aktie. Ich würd mir da ein paar von hinlegen und abwarten. Die Zeit arbeitet für uns ;)
Jedenfalls steigen Minenaktien tendenziell schneller als der Goldpreis und es gilt, dann zu kaufen wenn die Kanonen donnern und zu verkaufen wenn die Violinen spielen. Bei dem größten Goldminenbetreiber Barrick Gold wirst du langfristig sicher kein Geld verlieren. Es ist natürlich klar, dass du die Kontrolle über dich selbst hast und nicht frustriert deine Aktien wegschmeißt, wenn sie gefallen sind. Ich habe Barrick Gold bei 14 Euro gekauft und bin trotzdem nicht ausgestiegen, obwohl sie bei 11,35 Euro liegt. Die behalte ich auch in meinem Depot, auch wenn sie noch auf 7 Euro fällt oder noch tiefer geht.

Es ist natürlich auch wichtig, dass man sich bevor man in Aktien investiert Gedanken macht, wann man wieder aussteigen will. Bei Barrick wär das bei mir bei 42 Euro. Dann würde ich aussteigen, weil dann der faire Wert dieser Aktie für mich erreicht wäre. Genauso ähnlich geht übrigens Warren Buffet vor: Aktien suchen, sorgfältige Fundamentalanalyse, "fairen" Wert definieren (= Ausstiegskurs) und dann konsequent kaufen und verkaufen, ganz emotionsfrei. Der größte Feind den man bekämpfen muss ist, seine eigenen Emotionen aus der Börse herauszuhalten. ;)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel Zeit investieren muss und sich nach Möglichkeit auch täglich auf einen aktuellen Stand bringen muss, um halbwegs erfolgreich zu sein.

Da hast du absolut recht. Es ist nicht so einfach, sein Geld "durchzubringen". Allerdings musst du nun nicht täglich gucken, wie der Kurs steht oder was das Unternehmen für Verluste dieses Jahr gemacht hat. Nehm die Daten der letzten 10 oder 20 Jahren zugrunde und ermittel daraus einen Durschnitt, dann hast du eine halbwegs verlässliche Aussage über die Zukunft. Es gibt ja Jahre, da machen Unternehmen Verluste, sind aber trotzdem diversifizierte Unternehmen. Schau dir Sony an. Die haben in den letzten 5 Jahren sicher kaum Gewinne gemacht, weil sie das Smartphone-Zeitalter verschlafen haben und das kommt dieses Unternehmen nun teuer zu stehen. Trotzdem ist der Name Sony und deren Produkte weltweit gut etabliert. Jeder kennt Playstation, weiß dass Sony in der Musikbranche und im Filmgeschäft tätig ist. Nun steckt Sony ein paar Jahre schon in Umstrukturierungsmaßnahmen und schreibt weiter Verluste. Die Börse straft dieses Unternehmen daher regelmäßig ab, obwohl das Unternehmen trotz der hohen Schulden und der Stellung des Unternehmens schwer aus den roten Zahlen kommt. Das wird auch noch einige Jahre dauern. Trotzdem ist fundamental betrachtet, Sony immer noch ein Titel, der noch unter seinen fairen Wert liegt. Langfristig gesehen, also in einer Perspektive von 5 Jahren und mehr, wird man hier sicher nicht enttäuscht, wenn Sony es schafft den Konzern umzubauen, so dass wieder Gewinne gemacht werden. Du brauchst also einen langen Atem bei solchen Investments. Die Börse reagiert da eher, ist also ein Reaktionär und straft Verluste meistens sofort massivst ab. Ich bin gerne derjenige, der sich nicht von Gewinnwarnungen etc. abhängig macht und sich auf die Fundamentalanalyse konzentriert. Ich brauche das Geld ja nicht, was ich anlege und die Zeit ist langfristig auf meiner Seite ;).

Ich kann jedenfalls sagen, dass nach ein paar Jahren Börsengeschäfte mein Gewinn im Mittel kaum mehr als 3% ist. Das ist in einer Zeit, da wir derzeit bei 0,5% auf das Tagesgeld erhalten, vielleicht gar nicht schlecht. Aber wiegt auch bei Weitem nicht die Zeit auf, die ich in Recherche investiert habe. Im Grunde wäre ich sogar besser gefahren, hätte ich mein ganzes Geld bunt in Fonts gestreut.

