Gaza-Krieg: UN-Menschenrechtsrat verurteilt Israel

16. Oktober 2009, 17:00 Uhr · Quelle: dpa
Genf (dpa) - Der UN-Menschenrechtsrat hat Israel im Zusammenhang mit dem Goldstone-Bericht über Menschenrechtsverletzungen im Gaza- Krieg verurteilt. Das Gremium nahm am Freitag in Genf mit einer Mehrheit von 25 der 47 Mitglieder eine entsprechende Resolution an.

Darin wird die vom Rat selbst in Auftrag gegebene Untersuchung des Juristen Richard Goldstone ausdrücklich gebilligt. Goldstone war zu dem Schluss gekommen, dass sowohl Israelis wie Palästinenser Kriegsverbrechen begangen haben. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas wird dagegen in der Resolution nicht erwähnt. Israel wies die Resolution als einseitig und ungerecht zurück. Die palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas begrüßten das Votum.

Die Resolution soll nun der UN-Vollversammlung vorgelegt werden. Diese hätte die Möglichkeit, internationale juristische Aktionen gehen Israel zu fordern. Neben den arabischen Staaten stimmte auch Russland für die Resolution. Sechs Länder, darunter die USA und Israel, votierten dagegen, elf enthielten sich. Fünf Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, nahmen an der Abstimmung nicht teil.

Die Resolution, die ursprünglich erst im März nächsten Jahres beraten werden sollte, war von den Palästinensern, Ägypten, Nigeria, Tunesien und Pakistan eingebracht worden. Israel hatte bis zuletzt unterstützt durch die USA versucht, die Resolution zu verhindern.

Die Entschließung billigt nun nicht nur den gesamten Goldstone-Bericht, sondern verurteilt ganz speziell auch noch das Vorgehen Israels in den besetzten Gebieten wie Zugangsbeschränkungen oder den Siedlungsbau und das Vorgehen in Ost-Jerusalem. Die Resolution verurteilt Israel auch wegen seiner Weigerung, mit der Untersuchungskommission zusammenzuarbeiten.

Offenbar um ihrem Abstimmungsentwurf doch noch mehr Zustimmung zu sichern, fügten die Befürworter noch ein, dass gezielte Angriffe auf Zivilisten ebenfalls verurteilt werden sollen. Israel hatte besonders beklagt, dass die Raketenangriffe der Hamas auf seine Bürger nicht erwähnt wurden. Auch soll nun sichergestellt werden, dass Verletzer von Menschenrechten zur Rechenschaft gezogen werden sollen.

In einer Erklärung des israelischen Außenministeriums hieß es am Freitag, die Resolution ignoriere die mörderischen Angriffe der im Gazastreifen herrschenden Hamas und anderer palästinensischer Terrororganisationen auf israelische Zivilisten. Israel werde weiterhin sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen und das Leben seiner Bürger schützen. Die Annahme der Resolution schwächt aus Sicht Israels nicht nur die Bemühungen, Menschenrechte in Übereinstimmung mit internationalem Recht zu schützen, sondern auch die Bemühungen um einen Frieden in Nahost. Die Resolution fördere Terrororganisationen weltweit und untergrabe den Weltfrieden, heißt es weiter.

Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, in Ramallah, Nabil Abu Rudeinah, erklärte zu der Resolution: «Das zeigt, dass es internationale Unterstützung für die Rechte der Palästinenser gibt.» Er rief dazu auf, die Empfehlungen der Goldstone-Kommission umzusetzen, um die Palästinenser künftig vor israelischen Angriffen zu schützen. Der Sprecher der radikalislamischen Hamas, Sami Abu Suhri, sagte in Gaza: «Das Wichtigste ist jetzt, die nächsten Schritte zu machen und sicherzustellen, dass die zionistischen Kriminellen (Israel) vor Gericht gebracht werden.»

Nach Angaben von Palästinensern und Menschenrechtsgruppen wurden in dem 22-tägigen Gaza-Krieg, der im Januar dieses Jahres endete, mehr als 1400 Palästinenser getötet. Nach israelischen Angaben lag die Zahl bei 1166, zusätzlich seien 13 Israelis ums Leben gekommen.

