Filmkritik - Max Ernst: Mein Vagabundieren - Meine Unruhe (1991)
 
 

Max Ernst: Mein Vagabundieren - Meine Unruhe

DVD / Blu-ray :: IMDB (8,1)
Regie: Peter Schamoni
Darsteller: Max Ernst
Laufzeit: 100min
FSK: ???
Genre: Dokumentation (Deutschland)
Filmstart: 04. Juli 1991
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
MAX ERNST. MEIN VAGABUNDIEREN – MEINE UNRUHE, 1991 zum 100. Geburtstag von Max Ernst entstanden, leistet das, was eine Ausstellung nur in begrenztem Umfang bieten kann: Zugang zur Person des Künstlers selbst und authentische Informationen über Zeitgeschichte, Lebensumstände, Menschen, Orte und Landschaften, die sein Werk mitgeprägt haben. Max Ernst selbst erklärt die verschiedenen Phasen seines revolutionären Werkes und lässt die Stationen seines unruhigen Vagabundierens lebendig werden: die aufrührerische DADA-Zeit in Köln, die Surrealisten in Paris, der Rückzug in die Provence, die Flucht nach New York, sein Aufenthalt bei den Hopi-Indianern in Arizona und schließlich die Rückkehr nach Europa. Für den Regisseur Peter Schamoni ist die Geschichte von Max Ernst für mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts die Geschichte der europäischen Phantasie. „Max Ernst hat in Deutschland bis heute nur dürftig ins kulturelle Bewusstsein zurückgefunden. Peter Schamoni durfte als junger Student an der Filmhochschule in Paris den Ausnahmekünstler persönlich kennen lernen und hielt mit ihm über Jahre hinweg Kontakt. Fünfzehn Jahre nach seinem Tod, zum Anlass seines 100. Geburtstags, würdigte ihn Schamoni mit einem Portrait, das bis heute als sein Opus Magnum gilt: Max Ernst: Mein Vagabundieren – Meine Unruhe. In einhundert kompakten Minuten gibt er sich der ganzen Fülle und Reichhaltigkeit des stetig revolutionierenden Werks hin und der überwältigenden Suggestivkraft dieser Persönlichkeit. Die Lebensreise beginnt mit dem Ersten Weltkrieg, an dem Ernst als Artillerist teilnahm. Er zitiert sich selbst (immer in einem Nebeneinander von Englisch, Deutsch und Französisch, was die Bedeutung und Möglichkeiten seiner Dreisprachigkeit erahnen lässt): ‚Max Ernst starb am 1. August 1914. Er kehrte zum Leben zurück am 11. November 1918 als junger Mann, der ein Magier werden wollte, um den Mythos seiner Zeit zu finden.’ Diesen fand er schon früh im Dadaismus seiner Kölner Jahre, später im Pariser Exil als Mittelpunkt der Surrealisten, dann in der französischen Provence, nach erneuter Flucht in New York, im indianischen Arizona und zurückgekehrt noch einmal in Frankreich. Schamoni entfaltet die Inspirationsquellen und Rahmenbedingungen von neuem, stellt sich komplexen Beziehungsgeflechten zu Freunden und Bekannten, die sich wie ein Who's who der Kunstgeschichte lesen, entwickelt in sagenhafter Montage ein großformatiges Film-Gemälde anhand von Interviews, Zeichnungen, Ölbildern, Filmszenen des Künstlers in Aktion und Spielfilmmaterial, Fotos und animierten Fotoserien, Überblendungen zu atemberaubenden Landschaftsaufnahmen des Kameramanns Ernst Hirschs teilweise in erregendem Zeitraffer, anhand von nachgestellten Szenen voller Witz und Charme und der explosiven Wucht der Musik Strawinskys, eine der vielen Leidenschaften des überdies philosophisch und literarisch bewanderten Genies Max Ernst.

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