Ich frage mich immer, wieso die Leute es immer sehr eilig haben, die Verkaufsorder auszuführen, wenn die Aktie gefallen ist, aber es nicht auch schaffen, wenn die Aktie eben eine Housse hat. Bei Gewinnen wird dann nach 10 % schon verkauft, obwohl sie dann vielleicht noch 80 % nach oben an Spielraum hat. Ich finde auch wenn eine Aktie steigt, muss man manchmal genauso aussitzen und die Aktie im Depot halten wie als wenn die Aktie eben fällt. Es gibt ja Jahre, da läufts gut und auch mal Jahre da läufts einfach nicht. Aktienfonds finde ich eigentlich auch nicht schlecht.
Jedenfalls sollte man mit guten Aktien schon eine Rendite von mindestens 8 % p. a. vor Steuern hinbekommen, wenn man die richtigen Titel auswählt und die liegen lässt.

Wenn ich aber 1 Milliarde verliere und noch 3 habe, würde ich mich vermutlich von der Börse zurück ziehen, zugeben zu blöd dafür zu sein und mir ein schönes Leben in der Karibik machen.

Ob es im Leben so erstrebenswert ist, in der Sonne herumzuliegen sein Leben lang und ansonsten nichts zum Fortschritt beizutragen, halte ich für vergeudete Zeit. Es ist schon gut, wenn man auch wenn man etwas Geld hat, sich nicht auf sein Vermögen "ausruht".

Ich mache mir eigentlich überhaupt nichts aus Geld. Es ist ein Mittel, was man in dieser Welt leider braucht. Ich bin nicht reich aber priviligiert bin ich schon, wenn ich überlege, dass aus meiner Leitung warmes Trinkwasser kommt. ;) Insgesamt lebe ich aber bescheiden und denke ziemlich rational bei Neuanschaffungen. Am liebsten habe ich gar keine Neuanschaffungen, denn das bringt Sachzwänge mit sich: du musst dann diese ganzen Sachen ja pflegen und bei jedem Umzug wieder mitschleppen. Du bist also ein Prostituierter deiner angeschafften Sachen. Am liebsten wäre mir, alles nur leihweise zu besitzen. Eigentum brauche ich gar nicht so viel für mich ;).

Das ist aber bei jedem auch anders. Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen. Für mich ist es aber besser, wenn man sich gar nicht so viel an Eigentum gewöhnt, sondern lieber der Allgemeinheit etwas zu Gute kommen lässt. Du willst eigentlich ja auch nur über gewisse Dinge verfügen (also Besitzer sein). Wenn man eine bestimmte Ausstattung mit Geldmittel hat, ist Zeit viel wichtiger als Geld. Man muss halt immer dafür sorgen, dass man einen gewissen Grundstock hat.
Seit ich weiß, dass ich Grusi (Grundsicherung im Alter) bekommen werde, wenn ich in meinem Beruf weitergearbeitet hätte (Kaufmann im Groß- und Außenhandel), mache ich zum Beispiel nur noch das, was wirklich zählt und wechsel nun in die ökologisch-dynamische Landwirtschaft. Also man kann auch sein Leben so einstellen, dass man sich eine Niesche sucht in der man dann die Dinge macht, die einen Sinn für sein Leben selbst ergeben. Das finde ich viel wichtiger als irgendwelche großen Geldbeträge oder das lebenslange Liegen neben deutschen (Hängebauchschweinen) Urlaubern in der Karibik oder sonstwo ;). Urlaub ist gut, wenn er nicht zu kurz oder zu lange ist. Wenn du einer Tätigkeit nachgehst, die du für sinnvoll hältst und nicht deshalb weil man dort am meisten Geld verdient, dann kann schon das allein wie Urlaub sein. Leider ist das eher die Ausnahme, als die Regel. Schade eigentlich, denn viele bleiben mit ihren Begabungen unter ihren Ergebnissen, weil sie nur mittelmäßig sein wollen oder dürfen. Das ist an dieser Stelle aber trivial. ;)
 
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Problem dabei: ALs ich nach dem Prinzip RWE gekauft habe, stand die bei 80 Euro, verprach darauf 3% Dividende... Heute steht sie bei 30 und zahlt nur noch 1 Euro Dividende, das sind auf meine Investition mal gerad 1%... Wie lange soll ich die halten?

Bei der Telekom sieht es ja noch deutlich schlimmer aus.

Die Frage ist nie: Kommt eine Aktie wieder, erholt sie sich oder nicht, sondern einzig und alleine: Würde ich die Aktie heute wieder kaufen? Ist die Antwort "Nein", dann sofort verkaufen.
 