UN / Menschenrechte / Konflikte / Nahost
16.10.2009 · 17:00 Uhr
[10 Kommentare]
Berliner Stadtreinigung im Einsatz (Archiv)
Berlin - Berlins Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf hat eine Sauberkeitsoffensive für die Hauptstadt angekündigt. "Diese Stadt ist zu dreckig", sagte er der "Welt" (Montagsausgabe). Als erste Maßnahme nach einem Wahlsieg würde er einen Leitungsstab zum Thema Sauberkeit im Roten Rathaus einrichten. Seit Corona werde der öffentliche Raum zunehmend nicht […] (00)
vor 7 Minuten
Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn.
(BANG) - Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn. Statt sich in öffentlichen Diskussionen über die Trennung zu verlieren, konzentriert sich die Dressurreiterin auf ihre Zukunft. Und dabei soll es nun vor allem um Beruf, Sport, Selbstliebe und persönlicher Weiterentwicklung gehen. […] (00)
vor 23 Stunden
Signify – Die Immersion spielt eine zentrale Rolle
Statt in der Kneipe oder dem Stadion verfolgen Sportfans Live-Sportereignisse am liebsten zuhause. Das zeigt eine umfangreiche Befragung, die von Signify, dem Weltmarktführer für Beleuchtung, vor Kurzem in Auftrag gegeben wurde. Demnach bevorzugen satte 80 Prozent der Befragten das Sofa zuhause oder von Freund*innen gegenüber anderen Orten. In […] (00)
vor 3 Stunden
EA FC 26 verschenkt Pelé zur WM, aber du musst dich rechtzeitig einloggen
EA Sports FC 26 nutzt die internationale Fußballstimmung für eine große Ultimate-Team-Aktion. Passend zum „Festival of Football“ verschenkt EA eine besondere Pelé-ICON-Karte. Die brasilianische Fußballlegende kommt mit einer Gesamtwertung von 93 OVR ins Spiel und kann von Spielern kostenlos beansprucht werden. Der Zeitraum ist klar begrenzt. Wer Pelé […] (00)
vor 3 Stunden
Netflix startet koreanischen Psychothriller «Notes from the Last Row»
Die neue Serie erzählt von einem Literaturprofessor, der von dem Talent eines Studenten zunehmend besessen wird. Netflix veröffentlicht am 26. Juni die südkoreanische Dramaserie Notes from the Last Row. Hinter dem Projekt steht Regisseur Kim Gyu-tae, der bereits für Produktionen wie «The Trunk» und «Our Blues» verantwortlich war. Die Hauptrollen übernehmen Choi Min-sik und Choi Hyun-wook. Im […] (00)
vor 1 Stunde
Bundespräsident Steinmeier
Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kann sich nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios nun doch Olympische Spiele in Deutschland auch im Jahr 2036 vorstellen. Seine Bedenken seien zwar nicht verschwunden, heißt es unter Berufung auf das Bundespräsidialamt. Steinmeier sei mittlerweile aber fest davon überzeugt, dass alle Beteiligten […] (00)
vor 10 Minuten
kostenloses stock foto zu 50 €, anlagestrategie, banknoten
Die Diskussionen über einen möglichen Bärenmarkt sind zurück, nachdem Bitcoin in den letzten Wochen über $400 Milliarden an Marktkapitalisierung verloren hat. Der Kurs fiel von über $82.000 auf ein Tief von $59.000 am Freitag – der niedrigste Stand seit 19 Monaten. Obwohl sich der Kurs schnell wieder über die $60.000-Marke erholte, sind Analysten […] (00)
vor 1 Stunde
Latino-Domains: Der Countdown  läuft
Koeln, 06.06.2026 (PresseBox) - Die Einführung der Latino-Domains erreicht ihre entscheidende Phase. Nach einer mehrwöchigen Sunrise-Periode, in der Inhaber eingetragener Marken ihre Kennzeichen bevorzugt sichern konnten, öffnet sich die neue Domainendung am 12. Juni 2026 für die breite Öffentlichkeit. Damit beginnt ein neues Kapitel für Unternehmen, Organisationen und […] (00)
vor 21 Stunden
 
Michael von der Schulenburg (Archiv)
Brüssel - Nach dem Besuch von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Reise von […] (01)
Dirk Wiese (Archiv)
Berlin - SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese weist die Forderung der […] (00)
Flüchtlinge auf der Balkanroute (Archiv)
Brüssel - Nach Angaben der EU-Kommission ist die Zahl der irregulär eingereisten […] (01)
Mindestens zwölf Verletzte nach Schüssen bei US-Festival
Toledo (dpa) - Bei einem Schusswaffenvorfall im US-Bundesstaat Ohio sind bei einem […] (00)
French Open
Paris (dpa) - Alexander Zverev benötigt nur noch einen Sieg für seinen ersten Grand- […] (00)
Drei Prozent: «So klingt Deutschland»-Konserve verhallt völlig
Wirklich Schadensbegrenzung betreiben konnte eine wiederholte Musik-Reportage bei VOX nicht. […] (00)
Perrie Edwards' Little-Mix-Bandkolleginnen versuchten einst, sie mit Prinz Harry zu verkuppeln, da beide damals Single waren.
(BANG) - Perrie Edwards' Little-Mix-Bandkolleginnen versuchten einst, sie mit Prinz […] (00)
Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor Am Freitag verzeichneten die heißgelaufenen US-Tech- […] (00)
 
 
Suchbegriff