Problem dabei: ALs ich nach dem Prinzip RWE gekauft habe, stand die bei 80 Euro, verprach darauf 3% Dividende... Heute steht sie bei 30 und zahlt nur noch 1 Euro Dividende, das sind auf meine Investition mal gerad 1%... Wie lange soll ich die halten?

Bei der Telekom sieht es ja noch deutlich schlimmer aus.

Die Frage ist nie: Kommt eine Aktie wieder, erholt sie sich oder nicht, sondern einzig und alleine: Würde ich die Aktie heute wieder kaufen? Ist die Antwort "Nein", dann sofort verkaufen.

Wahrscheinlich hast du die Aktie gekauft, als sie überbewertet war. Die Leute, die damals Telekom-Aktien gekauft haben, war genauso ein Fall. Telekom war damals einfach zu teuer in der Neuemission und später kamen dann die Realitäten und das hat einige Leute sicherlich finanziell ruiniert.

Deshalb sage ich auch immer, Finger weg von Neuemissionen wie Zalando, Rocket Internet oder Scout24. Nur das Bewährte kaufen und nur dann kaufen, wenn andere nicht kaufen. ;)

Bei RWE in diesem speziellen Fall kam sowohl die Finanzkrise, wo fast alle Aktientitel federnlassen mussten, als auch eine möglicherweise fehlerhafte Fundamentalanalyse dazu, als auch die Willkür des Staates dadurch, dass der Staat von heute auf morgen ohne gesetzliche Legitimation alle Kernkraftwerke von heute auf morgen stillgelegt hat. Das wird übrigens jetzt ein juristisches Nachspiel haben. Auch wird die Brennelementesteuer nun wieder zurücküberwiesen, so dass die Versorger das Geld nun wiederbekommen. Der Staat hat bei RWE, EON, Vattenvall und ENBW eingegriffen und damit den Aktienkurs dieser Versorger quasi ruiniert. Jetzt ohne Kernkraft, was ja das hauptsächliche Geschäftsmodell der Energiegewinnung war, haben diese Energieversorger enorme Umstrukturierungsmaßnahmen vor sich. Woher soll die Energie denn kommen, wenn die Kernkraftwerke von heute auf morgen abgestellt werden? Mit erneuerbarer Energie lässt sich das nicht lösen! So viele Windkrafträder oder Solarkraftwerke können wir gar nicht bauen, um den Energiebedarf zu decken und vor allem zu speichern. Was kostet das alles? Wer will die ganzen Stromtrassen bezahlen und die ganzen Windkrafträder überall in der Landschaft haben? Also das war ein gefühlsgesteuerter Schuss in den Ofen unserer Bundesregierung, ganz im Interesse der Grünen Öko-Diktatur. Ohne Hirn, willkürlich politische Entscheidungen treffen kommen uns nun teuer zu stehen. Die Kernkraftwerke hätte man auch noch bis zum Ende ihrer Laufzeit stehenlassen können und gesetzlich die Konzerne dazu verpflichteten, jährlich eine gewisse Rückstellung für erneuerbare Energien aufzuwenden. Jetzt muss das alles auf einen Schlag passieren, was die Energieversorger richtig große Anstrengungen abverlangt, die kaum umsetzbar sind in der Form, wie sich das die Politiker vorstellen. Statt Kernkraft wird man auf Kohle setzen. Ein Irrweg! Wer soll das alles tragen? Ein Tipp: es wird nicht die Industrie sein, denn die ist von der EEG-Umlage ausgenommen. ;)

Als du gekauft hast bei 80 Euro ist es natürlich bitter gewesen. Das ist natürlich bitter jetzt im Nachhinein. Ich hoffe du hast Positionen in deinem Depot, welche diese Verluste wieder ausgleichen können. Heute ist RWE jedenfalls günstig bewertet. Bei 34 Euro die Standard-Aktie würde ich aber dann auch verkaufen. ;)
 
Also ich finde Derivate für Unternehmen die z. B. die schwankenden Preise ausgleichen kann teilweise sogar ganz sinnvoll, gerade weil ein Unternehmer langfristig planen muss und da braucht man eben eine Basis für kalkulierbare Preise. Ein Wodka-Hersteller zum Beispiel hat ein Interesse daran, dass er auch die Kartoffeln die dafür gebraucht werden, dass er in einem halben Jahr noch zu einem für ihn guten Preis einkaufen kann. Das kann man dann mit entsprechenden Optionsscheinen abhedgen.
Die Kartoffelpreise schwanken ja und Unternehmer brauchen immer eine Planungsperspektive, so dass in diesem Fall ich es sogar für sinnvoll halte, Optionsscheine zu kaufen. Auch die Wechselkursrisiken kann man mit Optionsscheinen sicherlich gut absichern. Gerade für Produktionsbetriebe macht das m.E. Sinn.

Was hindert denn Deinen Wodkahersteller direkt mit Großbauern Verträge abzuschließen in welchen steht zu welchem Preis in einem halben Jahr Kartoffeln über den Laster gehen? Ich mein die Großbauern die mir bekannt sind handeln ihre Kartoffeln auch nicht an der Börse...

Solche Absicherung halte ich wirklich nur bei Dingen wie Bodenschätze/Metalle/Edelmetalle sinnvoll die wirklich 100 % am Weltmarkt kleben, das ist bei Nahrungsmitteln ja nur sehr begrenzt der Fall. Das eigentliche Problem ist aber das man mit Nahrungsmitteln aus moralischen Gründen nicht spekulieren sollte und solche Derivate genau das ermöglichen.
 
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Was hindert denn Deinen Wodkahersteller direkt mit Großbauern Verträge abzuschließen in welchen steht zu welchem Preis in einem halben Jahr Kartoffeln über den Laster gehen? Ich mein die Großbauern die mir bekannt sind handeln ihre Kartoffeln auch nicht an der Börse...

Da hast du absolut recht! Das was ich beschrieben habe, war vielleicht kein gutes Beispiel. Also bei kapitalintensiven Unterfangen, würde das aus meiner Sicht eben Sinn machen.

Solche Absicherung halte ich wirklich nur bei Dingen wie Bodenschätze/Metalle/Edelmetalle sinnvoll die wirklich 100 % am Weltmarkt kleben, das ist bei Nahrungsmitteln ja nur sehr begrenzt der Fall. Das eigentliche Problem ist aber das man mit Nahrungsmitteln moralischen Gründen nicht spekulieren sollte und solche Derivate genau das ermöglichen.

Da bin ich vollkommen bei dir! Mit Nahrungsmitteln spekuliert man nicht. Die Frage ist wann fängt die Spekulation an? Bei welchen Produkten ist Spekulation erlaubt? Bei welchen nicht? Ist Coca Cola ein Nahrungsmittel?

Du sprichst mit dem Thema "Verträge etwas an" was ich vorher noch gar nicht so bedacht habe. Ich glaube bei diese Art von Derivaten wird nicht ein Kartoffelbauer als Grundlage für die Kalkulation genommen, sondern die komplette Branche bzw. Ernte. Da die Preise der Ernte ja noch von Dingen wie Wetter etc. abhängt, möchte sich der Produktionsbetrieb im Prinzip gegen Preissteigerungen absichern und kauft dann solche Derivate. Ob sich das mit einem Vertrag auch so lösen lässt, dann müsste man ja alle Bauern an einem Tisch holen. Oder?
 
Da hast du absolut recht! Das was ich beschrieben habe, war vielleicht kein gutes Beispiel. Also bei kapitalintensiven Unterfangen, würde das aus meiner Sicht eben Sinn machen.
Absicherung macht natürlich Sinn, aber die Herausgeber der Derivate liefern sowieso keine Kartoffeln sondern nur Geld, ein sinnloser Umweg


Da bin ich vollkommen bei dir! Mit Nahrungsmitteln spekuliert man nicht. Die Frage ist wann fängt die Spekulation an? Bei welchen Produkten ist Spekulation erlaubt? Bei welchen nicht? Ist Coca Cola ein Nahrungsmittel?
Die Spekulation auf Grundnahrungsmittel* zu verbieten würde meiner Meinung nach reichen, Hauptsache der Weltmarkt bleibt bei den wichtigsten Nahrungsmitteln unbeeinflusst

*https://de.wikipedia.org/wiki/Grundnahrungsmittel

Du sprichst mit dem Thema "Verträge etwas an" was ich vorher noch gar nicht so bedacht habe. Ich glaube bei diese Art von Derivaten wird nicht ein Kartoffelbauer als Grundlage für die Kalkulation genommen, sondern die komplette Branche bzw. Ernte. Da die Preise der Ernte ja noch von Dingen wie Wetter etc. abhängt, möchte sich der Produktionsbetrieb im Prinzip gegen Preissteigerungen absichern und kauft dann solche Derivate. Ob sich das mit einem Vertrag auch so lösen lässt, dann müsste man ja alle Bauern an einem Tisch holen. Oder?
Die Derivate sind heute nur Wetten die mit Kartoffeln nur noch in Sachen Preis überhaupt etwas zu tun haben.
Wozu musst Du alle Bauern an Deinen Tisch holen? Ich meine mehrere sollten es schon sein, aber sie müssen nichts tun außer den Preis für einen Teil ihrer Ernte schon 6 Monate vorher festzulegen, das gibt auch den Bauern Sicherheit, nimmt aber halt die Chance für Preissteigerungen nach oben und ist insofern ein Risiko das man schlechte Ernten nicht mit guten Preisen ausgleichen kann.
 
Wahrscheinlich hast du die Aktie gekauft, als sie überbewertet war.
Nein, die Experten (nicht ich) und die Laien (also ich) waren einheitlich der Meinung, dass RWE bei 100 fair bewertet wäre...
Der Staat hat bei RWE, EON, Vattenvall und ENBW eingegriffen und damit den Aktienkurs dieser Versorger quasi ruiniert.
Genau. Und deshalb macht es eigentlich keinen Sinn mehr, RWE zu halten. Man sollte das Geld besser investieren können. Ein Stoppkurs hätte geholfen.

Als du gekauft hast bei 80 Euro ist es natürlich bitter gewesen. Das ist natürlich bitter jetzt im Nachhinein. Ich hoffe du hast Positionen in deinem Depot, welche diese Verluste wieder ausgleichen können.
Ich habe durch passende Puts einen grösseren Anteil der Verluste ausgeglichen. Trotzdem bleiben pro Aktie ca. 30 Euro Verlust hängen.

Heute ist RWE jedenfalls günstig bewertet.
Das glaube ich nicht, aber ich hoffe es. Es wird nur gelingen, wenn sie nicht nur in der Werbung voRWEggehen...

Was hindert denn Deinen Wodkahersteller direkt mit Großbauern Verträge abzuschließen in welchen steht zu welchem Preis in einem halben Jahr Kartoffeln über den Laster gehen? Ich mein die Großbauern die mir bekannt sind handeln ihre Kartoffeln auch nicht an der Börse...
Diese Verträge sind doch nichts anders als Futures an der Börse. Selber Ablauf, nur mit Börsenbegriff. Ich garantiere, ein Gut in der Zukunft zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Ist doch egal, von wem.

Das eigentliche Problem ist aber das man mit Nahrungsmitteln aus moralischen Gründen nicht spekulieren sollte und solche Derivate genau das ermöglichen.
Gerade hast Du noch gesagt, der Abnehmer soll heute schon fixe Lieferverträge für die Zukunft machen, dann aber sagst Du, das wäre aus moralischen Gründen verwerflich?

Marty
 
Diese Verträge sind doch nichts anders als Futures an der Börse. Selber Ablauf, nur mit Börsenbegriff. Ich garantiere, ein Gut in der Zukunft zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Ist doch egal, von wem.
Zeig mir mal das Future bei dem die Lieferung tatsächlich in Kartoffeln erfolgt :mrgreen:
Es ist ein Unterschied ob ich einen Vertrag mache über Kartoffeln die ich tatsächlich benötige oder ob ich 1000 Kartoffelverträge am Tag handel nur um Geld aus nichts zu machen

Gerade hast Du noch gesagt, der Abnehmer soll heute schon fixe Lieferverträge für die Zukunft machen, dann aber sagst Du, das wäre aus moralischen Gründen verwerflich?

Marty

Zockerei bei Grundnahrungsmitteln und Preisbeeinflussung auf dem Weltmarkt sind aus moralischen Gründen verwerflich da mehr als 50 % der Weltbevölkerung von 2 Dollar oder weniger am Tag leben und bei der Preistreiberei eben unter die Räder kommen könnten.
 
Zeig mir mal das Future bei dem die Lieferung tatsächlich in Kartoffeln erfolgt
Future-Kontrakte an der Warenterminbörse enthalten meist eine physikalische Lieferung. Wer den Kontrakt am Ende hat, bekommt die Ware.

Es ist ein Unterschied ob ich einen Vertrag mache über Kartoffeln die ich tatsächlich benötige oder ob ich 1000 Kartoffelverträge am Tag handel nur um Geld aus nichts zu machen
Wenn Du die 1000 Verträge am Ende der Laufzeit noch hast, könnte das lustig werden.

Zockerei bei Grundnahrungsmitteln und Preisbeeinflussung auf dem Weltmarkt sind aus moralischen Gründen verwerflich da mehr als 50 % der Weltbevölkerung von 2 Dollar oder weniger am Tag leben und bei der Preistreiberei eben unter die Räder kommen könnten.
Dann sollte man die Zockerei verbieten. Also keine Lieferverträge mehr für die Zukunft, denn das ist Zockerei.
 
Problem dabei: ALs ich nach dem Prinzip RWE gekauft habe, stand die bei 80 Euro, verprach darauf 3% Dividende... Heute steht sie bei 30 und zahlt nur noch 1 Euro Dividende, das sind auf meine Investition mal gerad 1%... Wie lange soll ich die halten?

Bei der Telekom sieht es ja noch deutlich schlimmer aus.

Die Frage ist nie: Kommt eine Aktie wieder, erholt sie sich oder nicht, sondern einzig und alleine: Würde ich die Aktie heute wieder kaufen? Ist die Antwort "Nein", dann sofort verkaufen.
Tja, das ist auch bei mir die stets interessante Frage. Löse ich mein Geld mit Verlust irgendwo heraus, muss ich mit der nächsten Investition diesen Verlust wett machen und noch Gewinn oben drauf. Meist bleibe ich also auch drauf sitzen.

Aber von 80 auf 30 Euro - die Nerven hätte ich nicht. Mag sein, dass es falsch ist, nicht länger drauf sitzen zu bleiben. Aber ich halte es immer lieber mit dem "Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende". Und bei spätestens 30% Verlust werde ich sehr schreckhaft. Denn man muss sich vorstellen, dass ein Titel, der 30% Verlust macht, wieder 60% Gewinn machen muss, um wieder bei seinem Ursprungswert anzukommen. Bei 50% Verlust muss der Titel schon seinen Wert verdoppeln. Das ist mir in der heutigen Zeit zu heiß...

Ob du die richtige Entscheidung triffst, kannst du ja immer nur im Nachhinein sagen. Jedenfalls hättest du die Barrick Gold Aktie ruhig in deinen Depot lassen können, denn die halte ich für sehr unterbewertet, auch wenn der Goldpreis niedrig ist.
Ja, das habe ich auch gedacht. Allerdings stehen dagegen Milliardenschulden des Unternehmens, Probleme mit Minen weltweit (zuletzt Chile glaub ich) und offene Gerichtsprozesse wegen Fracking, so weit ich weiß. Unterbewertet oder nicht, ist mir zu heißt geworden. Vielleicht steige ich wieder ein, wenn sich da die Wogen etwas geglättet haben, aber mir ist das ganze Ding da zu undurchsichtig im Augenblick. Und ich bin nach wie vor auch ganz zufrieden, da nix mehr drin zu haben.

Du brauchst also einen langen Atem bei solchen Investments. Die Börse reagiert da eher, ist also ein Reaktionär und straft Verluste meistens sofort massivst ab. Ich bin gerne derjenige, der sich nicht von Gewinnwarnungen etc. abhängig macht und sich auf die Fundamentalanalyse konzentriert. Ich brauche das Geld ja nicht, was ich anlege und die Zeit ist langfristig auf meiner Seite ;).
Naja, das Geld, das ich in Aktien anlege, betrachte ich ja auch nicht als Tagesgeld. Ich habe eben halt Titel im Depot, die steigen sehr gemächlich, haben aber dafür auch kaum Rücksetzer. Und ich hab ein paar spekulative Titel drin, von XETRA bis PennyStock. Aber wie schon gesagt: Bei etwa 30% Verlust steige ich aus. Manchmal früher, wenn ich meine, dass es keinen Sinn hat, manchmal warte ich auch noch ein paar Prozentpunkte ab, ob es nur eine kurzfristige Rückstufung war oder nicht. Aber das war's auch. Letztlich geht es um mein Geld und naja, wenn 4 oder 5 Titel gleichzeitig den Rücksetzer machen, dann reden wir ja schon in meinem Fall von einem Investment von rund 10000 Euro. Dass ich da als Kleinanleger durchaus nervös werde, ist hoffentlich verständlich :)

Urlaub ist gut, wenn er nicht zu kurz oder zu lange ist.
Was auch immer. Zumindest würde ich ein anderes Leben als jetzt führen ;)
 
Möchtest du wieder so hoch professionelle Prognosen wie bei deiner Hausfrauen-Goldkurs-Weissagung raushauen die dann - weder zeitlich noch von den Kursschwellen her - eintreffen? :LOL: